Test - Solo – a Star Wars Story : Dieser Film funktioniert wirklich solo!

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    Sitzen ein Schurke, eine Geliebte der Kategorie „es ist kompliziert“, ein Cape-Sammler, ein militanter Droide, ein Wookiee und ein paar Cowboys in einer Bar. So fangen schlechte Scherze an. Aber auch schlechte Filme? Im Vorfeld hat mich „Solo – a Star Wars Story“ überhaupt nicht abgeholt. Nun bin ich froh, dass mir Disney eine Geschichte erzählt, von der ich nicht dachte, dass sie mich oder irgendwen interessieren oder gar überraschen würde. Ich wurde eines Besseren belehrt. So kam's (natürlich spoilerfrei)!

    Ich liebe Star Wars! Und obwohl wir uns gerade in einem goldenen Zeitalter befinden, in dem es kaum etwas Schöneres geben könnte, als Star-Wars-Fan zu sein, hatte ich lediglich fünf Monate nach „Die letzten Jedi“ nicht das Bedürfnis, schon wieder einen Film aus der weit, weit entfernten Galaxie zu sehen. Ich war tatsächlich schon gesättigt. Die Trailer zu „Solo – a Star Wars Story“ haben mich nicht in Extase versetzt, wie es sonst immer der Fall gewesen war. Ich habe es mir mit keinerlei Erwartungen auf dem Kinosessel bequem gemacht, aber verlassen habe ich ihn wieder mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

    Eine Lücke, die nicht da war

    Wenn man ehrlich ist, erzählen die Star-Wars-Ablegerfilme, zumindest bis jetzt, Geschichten über Lücken, die man eigentlich nicht schließen müsste, Momentaufnahmen zwischen den großen Filmen. „Solo“ handelt von Hans Herkunft, wie er seine in „Eine neue Hoffnung“ inzwischen alten Freunde kennengelernt hat, aber vor allem davon, wie er in das Schmugglergeschäft abgerutscht ist. Alles fängt an mit einer Flucht, wird fortgesetzt durch die Liebe und endet als Selbstläufer. Dazwischen wird der Millenium-Falke nach allen Regeln der Kunst zur berühmtesten Schrottmühle der Galaxie verarbeitet.

    Erzählt wird mit teils starken Western-Allüren, die dem rauen und dreckigen Klima des Films aber besser zu Gesicht stehen, als ich zuvor gedacht hätte. Die Stimmung ist natürlich, glaubwürdig und mit genügend neuen Eindrücken angereichert, sodass sich das Geschehen frisch und doch vertraut anfühlt. „Solo“ verbindet Altes und Neues unaufgeregt, wenn auch nicht immer subtil. Die befürchtete Fanservice-Schwemme hält sich aber dezent zurück: Es sind angenehme Winks mit dem Zaunpfahl, der Holzhammer bleibt im Koffer. Zur Mitte hin stellte sich in meinem Magen ein wohliges Gefühl ganz klassischer „Star Wars“-Stimmung ein, die ich in keinem Film seit „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ mehr gespürt habe. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war ich froh, dass Disney sich dieser vermeintlich unnötigen Geschichte angenommen hat.

    Vom Hänfling zum Schurken

    Hauptdarsteller Alden Ehrenreich hatte es von Anfang an nicht leicht. Der Hauptgrund: Er ist nicht Harrison Ford, und Fans verstehen überhaupt keinen Spaß, wenn mit ihren Lieblingen nicht genau so umgegangen wird, wie sie es wollen. Die teils hasserfüllten Rekationen auf „Die letzten Jedi“ sind das aktuelle Beispiel dafür. Gerüchte darüber, dass Ehrenreich extra Unterricht nahm und ein Großteil der Filmszenen neu gedreht werden mussten, klangen im Vorfeld alles andere als vielversprechend. Ich hatte eigentlich kein Problem mit Ehrenreichs Aussehen. Im Gegenteil. Meiner Meinung nach war er aufgrund seiner kantigen Gesichtsanatomie sogar recht gut dazu geeignet, in Fords große Fußstapfen zu steigen. Mehr Sorgen machte ich mir darüber, ob er den verschmitzten Charme seines Charakters rüberbringen könne.

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