Special - NSA-Abhörskandal : Auch WoW und Xbox Live betroffen?

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Der NSA-Abhörskandal zieht offenbar immer größere Kreise und betrifft nun auch die PC- und Videospielszene ganz unmittelbar. Wie renommierte Medien wie The Guardian und die New York Times unter Berufung auf Whistleblower Edward Snowden berichten, hat die National Security Agency (NSA) offenbar auch World of WarCraft und den Online-Dienst Xbox Live infiltriert.

Wie aus Dokumenten von Snowden hervorgehen soll, hat die NSA offenbar Agenten auf World of WarCraft angesetzt. Diese sollen sich mit eigenen Accounts unter die Spieler gemischt haben, um diese auszuspionieren, da man vermutete, dass Terroristen das Online-Rollenspiel nutzen könnten, um ihre Kommunikation auf diesem Weg zu verschleiern.

Eine Seite der Dokumente legt die Vermutung nahe, dass Online-Spiele nach Ansicht der NSA auch zum Waffentraining verwendet wurden, da geeignete Titel diese mittlerweile relativ realistisch abbilden könnten. Bereits bei den Anschlägen am 11. September sollen die Terrorpiloten zuvor lediglich den Microsoft Flight Simulator zu Übungszwecken genutzt haben.

Die NSA habe weiterhin massenhafte Daten aus dem Xbox-Live-Netzwerk erhoben. In einer Passage wird erwähnt, dass die NSA vermutet, Al-Qaida könnte neben World of WarCraft und Xbox Live auch Second Life für die Kommunikation genutzt haben. Für die Ausspionierung der Titel sollen auch die Aktivitäten chinesischer Hacker, iranischer Atomwissenschaftlicher sowie von Mitgliedern von Hisbollah und Hamas in diesen Netzwerken gesprochen haben.

Blizzard Entertainment ließ bislang lediglich wissen, dass man von den NSA-Aktivitäten im Online-Rollenspiel nichts gewusst habe. Weder habe man Kenntnis gehabt, noch habe man sein Einverständnis zu Ausspähaktionen gegeben, so ein erstes Statement. Microsoft sowie Second-Life-Entwickler Linden Lab haben sich zu entsprechenden Anfragen nicht geäußert.

Die NSA-Schwesterorganisation GCHQ hat indes verlauten lassen, dass man sich bei allen Aktionen strikt an die rechtlichen Anforderungen gehalten habe. Alle Aktivitäten seien authorisiert, notwendig und angemessen gewesen. In die Aktionen sollen auch FBI und CIA involviert gewesen sein.

Update: Wir fragten bei Microsoft nach. Hier das Statement zu der Nachricht: "Wir wissen nichts von irgendwelchen Überwachungsaktivitäten. Sollten diese Berichte stimmen, fand das Vorgehen (der NSA, Anm. d. Red.) definitiv ohne unsere Kenntnis statt", so ein Microsoft-Sprecher. 

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