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Spiel mit der Angst - Special

PC PS2 X360 PS3

Heutzutage mangelt es an wirklichen Gefahren, denen wir nicht (fast) jederzeit ausweichen könnten - Menschen in Extremsituationen jetzt mal nicht mitgerechnet. Als Otto Normalbürger spielen wir inzwischen sogar mit der Angst. Wir lesen gruselige Bücher, sehen erschreckende Filme, begeben uns in Extremaktivitäten absichtlich an die Grenze zum Tod und saugen beunruhigende Nachrichten in den Medien auf wie Schwämme das Schmutzwasser. Das zeigt schon, wie wichtig uns die Erhaltung dieser Emotion ist. Wir erleben all diese Dinge und kommen am Ende doch wieder heil davon – die Erleichterung ist groß, das Glücksgefühl erhebend.

Isolation

Als Videospieler bekommen wir die Gelegenheit, Angst besonders intensiv zu erleben – zumindest verhältnismäßig intensiv in Anbetracht der äußerst hohen Sicherheit, in der wir uns beim Spielen normalerweise befinden. Ganz Hartgesottene steigern das Erlebnis noch durch einen gewissen Grad an Isolation. Es werden Kopfhörer aufgesetzt, um die Umweltgeräusche auszublenden. Das Raumlicht wird auf ein Minimum heruntergedreht oder gar ganz abgeschaltet, damit unser wichtigster Sinn – das Sehen – nur noch eine Realität wahrnimmt: die Realität im Spiel.

Amnesia: The Dark Descent - Gameplay Trailer

Ab diesem Moment liegt es an den Spielentwicklern, uns einen Heidenschreck einzujagen. Oder die Angst von einer leichten Beunruhigung bis zum völligen Entsetzen langsam zu steigern. Schwieriger ist eindeutig Letzteres und nur wenige Spiele haben das bislang geschafft. In letzter Zeit ist besonders unter den „kleineren“ Titeln eine bemerkenswerte Entwicklung zu beobachten. Abseits der großen Blockbuster werden veraltete Regeln gebrochen, um dem Spieler jede Sicherheit zu nehmen. Je weniger so läuft, wie wir es bereits von Hunderten anderer Spiele kennen, desto wehrloser fühlen wir uns.

Schwäche und Unwissen

Amnesia: The Dark Descent erreicht das, indem es uns – im Gegensatz zu einem Großteil der anderen Spiele dieses Genres – zum schwächsten Glied in der Kette macht. Wir können uns nicht mit einer Pumpgun im Anschlag Monstern entgegenstellen. Wir werden nicht an immer dieselben Checkpoints zurückgesetzt mit dem beruhigenden Wissen, was vor uns liegt. Wir können uns nicht mal auf unsere (virtuellen) Sinne verlassen. Stattdessen müssen wir uns wie in unseren schlimmsten kindlichen Albträumen verstecken, sobald sich uns das unbekannte Entsetzen nähert. Wir sind schwach, wir sind verletzlich und der Tod wartet mit einer grässlichen Fratze vielleicht schon hinter der nächsten Ecke.

Slender reduziert das Erlebnis noch extremer. So sehr, dass man es fast schon eher als Angstexperiment und weniger als Spiel bezeichnen müsste. Es gibt – zumindest in der ursprünglichen Version – so gut wie keine Abwechslung in der Spielumgebung, keinen Handlungsrahmen außer die für das Erlebnis irrelevante Entstehungsgeschichte der Hauptfigur, die im Spiel selbst nicht erzählt wird. Und zu guter Letzt dauert das „Spiel“ gerade mal wenige Minuten. Definitiv nichts, in das irgendein gewinnorientierter Publisher Geld investieren würde. Und doch ist Slender bemerkenswert, weil es seinen Minimalismus zielgerichtet betreibt: Es will uns nur Angst machen.

Im Gegensatz zu Amnesia gibt es nicht mal wirkungsvolle Versteckmöglichkeiten. Stattdessen trampeln wir unangenehm laut im Verhältnis zur Stille im Gruselwald und lenken damit unausweichlich die Aufmerksamkeit von „etwas“ auf uns. Slender wirkt umso besser, je weniger man vorher über die Entstehungsgeschichte weiß, weshalb wir darüber an dieser Stelle den Mantel des Schweigens legen. Die Ungewissheit, was dieses „Etwas“ ist, steigert den Horror um ein Vielfaches. weiter...

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Kommentare zu Spiel mit der Angst

  • Amnesia gibts übrigens regelmäßig bei Steam im Angebot um 3€ oder so.

  • Horror-Games gehören auch zu einem meiner Lieblingsgenres. Leider gibt es davon viel zu wenig - im AAA-Bereich. Wie jetzt vorgestellt hat die Indie-Szene etwas Feuer gefangen, was mich einerseits sehr freut, andererseits weiss ich nicht, wo das Zeug holen. Amnesia würde mich sehr interessieren. Auch Slender, was ich letztens versuchte runterzuladen, da kam aber immer nur so ein doofer Video-Player.
    Meine intensivsten Erlebnisse hatte ich mit Silent Hill 2, Dead Space 1 und natürlich der Obergrusler-Serie Project Zero 1 und 2, da hatte ich regelmässig Gänsehaut und ich mochte so gar nie richtig spielen, weil ich zu schiss hatte dazu :-D

  • Ihr hättet ein paar Download Links hinzufügen können wo man sich die Spiele laden kann. Die Indie Games sind ja alle kostenlos besonders bei SCP 087 hätt ich mich bedankt da ich da absolut nix finde :/

  • Hi Michael,
    finde die Sache jetzt nicht allzu kompliziert. Jeder Mensch sucht halt gerne den Nervenkitzel, der Eine mehr, der Andere weniger. Wenn ich einen gestressten Tag in der Arbeit habe suche ich keinen Nervenkitzel, sondern will mich abreagieren indem ich meine Gegner in PES weghaue (bin übrigens in den Top 10 in der höchsten Rangliste am PC). Eine andere Person spielt dann CS oder BF3 um den Dampf abzulassen. Kommt immer auf die Tagesverfassung an was man spielt - meine Meinung.

  • Ich hab nicht sehr viele horrorspiele gespielt aber die zwei die ich nicht durchspielen konnte waren resident evil 4 und F.E.A.R. 2.

    Aber bevor mich jemand auslacht nochmal ich hab nicht sehr viele horrorspiele gespielt und kenn deswegen manche Vorgänger nicht.

  • @dorgard: Hm, interessanter Ansatz. Gibt mir zu denken. Es ist ja generell eigentlich seltsames Verhalten, wenn man sich selbst in seiner Freizeit freiwillig stresst. Ich hab das "Wieso" in diesem Artikel hier nur kurz angerissen, aber da steckt wahrscheinlich noch einiges mehr drin in dem Thema. *grübel*

    @xRAZORx: Das mit dem Zusatzwissen über den Schauplatz kann ich gut nachvollziehen. Bei SCP-087-b ist das zum Beispiel der Fall. Für sich ein interessantes "Spiel", aber erst, wenn man nachgeforscht hat, was da eigentlich dahintersteckt und in welchem großen Rahmen (die SCP-Reihe) dieser Ausschnitt einer fiktiven Welt stattfindet, setzt der eigentliche Grusel ein. Das Ganze wird ein klein wenig "realistischer" und damit greifbarer, man kann sich besser hineinversetzen. Ich muss allerdings sagen, dass ich das bei Slender nicht vermisse. Hier ist es einfach wie in einem Albtraum, der dich irgendwohin versetzt und du weißt nicht, wo du bist und was das alles soll - nur, dass du in Gefahr bist.

    @DJ-Darky: Es gibt noch ein Video mit Felix beim Horrorspiel zocken - und wir werden ihn sicherlich bei Gelegenheit wieder an solche Spiele setzen. Es ist auch für uns sehr unterhaltsam, seine Reaktionen darauf zu sehen. :D ;) Hier kannst du Felix beim Spielen von Dead Space 2 zugucken: http://www.gameswelt.tv/dead-space-2/felix-stellt-sich-seinen-aengsten,17988?mode=2

  • @ dorgard
    Natürlich hat fast jeder im Beruf oder privat gewisse Anspannungen, trotzdem spiele ich ab und zu GUTE Horror-Spiele, genauso wie ich ab und zu Horror-Filme gucke. Großteils spiele ich auch Sportspiele, Rennspiele, Strategie, Adventures etc. Wobei auch bei PES oft großes Nervenflattern oder Emotionen im Spiel sind - mehr als bei so manchen Action-Game. ^^

  • Ich suche weniger Angst und Spannung beim spielen, als Gemütlichkeit und Entspannung. Hin und wieder darfs auch mal kribbelig werden, aber das sind so die Games die ich an einem Wochenende durchspiele. Meine Alltagsspiele sind Sportgames, Fightinggames etc. bei denen es keine große emotionale Investition gibt. Als Selbstständiger habe ich genug Anspannung und Nervenflattern im Leben.

  • Passend zum Artikel gibt es bei den Kollegen von euch ein Angst Blog. Falls noch jemand ein paar Videos sehen möchte.

    http://www.gameone.de/blog/2012/9/moloch-angst-slender

    Mein Horror Game Nr.1 war/ist Silent Hill 3. Maximal konnte ich das immer nur 45 Minuten spielen und musste dann erst mal wieder runter kommen. Dead Space 1 war auch noch sehr gut. Bin zwar großer Horror Fan und schaue mir Filme dieses Genre generell immer alleine und in völliger Dunkelheit an aber Slender find ich sogar schon ziemlich heftig. Aber wie Michi im Artikel schon schreibt sollte man sich davor keine Videos anschauen, somit wirkt es noch besser. Ihr müsst euch mal die Videos auf der Slender Website anschauen, die zeigen wie sich Leute bei dem Spiel erschrecken. Ziemlich lustig.

    @xRazorx
    Vielleicht sprechen dich die anderen Maps von Slender an. Oder aus dem ersten Link die kostenlose Mod “Nightmare House 2”.

    http://www.spiele-umsonst.de/slender-maps-sanatorium-hospice-elementary-t3954.html

    Aber du hast schon Recht. Die Musik ist eigentlich der Horror Aspekt in dem Spiel. Der Slender Man „poppt“ dann nur auf und sorgt für den Erschreck-Moment.

  • Es kommt immer sehr auf subjektive Eigenschaften und Gefühle an bei solchen Spielen. Wenn man sich selbst auf ein Spielerlebnis einlassen will und noch ein wenig Fantasie hinzufügt ist es viel leichter Angst zu empfinden. Verschließt man sich vor einem Spiel und redet sich ein "mir kann eh nix passieren" bzw. zockt wenn es draußen hell ist und nebenbei noch Bruder/Schwester im Zimmer rumturnen, dann kann man sich auch schwer gruseln.

    Die "Horror"-Spiele die mir persönlich am meisten im Gedächtnis geblieben sind haben auch zu ihrer Zeit als audio-visuelle Meisterwerke gegolten. Das spielt bei mir eine große Rolle - die Grafik/Technik. Genauso ist es für mich wichtig dass ich weiss WO das Spiel in etwa stattfindet, weil ich mich viel besser in das Setting reinversetzen kann. Slender habe ich selbst probiert und ich weiss NICHTS über das Setting (irgendein Wald halt) und außerdem ist die Grafik eher mäßig. Der Slender-"Man" selbst sieht für mich wie eine Vogelscheuche aus und hat mir persönlich gar keine Angst gemacht. Der Sound ist an gewissen Stellen noch das Schlimmste. Aber insgesamt hat mich das "Spiel" nicht gepackt, obwohl ich alle 8 Seiten gefunden habe.

    Nun zu meinen Lieblings-Horror-Games:

    Doom 3 hat mir Angst gemacht weil ich trotz Waffen immer ein Gefühl der Abgeschiedenheit hatte. Ich wusste ich bin quasi fast alleine auf dem Mars (der auch selbst noch bedrohlich wirkt) und suche verzweifelt nach Überlebenden. Das Spawning der Gegner war zwar oft offensichtlich, aber trotzdem war bei mir immer ein mulmiges Gefühl im Bauch. Ich spiele aber auch immer solche Games im dunklen Zimmer, mit Headset, und auf Schwierigkeit Hard oder höher. JEDES Horror-Spiel.

    Condemned (indiziert in Deutschland) hat mir Angst gemacht weil die Schauplätze sehr düster und "dreckig" sind (inkl. toller Grafik!) und natürlich weil man einen Serienkiller jagt. Man ist zwar ein Cop, da man aber auf der Flucht ist hat man keine Waffe, sondern muss sich selbst Bretter, Stangen oder eine Axt suchen. Und wenn man mal eine Waffe hat ist die Munition gleich wieder alle. Die Atmosphäre in Condemned würde ich wegen der sehr guten Lichteffekte und authentischen Schauplätze als eine der besten überhaupt bezeichnen. In dem Level im Landhaus wo man die UV-Spuren verfolgt musste ich regelmäßig pausieren weil ich so aufgeregt war.

    Silent Hill gehört natürlich auch dazu, das sollte jeder Horror-Fan kennen. Wem das nicht gruselt der sollte echt zum Arzt gehen. ^^

    Resident Evil 1, 2, 3, Code Veronica, Remake (Gamecube), Zero genauso, da war alleine die feste Kameraperspektive mit den gerenderten Hintergründen für viel Grusel verantwortlich.

    Amnesia wurde hier eh vorgestellt und ansonsten kann ich noch die Quasi-Vorgänger Penumbra empfehlen, die das Spielprinzip teilen.

  • Einfach nur geil dein Video Felix :D ! Bitte mehr Videos davon wenn du Grusel Games zockst.

    Bitte Bitte Bitte ;)

  • Ich bin sehr anfällig für solche Spiele (Dead Island mal ausgenommen), allerdings fand ich Slender nur gruselig, wenn man es mit Kopfhörern und in der Dunkelheit spielt, ansonsten, gab es nur Schreckmomente, wo der Slenderman plötzlich direkt vor einem auftaucht, wenn man sich umdreht, was man in den letzten Sekunden bei Felix sehen konnte.
    Ich muss aber sagen, dass ich mich auch bei nicht Horror-Spielen schon zig-mal erschrocken habe, wenn jemand plötzlich direkt vor mir erscheint (fast jeder Ego-Shooter).

    Auf der anderen Seite konnte ich Dead Space keine 20 Minuten Spielen, da mir der Anfang und der erste Pechschwarze Gang schon das Herz in die Hose rutschen lies.

    Guter geschriebener Artikel, gab mir echt was zum Nachdenken.

  • Netter Artikel, gefällt mir! Holt im Prinzip das Maximum aus dem Thema im Rahmen eines unterhaltenden Artikels raus.

Informationen zu Slender

Titel:
Slender
System:
PC
Entwickler:
Parsec Productions
Publisher:
-
Genre:
Action-Adventure
USK/PEGI:
- / -
Spieler:
Offline: 1 / Online: -
Release:
26.06.2012
Off. Seite:
Watchlist:
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