Test - Sonic Unleashed : Ein Igel geht ins Altersheim

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Und er düst mal wieder im Sauseschritt: Segas Vorzeige-Igel will nach dem letzten Debakel beweisen, dass er noch nicht ins Altenheim der Hüpf-Veteranen gehört. Mit Sonic Unleashed geht das allerdings nach hinten los. Weshalb? Ihr erfahrt es hier.

Wer-Igel

Acht Uhr, der Wecker klingelt. Rasch aus dem warmen Laubbett gekrochen, unter die Dusche gesprungen, ein paar Multivitamininsekten sowie einen Apfel verdrückt, ein paar Goldringe eingesteckt, die Turnschuhe geschnürt und auf geht's in den normalen Arbeitstag. Dieser dauert in der Regel bis spät in die Nacht, besteht aus unzähligen todbringenden Fallen sowie fiesen Monstern und endet wie üblich mit der Zerstörung der Weltherrschaftspläne von Dr. Eggman alias Dr. Robotnik.

So sieht in etwa der Alltag von Segas Jump'n'Run-Igel Sonic aus. Auch Sonic Unleashed beginnt genau so, und zwar in Form eines opulenten Render-Intros. Darin verschlägt es unseren blau gestachelten Helden gar in den Weltraum. Doch was ist das? Gerade als Dr. Eggman die Erde mit einem Laser beschießt und sich vor dem aufdringlichen Igel in Sicherheit begeben will, tappt Sonic in den Strahl und mutiert zu einem fürchterlichen Monster. Genauer gesagt zu einem Werwolf, äh, Wer-Igel. Eggman triumphiert und wirft Sonic zurück auf die Erde. Dabei landet er dooferweise auf dem niedlichen Wesen Chip, das glatt sein Gedächtnis verliert. Gemeinsam macht sich das ungleiche Paar auf, Eggmans Roboterarmee zu besiegen und Sonic von seinem Horrormonsterdasein zu erlösen.

Gut gemeint ...

Sonic The Hedgehog auf PS3 und X360 sollte den glorreichen Neustart des legendären Videospiel-Oldies markieren. In Wahrheit war das Spiel aber eine mittlere Katastrophe. Sonic Unleashed ist der nächste Versuch. Die Zeichen stehen eigentlich gut: Das originale Sonic Team ist für die Entwicklung zuständig und endlich gibt es wieder Levels, in denen Sonic wie in früheren Zeiten enorm schnell durch Abschnitte rast, die vom Design her an die guten alten 2D-Zeiten erinnern - oder zumindest an den Dreamcast-Hit Sonic Adventures.

Sonic Unleashed - Boss Battles Trailer
Auch in Sonic Unleashed ist der blaue Igel flink wie immer.

Die am klassischen 2D-Gameplay orientierten Level-Passagen machen dann auch am meisten Spaß. Ihr bewegt euch wie auf unsichtbaren (oder sichtbaren) Schienen durch die Gegend und wechselt mit den Schultertasten einfach die Spur. Praktisch! Darüber hinaus sind die Sidescrolling-Sequenzen ziemlich spektakulär ausgefallen - inklusive Drehwurm-Schraubenwegen, Loopings, achterbahnähnlichen Verläufen und spektakulären Sprüngen. Etwas gemächlicher geht es in den Wer-Igel-Levels zu. Ihr bewegt den pelzigen Helden durch 3D-Stages und müsst vor allem Roboter verkloppen. Zwei verschiedene Schlagmanöver und eine Greifmöglichkeit lassen sich zu diversen Kombos verknüpfen. Garniert wird die Prügelei mit einigen Quick-Time-Events quasi als Finishing-Moves - God of War lässt grüßen.

... schlecht ausgeführt

Klingt alles ganz gut, ist es aber nicht. Sonic Unleashed strotzt geradezu vor Designpatzern und technischen Schwächen. Man weiß fast nicht, wo man mit dem Aufzählen beginnen soll. Die Sonic-Levels etwa leiden an einer enorm schwammigen Steuerung - selbst das Aufsammeln von Ringen wird so außerhalb der 2D-Passagen zur Qual. Dazu verfügt der Igel über diverse neue, aber unnötige Moves, die die Steuerung verkomplizieren. Überdies leiden die Stages unter einem Leveldesign, das zwischen langweilig und katastrophal schwankt. In Kombination mit der miesen Perspektivenführung fehlt es oft an Übersicht oder ihr wisst plötzlich nicht mal mehr, wo ihr überhaupt hinsollt.

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