Preview - Sniper: Ghost Warrior 3 : Abwechslung vom Einheitsbrei

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Das vierte Quartal dieses Jahres stand ganz im Zeichen der Shooter. Mit Battlefield 1, Call of Duty: Infinite Warfare und Titanfall 2 hatten wir gleich drei Titel zur Auswahl, die allesamt in dieselbe Kerbe schlagen: Sie sind kurzweilig und setzen vor allem auf den Multiplayer-Modus. Sniper: Ghost Warrior 3 geht einen anderen Weg. Mit einer Mischung aus Open World, vielen Stealth-Elementen und einer ausgefeilten Waffenphysik will euch der Shooter auf klassische Genre-Art unterhalten. Wir konnten bei Koch Media in München bereits Zeit mit dem Titel verbringen und verraten euch, ob dieser Ansatz noch funktioniert.

Wie schon in den vorherigen Sniper-Spielen gilt: In der Ruhe liegt die Kraft. Nahezu jede Mission und jedes Areal sind darauf ausgelegt, dass ihr euch aus dem Hinterhalt an eure Feinde heranschleicht und sie möglichst unbemerkt ausschaltet. Wir hatten die Gelegenheit, zum ersten Mal in die Mission Slaughterhouse hineinzuschnuppern, die im Gegensatz zum bisher gezeigten Material deutlich schwerer ausfällt. Das hat uns jedoch imponiert statt abgeschreckt.

Übersicht bewahren

Eure Aufgabe ist es, eine Geisel aus einer verlassenen Schlachterei zu befreien. Das große Problem: Der Posten wird stark bewacht. Neben einer gut ausgebauten Sicherheitsüberwachung gibt es viele Wachposten, die nur auf euch warten. Damit ihr es schafft, euer Ziel erfolgreich zu retten, müsst ihr auf eine Vielzahl von Gadgets zurückgreifen. Mit eurer Drohne fliegt ihr beispielsweise vor dem Angriff in die Basis, um unbemerkt von den Wachen die Überwachungskameras zu hacken. Das Steuern der Drohne erfordert viel Geschick, nach kurzer Zeit ist das jedoch kein großes Problem mehr.

Von jetzt an ist es euch überlassen, ob ihr aus dem Hinterhalt mit eurem Scharfschützengewehr agiert oder querfeldein in den Nahkampf rennt. Beide Wege haben ihre Tücken. Mit dem Scharfschützengewehr bedarf es unglaublich präziser Schüsse, da viele Soldaten einen Helm tragen. Hier sind nur Treffer auf den ungeschützten Hinterkopf oder durch die Sichtlöcher in der Maske möglich. Im Nahkampf müsst ihr hingegen aufpassen, dass ihr nicht entdeckt werdet. Sobald euch eine Wache erspäht, ruft sie Verstärkung und hetzt euch viele neue Gegner auf den Hals.

Durch Drücken der STRG-Taste könnt ihr jederzeit euren Kampfsinn aktivieren, der es euch ermöglicht, benutzbare Gegenstände oder Feinde zu erspähen, die sich in der Nähe befinden. So behaltet ihr vor allem in hitzigen Situationen den Überblick. Zudem sind einige Pfade sehr gut versteckt. Durch den Kampfsinn entdeckt ihr beispielsweise Felskanten, an denen sich euer Schütze hochziehen kann.

Wuchtige Waffen

Das Treffer-Feedback war bereits in der Alphaversion eine Wucht. Tödliche Schüsse sind so belohnend, dass die Motivation steigt, den nächsten Feind ebenfalls aus dem Versteck zu erlegen. Der Umgang mit Gewehren und Pistolen bringt jedoch eine große Schwierigkeit mit sich. Der Rückstoß der AK-47 sowie das Zielen mit der Pistole sind alles andere als einfach zu handhaben. Da wir in unserer Anspielsitzung aber auf beides gut verzichten konnten, ist das halb so wild.

Sniper: Ghost Warrior 3 - Gameplay Demo
In dieser Gameplay-Demo bekommt ihr mehr als 25 Minuten aus Sniper: Ghost Warrior 3 präsentiert.

Abseits von Missionen wie Slaughterhouse bewegt ihr euch in einer frei begehbaren Welt. Ihr agiert aus eurem Unterschlupf, der als Hauptquartier dient. Hier könnt ihr Verbesserungen für eure Waffen und Ausrüstungsgegenstände herstellen, Missionen annehmen und euch regenerieren. Wer faul ist, nutzt die Schnellreisefunktion zu den jeweiligen Missionszielen. Wer lieber die Flora und Fauna erkunden will, kann mit dem Jeep durch die Gegend brettern.

In der offenen Welt liefen die Missionen deutlich einfacher ab. Wir sind gespannt, wie Entwickler CI Games im finalen Titel den Schwierigkeitsgrad anpassen wird. Die Slaughterhouse-Mission war definitiv sehr schwer, jedoch eine gelungene Abwechslung zum monotonen Shooter-Einheitsbrei, der uns in den letzten Monaten zuhauf geboten wurde. Ein Multiplayer soll ebenfalls Teil der finalen Version sein, wir konnten ihn jedoch noch nicht anspielen.

Fazit

Robin Rottmann - Portraitvon Robin Rottmann
Frischfutter für Taktiker

Sniper: Ghost Warrior 3 nimmt nicht den typischen Shooter-Spieler ins Visier. Wer Popcorn-Unterhaltung sucht, wird mit den allgemein bekannten Größen des Genres glücklicher. Seid ihr jedoch auf der Suche nach einer immersiven Scharfschützenerfahrung, die euch viel abverlangt, solltet ihr Sniper: Ghost Warrior 3 im Auge behalten.

Der fordernde Schwierigkeitsgrad sowie der Aufbau der offenen Spielwelt wirken vielversprechend. Es bleibt abzuwarten, wie viel Arbeit CI Games bis zum 27. Januar noch in den Titel stecken kann. Sollte er ohne große Bugs oder andere Probleme ausgeliefert werden, könnte uns schon früh im Jahr 2017 eine kleine Überraschung bevorstehen.

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