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Sniper: Ghost Warrior 2 - Review

Langsam weicht der Geiselnehmer zurück. Sein Opfer hat er fest im Griff, eine Waffe auf dessen Kopf gerichtet. Plötzlich durchschneidet ein Schuss die Luft. Der Geiselnehmer sackt in sich zusammen. Mission geglückt. Als Elitescharfschütze Cole Anderson seid ihr der richtige Mann für Missionen, in denen nicht die grobe Kelle, sondern Präzisionsarbeit gefragt ist. Naturgemäß geht ihr deshalb mit Geduld und Umsicht vor. Aufklärung ist ein wesentlicher Bestandteil des Scharfschützenalltags. Die übernimmt in der Regel ein Team-Mitglied, der Spotter. Meistens übertreibt es euer virtueller Babysitter allerdings mit seiner Fürsorge. „Vorrücken, warten, linken Gegner ausschalten, in der Nase popeln, warten, rechten Gegner ausschalten.“ Sonderlich viel Entscheidungsfreiheit lässt euch Sniper: Ghost Warrior 2 nicht. Und das, obwohl euch mit Fernglas sowie Nacht- und Wärmesicht durchaus einige Hilfsmittel zur Verfügung stehen. Diese setzt man jedoch nur selten ein.

Das schlaucht

In der Regel schickt euch das Spiel durch schlauchartige, mit Skripts geradezu verseuchte Level zu Punkt A, lässt euch dort sämtliche Gegner ausschalten und treibt euch nach demselben Schema zu Punkt B und C. Dort erledigt ihr dann in aller Ruhe eure Ziele. Mitunter steht ihr aber wie in der geschilderten Befreiungsszene unter Zeitdruck. Das liegt auch an den nicht immer nachvollziehbaren Sichtlinien eurer Feinde. Manches Mal, wenn ihr euch in stockfinsterer Nacht durch das dichte Blätterwerk schleicht und euch sicher fühlt, werdet ihr eines Besseren belehrt. Um solche Situationen zu verringern, hält das Spiel ein paar Hilfen parat. Auf dem Radar seht ihr die Anzahl der Gegner sowie ihre Blickrichtung. Schaut ein Feind in eure Richtung und droht euch zu entdecken, weist euch eine Anzeige darauf hin.

Solltet ihr dennoch unvorsichtig gewesen und entdeckt worden sein, kann zweierlei passieren. Erstens: Der Feind stürmt wie von der Tarantel gestochen los und bläst euch das Lebenslicht aus, bevor ihr auch nur daran denken könnt, eure Sekundärwaffe, eine Pistole, zu ziehen. Oder zweitens: Die Gegner verstecken sich. „Was für eine clevere künstliche Intelligenz“, denken wir noch im ersten Moment. „Geht die doch tatsächlich in Deckung, um den großen Gegenangriff zu planen!“ Doch der kommt nicht. Stattdessen scheinen die Kameraden unter Identitätsproblemen zu leiden. In bester Moorhuhn-Manier strecken sie in regelmäßigen Abständen die Köpfe raus und bieten ideale Zielschreiben. Da sagt der Sniper: „Danke.“

Sniper: Ghost Warrior 2 - Short Launch Trailer

Kinderspiel

Neben der mauen KI verringern auf dem leichten sowie dem mittleren Schwierigkeitsgrad die diversen Hilfen den Anspruch an eure Fähigkeiten. Insbesondere eine rote Zielhilfe macht das Snipern zum Kinderspiel. Selbst eigentlich schwierige Schüsse über Hunderte Meter Entfernung sind kein Problem. Als wäre das nicht schon einfach genug, gibt es zusätzlich einen Zeitlupenmodus, der das Geschehen verlangsamt. Der ist zwar auch im höchsten Schwierigkeitsgrad vorhanden, allerdings sind hier die meisten Hilfen abgeschaltet. Wind, Puls, Position und Entfernung haben dementsprechend Einfluss. Wer irgendwann schon einmal einen Shooter gespielt oder jemand anderem dabei über die Schulter gesehen hat, darf gleich im höchsten Schwierigkeitsgrad beginnen.

Absoluten Realismus sollte man aber auch hier nicht erwarten. Beispielsweise erledigten wir in einer Situation zwei Gegner auf einen Streich, obwohl es aus unserer Position unmöglich war, den zweiten Feind tödlich zu treffen. Vielleicht ist er aber auch angesichts des Todes seines Kameraden ohnmächtig zu Boden gegangen. Kills werden übrigens martialisch mit einer Bullet-Cam in Szene gesetzt. Das verstärkt zusätzlich das Machtgefühl, das einen beim Snipern beschleicht. Sicher, das sorgt für einigen Spielspaß. Auf Dauer fehlt es Sniper: Ghost Warrior 2 jedoch an spielerischer Abwechslung. Die misslungenen Action-Einlagen des Vorgängers wurden gestrichen. Lediglich eine Nahkampfattacke oder Schüsse auf explosive Tanks lockern den Sniper-Alltag etwas auf. Da der Realismus ohnehin nicht großgeschrieben wird, hätten einige spielerische Auflockerungen wie in Sniper Elite V2 gutgetan.

Dünnes Ding

Sniper: Ghost Warrior 2 schickt euch als Cole Anderson durch eine dünne Handlung, die euch nach Asien und Südosteuropa führt. Dort sollt ihr einen bösen Waffenhändler ausschalten, der ... gähn ... eine Biowaffe an Terroristen verkaufen will. Rund fünf bis sieben Stunden dauert es, bis die Schurken ihre gerechte Strafe erhalten. Wer danach den Drang verspürt, seine Schießkünste im Mehrspieler unter Beweis zu stellen, dürfte enttäuscht sein. Gerade einmal zwei Karten und ein Modus, Team-Deathmatch, stehen zur Auswahl. Der versprüht in etwa so viel Vitalität wie Omas Kaffeekränzchen, ist dafür aber der feuchte Traum eines jeden Campers. Eine Partie darf man sich so vorstellen, dass minutenlang nichts passiert, bis jemand doch einmal zuckt und sich drei Sniper wie gierige Piranhas auf das Opfer stürzen.

Technisch kommt Sniper: Ghost Warrior 2 ordentlich daher. Die Steuerung funktioniert tadellos. Optisch gefallen vor allem die urlaubshaften Panoramen und schicken Lichteffekte. Insbesondere auf Entfernung merkt man, dass hier die CryEngine 3 werkelt. Zweifel kommen jedoch aus der Nähe auf. Texturenmatsch und lächerliche Animationen gehören zu den traurigen Begleitungsumständen von Cole Andersons Beruf. weiter...

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Kommentare zu Sniper: Ghost Warrior 2

  • Avatar von XeroreX (Gast)

    Ohne jetzt dem Verfasser/Tester auf'n Schlips treten zu wollen - da es ja nunmal alles subjektiv ist - aber diese Wertung ist tatsächlich etwas zu niedrig.
    Hab das Game selbst nicht gespielt, jedoch einen kompletten LP gesehen und muss sagen, dass er wesentlich flüssiger(/besser) wirkt, als noch Teil 1.
    Die Glitches wurden größtenteils beseitigt, optisch kann sich das Spiel, vor allem im Dschungelsetting, durchaus sehen lassen und der größte Minuspunkt - die unmenschlich wachsame KI, die dich auf 400m gegen den Wind, nachts bei Regen durch dichtes Gebüsch sieht - ist auch Geschichte.
    Storytechnisch absolut kein Kassenschlager, definitiv. Auch die eingeschränkte Freiheit in den Passagen muss man negativ hervorheben, allerdings hätte ein solides Shooter-Game für diesen Budgetpreis mindestens eine 5.5-6 verdient.
    Just my 2 cent.

  • Avatar von Schlemihl (Gast)

    40 Euro ist auch Geld, genauso wie 1 Euro oder 1 Cent Geld ist. Dieser Logik zufolge wäre es dann egal, wenn ein Spiel nur 1 Euro kosten würde, da ja kein Unterschied darin besteht, ob es denn nun Geld ist oder nicht?
    Ausgehend von dem Standardpreis von ca. 60-70 € pro Konsolenspiel heutzutage, sollte man es lobend hervorheben, wenn ein Spiel dann 40-50% günstiger ist. Dies ist ein objektiver Faktor der fehlt und im Test nicht erwähnt wird.

    Der Fisch/Fleisch Vergleich ist eine subjektive Geschichte und kann als solches stehen. Meinungen sind halt verschieden - was auch gut ist - trotzdem finde ich die Verhältnismäßigkeit absolut unzureichend und damit den Test mangelhaft.

  • nee 40 EUR is kein geld ... wie kommst du darauf?!

    moorhuhnKI?!? wenn ich das schon lese . moorhühner waren darauf programmiert von A nach B zu fliegen ... da war nix mit über C, D bis X kannste ausweichen etc. was für eine argumentation ... bin bedient und weiß jetzt wie eine derartige wertung zu stande kam . aber danke für die stellungnahme

  • Zitat von »andre066«
    wer hat bitte diesen lächerlichen artikel/test verfasst?
    Pro: Machtgefühl ... ??
    meiner meinung nach wäre etwas mehr sachlichkeit angebracht ansonsten danke für die infos :)


    Das war meine Wenigkeit.

    Du forderst Sachlichkeit ein,erklärst aber nicht, was dich an dem Pro-Punkt stört. Was macht denn den Spaß am virtuellen Snipern aus? Ob dieses Machtgefühl nun moralisch fragwürdig ist, steht auf einem anderen Blatt Papier.

    Übrigens: Die Wahrnehmung eines Spiels ist IMMER ein Stück weit subjektiv. Völlig sachlich/objektiv kann ein Test nicht sein.

  • Zitat von »schlemihl«
    Der Kritikpunkt mit dem Spotter ist in meinen Augen keiner, denn
    a) oh Wunder, es läuft wirklich genauso ab bei Scharfschützen
    b) man muss nicht zwangsläufig auf diesen hören und kann auch anders vorgehen


    Die beschriebenen Passagen ( ich wurde vom Feind entdeckt, obwohl.... ) kann ich nicht bestätigen. Vielmehr wurde ich entdeckt wenn ich einen Fehler gemacht habe, nicht aber wenn ich in der Nacht, kriechend irgendwo rumschleichte.


    Die Tatsache, dass es einen Spotter gibt, wird nicht kritisiert. Dafür aber, dass das Gameplay weder Fisch noch Fleisch ist.

    Zudem steht im Text: "Solltet ihr dennoch unvorsichtig gewesen und entdeckt worden sein, kann zweierlei passieren..."

  • Zitat von »peachSan«
    somit ist also der zweite schlechter als der erste ... obwohl ein paar grobe schnitzer beseitigt wurden, KI und grafik verbessert wurden???

    die schlauchlevels und mangelnde abwechslung musste man u.a. leider bereits dem ersten teil ankreiden . will sagen die 4 is ne ganze ecke zu hart . das spielt macht genau das gleiche wie der erste teil - hier und da ein bisschen besser aber an keiner stelle markant schlechter und man sollte DEF den preis von 39,30 unterstreichen



    Test und Wertung zum ersten Teil stammen nicht von mir.

    Zu den Schlauchlevel und der mangelnden Abwechslung gesellt sich beispielsweise auch die Moorhuhn-KI.

    40 Euro ist doch auch Geld, oder?

  • wer hat bitte diesen lächerlichen artikel/test verfasst?
    Pro: Machtgefühl ... ??
    meiner meinung nach wäre etwas mehr sachlichkeit angebracht ansonsten danke für die infos :)

  • Avatar von Schlemihl (Gast)

    Wie funktioniert diese Gleichung dann bitte?
    ne 1.0 wären dann also 14 %
    womit Bioshock Infinite mit seiner 9.5 dann eine 133 %....

    Sehr logisch und einleuchtend!

  • 63% sind in jetziger Rechnung maximal ne 4.5.

  • Avatar von schlemihl (Gast)

    Unfairer Test!

    Ich muss mich peachSan anschließen! Finde die 4 absolut ungerechtfertigt. Das der niedrige Startpreis von 35 € nicht erwähnt wird, finde ich ebenfalls schlecht ( vll. zu wenig recherchiert? ). Das Spiel hat seine Macken und ja es ist etwas zu leicht, aber eine 6-6.5 wäre schon drin gewesen. Der Kritikpunkt mit dem Spotter ist in meinen Augen keiner, denn
    a) oh Wunder, es läuft wirklich genauso ab bei Scharfschützen
    b) man muss nicht zwangsläufig auf diesen hören und kann auch anders vorgehen

    Die ballistische Laufbahn ist in einer Szene tatsächlich etwas falsch, aber es ist ja auch nur ein Spiel. Ich persönlich fand Sniper Elite V2 auch besser, finde es war aber auch anders bzw. mehr auf Action getrimmt.
    Die beschriebenen Passagen ( ich wurde vom Feind entdeckt, obwohl.... ) kann ich nicht bestätigen. Vielmehr wurde ich entdeckt wenn ich einen Fehler gemacht habe, nicht aber wenn ich in der Nacht, kriechend irgendwo rumschleichte. Einfach so entdeckt werden passierte bei Teil I, der ja besser ist mit 63 % ( absurde Wertung!) hört hört.
    Klar jeder Redakteur hat nun einmal seine Meinung und wenn er das Spiel schlecht findet ist das nun einmal so; betrachtet man hier jedoch die Wertung des Vorgängers bzw. anderer Spiele, so mangelt es bei dieser Wertung an Verhältnismäßigkeit.

  • somit ist also der zweite schlechter als der erste ... obwohl ein paar grobe schnitzer beseitigt wurden, KI und grafik verbessert wurden???

    die schlauchlevels und mangelnde abwechslung musste man u.a. leider bereits dem ersten teil ankreiden . will sagen die 4 is ne ganze ecke zu hart . das spielt macht genau das gleiche wie der erste teil - hier und da ein bisschen besser aber an keiner stelle markant schlechter und man sollte DEF den preis von 39,30 unterstreichen

    erst recht im wertungsvergleich mit dem ebenfalls getesteten theWD: SI welches wahrlich verdammt schlecht ist, ne 3 bekommt und am ende auch noch 59,95 EUR kostet

    find ich unfair dem titel und studio gegenüber . von mir kriegt es ne 6.5 und das geht vollkommen klar wenn man weiß was man erwarten kann von der sniper reihe

Informationen zu Sniper: Ghost Warrior 2

Titel:
Sniper: Ghost Warrior 2
System:
PC PlayStation 3 Xbox 360 Wii U
Entwickler:
CITY Interactive
Publisher:
CITY Interactive
Genre:
First-Person-Shooter
USK/PEGI:
Ab 18 Jahren / 18+
Spieler:
Offline: 1 / Online: 2-12
Release:
15.03.2013
Off. Seite:
Watchlist:
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Systeminfos:

Xbox 360

  • 1 Spieler
  • HDTV 720p/1080i/1080p
  • 4 MB Speicherplatz

Features:

Xbox 360

  • Scharfschützen-Alltag
  • Zeitlupen-Modus
  • Multiplayer

Titel aus der Serie:

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