Special - LPmitKev im Interview : Geilo!

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    Über eine Million Abonnenten konnte Kev unter dem Namen LPmitKev bereits auf YouTube überzeugen. Der sympathische Let's-Player verriet uns, wie er diese riesige Masse an Zuschauern bändigt, wie sein Tagesablauf aussieht und mit wem er kein Video drehen würde.

    Hi, Kev. Vielen Dank, dass du dir für uns Zeit nimmst. Fangen wir locker an: Was machst du eigentlich genau?

    (Lacht) Oh, so eine Frage wurde mir noch nie gestellt. Ich bin ein Gamer auf YouTube. Ich schon seit fünf Jahren dabei und bin zusammen mit meiner Community gewachsen. Wenn du mal nach dem Alltag abschalten willst, dann bist du bei mir an der richtigen Adresse. Das Motto des Kanals ist „We are Community“. Das merkt man auch.

    Kürzlich hast du über eine Million Abos auf YouTube erreicht. Schaffst du es da noch, den Kontakt zu deiner Community zu halten?

    Das ist tatsächlich ziemlich schwierig. Sich diese Masse an Leuten vorzustellen, ist wirklich schwer. Es ist in der Tat sehr schwierig, mit so einer großen Menge an Leuten zu interagieren, und es kostet Zeit. Aber immer, wenn ich mal die Zeit habe, lese ich wirklich alle Kommentare. Leider schaffe ich es nur, auf die wenigsten zu antworten, aber das geht leider nicht anders bei der Menge an Zuschriften. Wenn ich mal das Gefühl habe, dass ich den Leuten mit der Interaktion nicht gerecht werde, dann kann man ja auch Livestreams veranstalten oder mit dem Zuschauern gemeinsam ein Projekt aufnehmen. Solche Videos gibt es bereits auf meinem Kanal.

    Bei den Videos, die etwas „schlechter“ laufen, schaffe ich es dann auch, alle Kommentare zu beantworten. Daher hat es auch seine Vorteile, wenn ein Video mal nur um die 25.000 Klicks hat. (schmunzelt) Bei einer Million schafft man das zwar auch irgendwie, aber da muss man sich dann viel mehr Zeit nehmen.

    Wie sieht dein Arbeitsalltag aus? Wie teilst du dir deine Zeit ein?

    Ich schneide meine Videos alle selbst, ich lese selbstverständlich alle Kommentare selbst und mache generell alles im Alleingang. Dazu gehören auch das Erstellen von Thumbnails für meine Videos, das Taggen und die Verwaltung meines Kanals. Hinzu kommt dann noch die Verwaltung der Social-Media-Auftritte. Wenn ich wollen würde, könnte ich vom Aufstehen bis zum Schlafengehen irgendwas für meine Arbeit tun. Da ich aber im letzten Jahr mit meiner Freundin zusammengezogen bin, soll sie dementsprechend nicht zu kurz kommen. Das alles unter einen Hut zu bekommen, ist sehr anspruchsvoll.

    Schaffst du es überhaupt, in so einem engen Zeitkorsett noch kreativ zu sein?

    Ich bin immer erpicht darauf, meinen Zuschauern etwas Neues zu bieten. Dementsprechend kommt die Kreativität von alleine. Aktuell versuche ich, einen eigenen Minecraft-Server an den Start zu bringen. Ich hatte zwar schon mal einen vor vielen Jahren, der wurde aber leider von Hackern vernichtet. Doch wir haben uns jetzt zusammengetan und wollen das Ganze wieder an den Start bringen. Dann kann ich bald wieder noch mehr mit den Zuschauern rumhängen.

    Hast du einen absoluten magischen Moment in deiner Zeit als YouTuber erlebt, von dem du uns berichten möchtest?

    Ein Erlebnis, das mir noch im Kopf geblieben ist, ist definitiv mein 20.000-Abonnenten-Special. Ich hab dort einfach gesagt: „Leute, treffen wir uns doch einfach mal am Hauptbahnhof in Hannover.“ Ich hatte dort einen Kumpel mit einer Taverne. Der hat sie für den Tag geschlossen und dann haben wir uns alle da reingesetzt. Insgesamt waren 25 Leute aus verschiedenen Regionen Deutschlands da, die extra dafür gekommen sind. Das war für mich ein ganz besonderer Augenblick.

    Was, würdest du sagen, ist deine größte Schwäche?

    Ich bin in mancher Hinsicht zu ehrgeizig. Das hört sich zunächst nach einer Stärke an, im Endeffekt ist es aber eine Schwäche. Wenn ich nämlich eine Idee habe, muss ich die direkt umsetzen. Das ist eigentlich nicht gut, denn die muss am Anfang erst einmal gut durchgeplant werden. Da ich dann aber so fokussiert auf diese eine Idee bin, bleibt irgendwie der Rest etwas auf der Strecke. Das bedeutet natürlich für andere Dinge einen Kollateralschaden. So komme ich dann zu Verabredungen auch gerne mal zu spät, wenn ich plötzlich noch unbedingt ein Spiel aufnehmen will.

    Hast du Pläne, falls es mal mit YouTube nicht mehr funktionieren sollte?

    Das ist tatsächlich eine Frage, die mir schon öfter gestellt wurde. Ich würde sagen, ich bin jemand, der sich sehr gut mit Spielen auskennt. Sollte es mal nicht mehr mit den eigenen Videos funktionieren, könnte es gut sein, dass ich versuche, in einer Redaktion zu arbeiten. Vielleicht könnte ich dann auch Community-Manager bei einem Publisher werden. Ich glaube, da würde es diverse Möglichkeiten geben.

    Zum Abschluss: Nenn uns bitte eine Person, mit der du niemals ein Video machen würdest.

    Generell würde ich mich von allen Prank-Kanälen distanzieren, die wirklich die Grenze nicht kennen. Aktuell gibt es viele Kanäle, die, nur um Klicks zu generieren, in der Fußgängerzone Leute belästigen und danach alles auf die „Es-war-doch-nur-Spaß“-Schiene ziehen. Das finde ich nicht gut. Ansonsten würde ich kein Beauty-Video mit Bibis Beauty Palace machen wollen. Die Art und Weise der Videos gefällt mir einfach nicht. Wie sie persönlich ist, kann ich nicht einschätzen, da ich sie nicht kenne. Aber ihre aufgesetzte Art widerspricht meiner natürlichen Art. Ich bin dafür, dass man mit offenen Karten spielt.

    Vielen Dank für das Gespräch.

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