Test - Silent Hunter 3 : Silent Hunter 3

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Mit dem Wolfpack den Atlantik beherrschen, das war der Traum der deutschen U-Boot-Admiralität während des Zweiten Weltkriegs. Eine Zeit lang sah es auch so aus, als ob dieser Traum in Erfüllung ginge und Millionen Bruttoregistertonnen wurden von den Deutschen im Atlantik versenkt. Nachdem die Alliierten aber den Enigma-Code geknackt hatten und mit modernem Sonar und Radar ihre Konvois immer besser schützen konnten, ging es der deutschen U-Boot-Flotte an den Kragen. In Ubisofts 'Silent Hunter 3' könnt ihr nun selbst Zeitzeuge des Kampfes auf hoher See sein und diesen auf Seiten der Deutschen ausfechten.

Als Kapitän eines der zahlreichen und realistisch abgebildeten Unterwasserjäger obliegen euch sämtliche Aufgaben, die auch ein realer U-Boot-Kapitän zur damaligen Zeit auf sich nehmen musste. Dies bedeutet also, dass ihr nicht nur die spannenden Feindkämpfe zu leiten habt, auch Crewmanagement, Navigation und sonstiger Bürokram stehen unter eurer Leitung. Ubisoft arbeitet beim Crewmanagement mit einer Art Budget-System, das zwar nicht Geld als Währung hat, sondern Motivation, im Prinzip aber ganz genauso funktioniert.

Anhand des verfügbaren Budgets könnt ihr eure Mannschaft auswählen: Je mehr Ansehen und Motivation, umso bessere Offiziere und Mannschaften könnt ihr anheuern, damit das Nachladen der Torpedos zum Beispiel nicht ewig dauert und auch beschädigte U-Boot-Teile rasch repariert werden. Die Einteilung geht dabei dank recht intuitiver Bedienung flott von der Maus und ihr werdet recht schnell die optimale Mischung für euer Boot herausbekommen.

Missionsvielfalt

Im nächsten Atemzug dürft ihr sodann eure Befehle entgegennehmen. Die Missionen variieren dabei einigermaßen vielseitig - die historischen Einschränkungen berücksichtigt. So geht es häufig auf Patrouillentour oder ihr müsst bestimmte Konvois ausschalten. Krönung sind natürlich breit angelegte Operationen, in denen mehrere U-Boote gemeinsam an große Konvois des Gegners herangeführt werden.

Verbunden sind die Missionen durch authentisch aufgezogene Missionsbriefings, die sich allerdings leider nur in Textform, wenn auch hübsch gemacht, präsentieren. Wie schon in der ultrakomplexen Fliegersimulation 'IL 2 Sturmovik' verzichtet Ubisoft auf eine wirklich filmorientierte Kampagne. Wer auf ein 'Strike Commander' unter Wasser hofft, wird also enttäuscht werden. Wenigstens machen es die Entwickler aus dem rumänischen Studio von Ubisoft etwas besser als Maddox Games und untermalen das Geschehen mit atmosphärischer Musik und auch die grafische Präsentation weiß zu gefallen.

Auf in den Kampf

Mannschaft bereit und Missionsziele im Auge? Dann kann es ja losgehen. Ihr startet von eurer Heimatbasis aus ins Kampfgeschehen. Je nach Auswahl des Flottenstützpunktes und der Zeitperiode kann dies mehr oder weniger weit weg vom Einsatzort sein. Dank der Beschleunigungsfunktion gestalten sich die Anreisezeiten zu den Orten des Geschehens nicht ganz so langwierig wie in Wirklichkeit, wenngleich ihr selbst mit höchster Kompression noch Zeit für einen Kaffee nebenher oder die eine oder andere E-Mail habt.

Etwas verwirrend dabei: Wechselt ihr vom Kommandostand etwa zur Navigationskarte, wird die Zeitbeschleunigung deaktiviert bzw. herabgesetzt. Bei Schiffskontakt wird die Kompression ebenfalls ausgesetzt, was ein ungestörtes Arbeiten während der Reise im anderen Task etwas erschwert. Eine entsprechende Option wäre hier sicher wünschenswert gewesen.

Im Feindgebiet angekommen, gilt es erst einmal auf Seerohrtiefe zu tauchen und sich ein bisschen umzusehen. Unterstützt wird man hier vom Sonar, das Horchkontakte mit Peilung sofort meldet, sodass euch die Orientierung einfacher fällt. Überhaupt sind Navigation und Bootsteuerung ein Highlight in 'Silent Hunter 3' und trotz hoher Komplexität sehr intuitiv ausgefallen. Absolute Profis können den Realismusgrad natürlich so hoch schrauben, dass selbst das Navigieren eine Kunst für sich ist; bei mittlerer Einstellung übernimmt der PC aber genau die Aufgaben, die im realen Leben wohl eher nervig waren.

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