Test - Simon the Sorcerer 4 : Neue Abenteuer

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Ich muss gestehen, dass es mich immer wieder stutzig macht, wenn zu bestimmten Spielen die Testversionen erst nach dem Release in der Redaktion eintreffen, aus welchen Gründen auch immer. Daher sind wir nicht ganz ohne Skepsis an das Review zum vierten Teil der legendären 'Simon the Sorcerer'-Reihe herangegangen. Zumal inzwischen nicht mehr die Ur-Entwickler von Headfirst für das Werk verantwortlich zeichnen, sondern mit Silverstyle nunmehr ein deutsches Studio, welches sich in der Vergangenheit mit Titeln wie 'Gorasul' oder 'The Fall' nur bedingt mit Ruhm bekleckert hat.

Alles fängt so harmlos an. Klein Brüderchen ballert Simon beim Versuch des gemeinschaftlichen Fernsehens die Fernbedienung an die Birne und schon geht das Chaos los. In einer Vision muss Simon erfahren, dass die andere Welt wieder einmal seine Hilfe benötigt und tatsächlich, irgendetwas liegt dort im Argen. Das bemerkt Simon spätestens dann, als ihm in der Zauberwelt ein dubioser Doppelgänger über den Weg läuft. Klar, dass Simon unbedingt wissen will, was sein Alter Ego vorhat. Das nimmt allerdings eine etwas andere Wendung, als Simon vermutet. Natürlich ist das nicht die einzige Gestalt, mit der Simon es zu tun bekommt. Er trifft auf einen ganzen Batzen märchenhafter Kreaturen, die jedoch eher eine Parodie ihrer selbst sind: etwa ein arg versoffener Wolf oder Goldlöckchen als Meisterdiebin mit engem Korsett. Überhaupt bemüht sich Silverstyle in hohem Maße, gängige Märchen und deren Klischees durch den Kakao zu ziehen, was allerdings nicht immer gelingt.

Schnelle Reise per Karte

Die Steuerung des Spieles orientiert sich an üblichen Genre-Standards und vermeidet es, über den einen oder anderen Design-Stein zu stolpern. Per Mausklick steuert ihr Simon durch die Locations, auf einer Übersichtskarte könnt ihr per Doppelklick weitere Entfernungen überbrücken. Auch im aktuellen Screen dürft ihr per Doppelklick auf den Ausgang sofort zur nächsten Location wechseln. Lange Laufwege tauchen daher erfreulicherweise nicht auf, dafür häufige und unterschiedlich lange Ladezeiten. Ein veränderlicher Cursor besagt, ob ihr einen Gegenstand nur anschauen oder auch benutzen könnt. Das Inventar klappt auf, sobald ihr mit der Maus den unteren Bildschirmrand erreicht, und die Gegenstände sind problemlos benutzbar, was gerade im Inventar selbst sehr oft zum Tragen kommt. Ein kleines Manko ist, dass man das an sich gute Journal nicht über eine Taste erreicht, sondern nur über das Hauptmenü.

Rätsel und Dialoge im Vordergrund

Die Qualität der Rätsel bewegt sich zumeist auf einem ordentlichen Niveau, wenn auch hier und da mal wenig nachvollziehbare oder auch geschmacklose Ausreißer dabei sind. Das schnelle Reisen per Karte macht viel Sinn, da nicht selten Location-Wechsel mit der Lösung von Rätseln verbunden sind. Leider gibt es insgesamt nicht viele verschiedene Locations. Vor allem die ersten zwei Drittel des Spiels finden immer wieder in denselben Örtlichkeiten statt, was zuweilen zu Langeweile führen kann. Etwas schade ist außerdem, dass Dialoge eine eher untergeordnete Rolle ohne echte Auswirkungen spielen, auch wenn es davon reichlich gibt. Dennoch sollten die Dialoge nicht einfach weggeklickt werden, was immerhin möglich ist. Sonst entgeht euch noch der eine oder andere Hinweis zu euren aktuellen Aufgaben. Sackgassen waren jedenfalls bei den Dialogen und auch bei den Rätseln nicht zu entdecken – schon mal ein Pluspunkt.

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