Test - Sonic the Hedgehog : Segas blauer Igel lahmt.

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Nach den enttäuschenden ’Sonic Heroes’ und ’Shadow’ will Sega mit der ins Stolpern geratenen ’Sonic’-Reihe einen Neuanfang auf den NextGen-Konsolen wagen. Weshalb dieser Startschuss allerdings nach hinten losging, lest ihr im X360-Test zu ’Sonic the Hedgehog’.

Back to the Roots?

Im Jahre 1991 schickte Sega einen coolen blauen Igel ins Rennen, der den damaligen Erzrivalen Nintendo mit seinem dicklichen Klempner auf die hinteren Plätze im Konsolen-Krieg verweisen sollte. So ganz klappte das zwar nicht, trotzdem war Sonic über lange Zeit der Garant für pfeilschnelle Jump’n’Runs. Doch was war das? Nach den noch gelungenen Episoden namens ’Sonic Adventures’ enttäuschte der Igel mit ’Sonic Heroes’ und später sogar noch mehr, als sein schwarzer Kollege Shadow in ’Shadow the Hedgehog’ mit Wummen zeitgemäßer wirken sollte, aber mehr langweilte als für Spaß sorgte. Nach diesen Fehlgriffen dachten sich die Entwickler, dass man zum fünfzehnjährigen Geburtstag von Sonic einen Neuanfang starten und mit ’Sonic the Hedgehog’ sich an der guten alten Zeit orientieren sollte. An die ganz frühen Episoden hielt sich das Sonic-Team dann doch nicht, stattdessen nahm man sich merklich das erste ’Sonic Adventures’ zum Vorbild. Das ist keine schlechte Idee, setzte dieser Titel doch auf unterhaltsame Jump’n’Run-Levels in 3D und auf vergleichsweise wenig Adventure-Elemente. Dieselbe Verteilung ist nun auch im neuen Teil vorhanden.

Stolpersteine

So viel zur Theorie, die ja auch durchaus endlich wieder auf einen großen ’Sonic’-Hit deutet. Leider zeigt die Praxis schnell, dass die hohen Erwartungen einmal mehr nicht erreicht werden. Dies beginnt bereits bei der Steuerung. Ihr bewegt Sonic in den "normalen" Levels durch 3D-Welten über mehr oder weniger vorgegebenen Pfade mit Highspeed-Wegen mit Loopings, Schlitter-Stegen, Bumper, Schanzen und den üblichen ’Sonic’-Details. Als Gegner stellen sich euch vor allem Roboter in den Weg, die ihr mittels herzhafter Sprungattacke inklusive Kombo-Angriff ausschaltet. Nebenbei sammelt ihr Ringe, die zugleich als Energie dienen. Die Crux dabei: Während das Kampfsystem noch halbwegs in Ordnung geht, ist die Steuerung dermaßen hakelig, dass ihr öfters danebenspringt, an mitten im Weg platzierten Ringen vorbeirennt oder gar das Ende einer Plattform oder ein Tor mitten in der Luft verfehlt. Klar, dass so was an den Nerven zehrt. Umso unverständlicher, da die aus ’Sonic Adventures’ bekannte Steuerung auf Dreamcast, GameCube & Co. deutlich weniger Probleme gemacht hat. Immerhin fällt es bei dem Ärger um die Steuerung kaum auf, dass auch die Perspektivenführung nicht immer über alle Zweifeln erhaben ist. Doch auch beim Leveldesign gibt es einiges zu bemängeln. Während zumindest einige Levelpassagen mit flüssiger Hochgeschwindigkeits-Action und alternativen Wegen auftrumpfen kann, nerven andere Abschnitte mit unklarem Ziel, fehlerhaft angelegten und unübersichtlichen Nebenwegen, ungünstig blockierten Hindernissen und unsinnigen Details, die den Spielfluss stören. Ein Beispiel: Ab und an schwingt sich Sonic auf ein Snowboard – doof nur, dass die Abfahrten so hakelig sind, dass euer Board öfters mal mitten in der Schräge zum Stillstand kommt.

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