Test - Soul Bubbles : Überraschungshit mit Seele

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Gehört ihr auch zu den jungen oder erwachsenen Kindern, die in einem scheinbar unbeobachteten Moment Bläschen machen? Dann haben wir hier eventuell etwas für euch. Lest im Review, wie sich mit dem unscheinbaren Titel ’Soul Bubbles’ ein weiteres geniales Spielprinzip auf dem DS einfindet - und das tatsächlich ohne die im Haftungsausschluss im Vorhinein ausgeschlossenen Hitgaranten wie lizenzierten Rennautos, postapokalyptischen Soldaten, Elfen, Magiern, Orks oder Gang-Kämpfe. Dafür zollen wir gebührenden Respekt und eine verdient hohe Wertung.

Mit Seele

Der Schamane hat ein großes Problem: Das Rad der Zeit hat seine Spuren an ihm hinterlassen. Zeit für einen würdigen Nachfolger. Gut für den Spieler, der fortan in die Haut eines jungen Seelenhirten-Lehrlings schlüpft. In einem kleinen Tutorial schwört euch der Alte auf die bevorstehenden Aufgaben ein, im späteren Spielverlauf kommen aber immer neue Situationen und Funktionen hinzu. Diese werden durch die hilfreichen Steine des Wissens aufgeklärt.

Zu Beginn eines jeden der 40 Levels, die sich auf Baumäste aufteilen, habt ihr sieben Seelen. Ziel ist es immer, diese unbeschadet und möglichst vollständig bis zum Ausgang zu befördern. Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn ohne einen Schutzzauber in Form einer Blase sind die Seelen unweigerlich verloren. Diese lassen sich kinderleicht mit dem Stylus zeichnen und formen. Je nachdem in welche Richtung ihr den Stylus über den unteren DS-Bildschirm zieht, bewegt sich die Blase durch den pustenden Seelenhirten in die gewünschte Richtung.

Soul Bubbles

Vogel, Tiger und Elefant

Auf dem beschwerlichen Weg durch die verschachtelten Labyrinthe müssen einige Hindernisse überwunden werden. Zum Glück geht dabei nie die Übersicht verloren, denn der obere Bildschirm dient als praktische Übersichtskarte. Doch wie in einem klassischen Strategie-Spiel ist die Spielumgebung erstmal in schwarzen Nebel umhüllt, der mittels Erforschung der Umgebung entfernt werden muss. Am besten haltet ihr euch immer an den Sternenstaub, der im Level verteilt ist. Dieser zeigt den sicheren Weg zum Ziel. Gegner sind nur in Massen ein größeres Problem, denn diese lassen sich durch simples Klicken per Stylus ausschalten.

Kniffliger sind da schon die levelbedingten Hindernisse wie spitze Zacken oder schmale Durchgänge. Bei letzterem Problem beispielsweise kommen die Masken zum Einsatz, die mit dem Steuerkreuz ausgewählt werden. Mit der Vogelmaske lassen sich neue Blasen zeichnen, ganz hilfreich wenn die Blase ein wenig größer werden soll da sie sich durch die Blastechnik per Stylus kinderleicht verbinden lassen. Das Verbinden, Zerteilen und Zerschneiden klappt wiederum nur mit der Tigermaske, mit der sich ganz martialisch die fiesen Froschzungen zerschneiden lassen oder auch klebrige Ranken, in denen sich die Blasen all zu gerne verfangen. Die Elefantenmaske ermöglicht das Entlüften oder Platzen der Blasen.

Astrein

Kleines Beispiel für das exzellente Leveldesign gefällig? Kein Problem: Vor euch befindet sich ein äußerst schmaler Durchschlupf, der selbst nach dem Entlüften mit der Elefantenmaske nicht zu durchdringen ist. Mit der Tigermaske einfach die große Blase in mehrere Stücke zerteilen und einzeln durchblasen, am Ende des Durchgangs dann einfach wieder miteinander verbinden. Doch schon wenige Meter weiter stellen fiese Füchse mit ihren Spuckattacken ein weiteres Hindernis dar. Glücklicherweise befinden sich in der Nähe Psychosamen, einfach mit der Vogelmaske eine Blase gezeichnet und mit der Seelenblase verbunden. Schon verschießt diese die Samen auf die Feinde. Problem gelöst! So könnten wir noch zahlreiche Beispiele für den ideenreichen Spielablauf liefern. Aber spielt lieber selbst und haltet immer die Augen offen, besonders wenn sich die Seelen zu Herzen verformen. Dann nämlich befinden sich die gut versteckten, nur schwer erreichbaren Kürbisse in der Nähe. Von diesen gibt es in jedem Level drei Stück. Erst wenn genug von diesen gesammelt sind, öffnet sich der letzte und achte Ast mit den letzten fünf Levels.

Ein großer Pluspunkt des Spiels ist die putzige Aufmachung, gepaart mit einigen netten Details. Die Spielfigur läuft schon mal mit hochrotem Kopf an und hustet schwer aus, wenn sie zu lange pustet. Die Levels sind allesamt recht abwechslungsreich und in acht Themen unterteilt (zum Beispiel Eis oder Indianer). Musik kommt nur spärlich zum Einsatz, Sprachausgabe gibt es nicht. Dafür können sich die Soundeffekte hören lassen. Die Steuerung mit dem Stylus über den Touchscreen geht jederzeit leicht von der Hand und ist schnell erlernt. Zur absoluten Krönung fehlt eigentlich nur noch ein Editor zum Erstellen von eigenen Abschnitten und ein Mehrspielermodus.

Fazit

von Christian Schmitz
Die alte Regel hat sich wieder mal bestätigt: Genial einfach – einfach genial! Der Titel hat mich wirklich von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt mit seinem simplen, aber intuitiven Spielprinzip. Dabei solltet ihr euch nicht von der putzigen Aufmachung abschrecken lassen, denn besonders gegen Ende wird es immer kniffliger, so dass sowohl Einsteiger als auch Profis voll auf ihre Kosten kommen werden. Wer immer noch nach einen Kaufgrund für den Nintendo-Handheld sucht, bekommt hier ein weiteres eindrucksvolles Argument geliefert.

Überblick

Pro

  • tolles Spielprinzip
  • liebevolle Präsentation
  • genial einfache Steuerung
  • hohe Langzeitmotivation

Contra

  • keine richtige Story
  • gegen Ende ziemlich schwer
  • kein Editor
  • kein Mehrspieler-Modus

Wertung

  • DS(i)
    90
    %

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