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Herausforderungen - Kolumne - Special

Wenn ich einen meiner alten Freunde besuche, tausche ich mich auch immer gerne mit seinem Nachwuchs über die neuesten Spiele aus. Es ist sehr interessant für mich als Ü30er zu erfahren, welche Spiele der jungen Zockergeneration tatsächlich gefallen und weshalb. Was mir aber zu denken gibt, ist die Art, wie sie – und auch alle ihre Freunde – spielen. Beispielsweise scheint Geduld erst so nach und nach mit zunehmendem Alter als Teil der Spielerfahrung akzeptiert zu werden.

Das bedeutet, dass Zwischensequenzen übersprungen werden und allgemein kaum Wert auf handlungsrelevante Elemente gelegt wird. In der Spielwelt herumliegende Audio- und Videonotizen oder gar Textwüsten werden gemieden, so gut es geht. Ich verstehe die Gründe dafür sofort: Die Kinder reduzieren das jeweilige Spiel auf exakt die Elemente, die am meisten Spaß machen.

Final Fantasy VII Bild 1Final Fantasy VII Bild 2Final Fantasy VII Bild 3

Im Grunde „korrigieren“ sie die Spiele und lassen sie zu ihrem Ursprung zurückkehren, indem sie den aus anderen Medien im Laufe der Videospieljahre hinzugefügten Ballast entfernen. Für sie ist ein Spiel ein Spiel und kein (interaktiver) Film, keine spannende Geschichte wie aus einem Buch oder Ähnliches. Fast schon vorbildlich, wäre da nicht ein kleiner Haken an der Sache. Die jugendliche Ungeduld sorgt offenbar auch dafür, dass sie schwierige Stellen im Spiel ebenso als Spaßbremse und nicht als motivierende Herausforderung ansehen.

Allheilmittel Cheat

Womit wir wieder bei Final Fantasy VII wären. Der hinzugefügte Character Booster wird auf der Steam-Produktseite wie folgt angepriesen: „Hängt ihr in einem schwierigen Abschnitt fest oder besitzt nicht genügend Geldmittel, um das lebenswichtige Phoenix Down zu kaufen? Mit dem Character Booster erhöht ihr eure HP, MP und Gil auf ihr jeweiliges Maximum, mit einem einfachen Tastendruck, damit ihr das Abenteuer weiter genießen könnt.“

Final Fantasy VII Dirge of Cerberus Bild 1Final Fantasy VII Dirge of Cerberus Bild 2Final Fantasy VII Dirge of Cerberus Bild 3

Genießen? Wirklich? Spielspaß heißt nun also, dass man wie ein Gott jede Gefahr mit dem kleinen Finger aus dem Weg schnippen kann? Wo bleiben da die Befriedigung und der Stolz nach dem Überwinden einer zunächst unüberwindlich scheinenden Hürde? Wenn ich an Final Fantasy VII zurückdenke, erinnere ich mich durchaus an die Herausforderungen und so manches fast schon frustrierende Scheitern.

Doch am Ende habe ich es geschafft. Alle Gegner waren besiegt und als Belohnung gab es einen mitreißenden Abspann. Kein schlechtes Gewissen weit und breit, da ich keinen Cheat genutzt hatte, sondern alles durch das eigene Durchhaltevermögen und das eigene Zockertalent schaffte. Ich habe starke Zweifel daran, dass mir Final Fantasy VII so nachhaltig im Gedächtnis geblieben wäre, hätte ich mich einfach bis zum Ende locker flockig durchgemogelt. Spaß ist eben nicht die einzige Emotion, die ein Spiel in einem auslösen kann – und die dafür sorgt, dass man noch Jahre später voller Euphorie davon schwärmt. weiter...

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Kommentare zu Herausforderungen - Kolumne

  • Avatar von Mike45 (Gast)

    Also ich bin ein verehr Spieler und verwende nie Cheats und ich hasse es wenn man ein verehs Spiel spielen will und einer oder mehr verwenden einen Cheat weil ich eigentlich ohne Cheats Spielen wollte

  • Ich finde Cheats gut, dann kann jeder sein eigenen Spielspass erleben und jedes Spiel bis zum Ende schaffen, unabhängig vom eigenen Talent, nutzen muss man sie ja nicht,wenn man nicht will, ABER..... um z.B.PS3 Trophies zu erspielen oder sonstige Verbesserungen freizuschalten, die u.a. Einfluß auf den Multiplayer haben, dürfen Erfolge, die durch Cheats erreicht werden, nicht zählen.

  • Zitat von »ianresc«
    Ich selbst habe bei Dead Space 1 Stunden damit verbracht im 3. (?) Kapitel diese Meteorabschusseinlage zu schaffen. Ich habe es nicht geschafft, weil mir auf der Konsole die nötige Genauigkeit fehlt. Das Ergebnis? Ich habe Dead Space an dieser Stelle beendet und verkauft. Pech gehabt. Mir ist eine scheinbar gute Geschichte entgangen, die Serie hat aber auch die Chance verpasst mich für einen zweiten oder dritten Teil zu begeistern.


    Heißt das also, dass du das Spiel (wahrscheinlich) mit Verlust verkauft hast, nur weil du böse gesagt zu faul warst, um die Empfindlichkeit des rechten Sticks runterzuschrauben?

  • Avatar von Schlooti (Gast)

    Wie hier jemand anderes schon schrieb ist FF7 ja ein echtes Mammutspiel und mit der Cheat-Möglichkeit kommen wohl auch jene Nostalgiker zum Zug, die einfach nicht mehr die Zeit haben für solche Spiele.
    (Kumpel von mir hat damals seine Playsi verkauft, nachdem er FF7 durchgezockt hatte. Er hatte damals, nach dem Durchspielen festgestellt, daß er 2 oder 3 Monate lang nur noch vor der Glotze gehockt hat. :))

  • Zitat von »syntech«
    PS: frueher war ich in der Hinsicht sogar viel belastbarer. Das scheint bei mir mit zunehmendem Alter weniger geworden zu sein.

    Ist bei mir genauso. Früher als Kind/Jugendlicher hat man wahrscheinlich weniger drüber nachgedacht ob eine Stelle unfair war oder nicht, man wollte sie einfach schaffen und hat es lange probiert bis man durch war. Wenn ich heute bei einer Stelle 10mal draufgehe, denke ich mir nur "omg, was haben die Entwickler da für nen Bullshit programmiert".

  • Zitat von »ianresc«
    Ich spiele, um unterhalten zu werden, nicht um frustriert zu werden.


    Amen! Genau das trifft den Kern der Sache.

    Ich arbeite den ganzen Tag genug und da muss ich nicht auch noch beim Spielen arbeiten. Daher suche ich mir immer wieder mal Geld oder God-Cheats, wenn etwas zu muehsam oder zu schwer fuer mich wird. Fuer mich ist das mehr als legitim. Wie gesagt, Unterhaltung ja, Arbeit nein.

    PS: frueher war ich in der Hinsicht sogar viel belastbarer. Das scheint bei mir mit zunehmendem Alter weniger geworden zu sein.

  • Naja, so langsam kann ich die Diskussion auch nicht mehr hören. Noobs hier Noobs da, heutzutage alles zu einfach früher war alles besser, bla bla. Ich gehöre auch zu den nicht mehr ganz so jungen Zockern die noch wissen wie die Spiele früher waren aber mal ehrlich, wo wurde denn nicht geschummelt?

    Leben und leben lassen sag ich nur. Wem die Spiele heutzutage zu einfach sind soll sich doch eine Hand auf den Rücken binden.

    Mir kann keiner erzählen er habe Final Fantasy 7 ohne Berater gespielt. Man konnte das Spiel zwar ohne gut durchspielen, aber man konnte nicht alles finden geschweige den die Weapons besiegen (ich sage nur die Weapon in der Wüste).

  • Avatar von ST_T (Gast)

    Cheater? Jaaaa...

    Aber das hängt doch echt vom Spiel ab!
    Nur mal zwei aktuelle Beispiele: Dead Space 3&Hitman Absolution:

    Bei Dead Space 3 etwa hatte ich keine Lust, das Spiel mehrfach durchzuspielen nur um mir eine gute Wumme zu leisten. Das Spiel war nicht schwer, sondern einfach nur nervtötend ohne gute Knarren. Sich von Ecke zu Ecke zu hangeln um dann wieder 4-5 Mobs, die sich 10x schneller bewegen als man selbst zu killen ist mit einer Schrottkanone einfach nicht spaßig. Ich hätte es ja interessant gefunden, aber als ich nach dem 1. Abschnitt gerade ma 1/100 ca. meiner Waffe hatte, wurde mir klar, dass es mir auf den Sack ging!

    Dasselbe bei Hitman Absolution. Ich knock den Typen vor dem Hotel aus um mir seine Sachen zu klauen, im Hotel durchschaut mich angeblich jeder. Ich tarn mich in Chinatown als Koch und dennoch erkennen mich alle anderen Arbeiter dort schon auf gefühlte 100 Meter. Dann habe ich halt was probiert und einfach nen paar Faktoren selbst geändert, dann hat das Spiel mehr Spaß gemacht. Aber leichter wurde es nur etwas, doch eben nicht komplett. Was ich aber ausdrücken will:

    Leider sind Spiele heute viel häufiger einfach nur unausbalanciert im Gegensatz zu früher. Hatte etwa Super Mario nen Patch gebrauch? Oder Super Smash Brothers? Oder etwa Rayman 2? Nein, alle diese Spiele brauchten so etwas nicht, und das aus dem Grund, weil die Spiele zwar schwer waren aber nicht unausbalanciert!

    Ich finde es ein Unding, dass ich für die Designschwächen, verursacht durch schlampige Arbeit von Entwicklern, gerade stehen und meine Zeit dafür aufopfern soll. Bei Hitman etwa hätte man das Disguise-System von Anfang an vernünftig einbauen sollen, ich habe Lust auf HITMAN und kein "Splinter-Cell-Klon". Wenn ich Splinter Cell spielen will dann spiele ich es auch...

  • Ich bin 30 Jahre Jung ; )

    Ich kann nur sagen " Paly it Hard or go Home!"
    Zuletzt gerade Metro Last Light auf Hardcore Ranger, Russisch mit Englischem Untert. Durchgezockt!

    Bei Deus Ex HM steht ja auch "Give me Deus Ex"

    Man hat halt sonst nicht das ganze Potenzial ausgeschöpft und als Echter Gamer habe ich halt auch meinen Stolz!

  • Zitat von »MadFerIt«
    die cheats standen aber nie in der anleitung (haben spiele heutzutage so was überhaupt noch?).


    Ja, heute nennt sich das DLC.
    Cheats kosten heute Geld. Was anderes ist das nicht.
    Ich persönlich kenne auch kein Spiel der letzten 5 Jahre, die irgendwelche "kostenlosen" Cheats besitzen.

    Wenn man gerne cheaten will, soll man das auch tun dürfen.
    Wenn man sich damit dann aber selber verarscht, muss man damit leben.

  • die cheats standen aber nie in der anleitung (haben spiele heutzutage so was überhaupt noch?).

  • cheaten war noch nie ungewöhnlich:
    oben, oben, unten, unten, links, rechts, links, rechts, b, a(, start)

  • heutzutage ist cheaten offensichtlich nichts ungewöhnliches. schaut man sich die online- und browserspiele an, wird doch klar, wohin die reise geht: wer bezahlt, der gewinnt. und auch das ist in meinen augen cheaten in reinform. dass die herausforderung dabei flöten geht, ist nebensächlich. hauptsache vorne dabei beim onlinefussballmanager, die stämme oder was es so alles gibt.

    für mich ist das eindeutig eine generationenfrage. mir wäre nie in den sinn gekommen, für etwas zu zahlen, damit ich erfolg habe. bei den heute 12-20-jährigen scheint diese einstellung in der (virtuellen) sozialisation eingepflanzt. erste liga oder es macht keinen spaß.

  • Avatar von Schlemihl (Gast)

    LMI
    IDKFA
    IDDQD

    Cheats hat es schon immer gegeben, wer sie wie nutzt, kann jeder für sich selbst entscheiden. Das Spieler immer dümmer werden ist so falsch formuliert. "Früher" war Spielen ( wie es schon oft gesagt wurde ) eher eine Nischengeschichte. Ab PSX aufwärts wurde das Publikum immer breiter und damit zwangsläufig immer...naja "dümmer". Die Masse entscheidet was angesagt ist und die Masse ist dumm.

  • Avatar von RoflGimp (Gast)

    Cheater und Stolz drauf

    Interessanter Artikel, kontrovers disktutiert und sicher auch nur subjektive Meinungswidergabe.

    Ich persönlich fing so richtig mit der guten alten PSX an, Resident Evil und Final Fantasy VII waren mit meine ersten intensiveren Spielerfahrungen. FFVII hab ich mit meinen Ü30 sicher schon an die 15x durchgespielt, das erste dutzdend mal ohne zu cheaten per Gamebuster/Xploder.

    Nachdem ich einen Gamebuster erworben hatte wurde das cheaten zur Gewohnheit, weniger wegen der Vorteile als vielmehr den durchaus auch spaßigen Codesuchen gezollt.

    Generation Noob hin oder her, jder sollte ein Spiel so erleben dürfen wie er es für richtig hält solange anderer Leute Spielspaß nicht darunter leidet, (leidige Multiplayer Cheaterei)

    Heute Cheate ich sogar noch mehr als früher, das FFVII Remake habe ich schon vor Ewigkeiten bei Square gekauft und mit Codeengine zerpflückt, da ich das Spiel gerne wieder einmal durchspielen wollte, und es mir heute auch ungemein an Zeit mangelt als berufstätiger Familienvater.

    Was die Cutscenes angeht, die sollen und müssen überspringbar sein. Der Großteil der Spieler sieht sie sich beim ersten Durchgang sicher auch an, aber im xten Durchlauf muss das nicht mehr sein. FF VII ist hier ein gutes Beispiel, irgendwann kann man manche Sachen einfach nicht mehr sehen. Ich erinner nur mal an die ganzen Beschwörungsmateria. Odin, Bahamut & Co zum 1001 mal zusehen zu müssen ist Lebenszeitverschwendung.

    Unsere Gesellschaft will immer mehr, immer schneller konsumieren und da nehm ich auch gern die ein oder andere Erleichterung in Kauf, ob nun vom Entwickler vorgesehn oder nicht.

    Man kann es sicher nicht jedem Recht machen, aber man sollte schon der Toleranz wegen jedem die Entscheidung selbst überlassen.

    Btw, Last of US und Demons Souls habe ich ohne zu cheaten durchgespielt.

    Noob bin ich trotzdem gern, bei vielleicht 1h täglich die mir zum spielen bleiben, lebe ich ganz gut mit und auch ohne Cheats ab und an.

Informationen zu Sonstiges aus der Welt der Spiele

Titel:
Sonstiges aus der Welt der...
System:
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