Test - Sid Meier's Civilization: Beyond Earth : Kolonisierung im Weltraum

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Man kann sich die strahlenden Augen der Civilization-Fans gut vorstellen, als Firaxis mit Civilization: Beyond Earth ankündigte, den rundenbasierten Globalstrategieklassiker auf fremde Planeten zu bringen. Nicht wenige dachten gar an eine Wiedergeburt von Alpha Centauri. Bevor wir ins Spiel einsteigen, müssen wir allerdings eins klarstellen: Beyond Earth ist kein Alpha Centauri 2. Wirklich nicht, sorry. Aber es ist ein unterhaltsamer Civilization-Ableger, an dem Freunde gepflegter Rundenstrategie auf dem PC sicherlich ihren Spaß haben werden.

Beyond Earth beginnt quasi dort, wo Civilization aufhört. Haben wir dort noch die ersten Schritte in den Weltraum bejubelt, besiedeln wir nun einen fernen Planeten. Nicht allein natürlich, die Konkurrenz schläft nicht und will ebenfalls Zugriff auf neue Technologien und Ressourcen. Konflikte sind also programmiert. Und wie das so bei der Eroberung neuer Welten ist: Es gibt Eingeborene, in diesem Fall Aliens, die es überhaupt nicht witzig finden, dass sich auf einmal hässliche kleine Biester mit nur zwei Beinen und ohne kleidsamen Chitinpanzer auf ihrem schönen Planeten eingenistet haben. Verdammte Parasiten. Das war es schon mit der Ausgangslage. Wie gewohnt gibt es weder Story noch eine Kampagne. Brauchen wir auch nicht, Beyond Earth ist ein Strategiesandkasten und so soll es sein. Wobei ein paar Szenarien schon eine nette Ergänzung wären.

Bevor es überhaupt ins eigentliche Spiel geht, gibt es eine Reihe an Einstelloptionen. Außer, ihr seid faule Säcke und überlasst alles dem Zufall. Schwierigkeitsgrade (deren sechs), Spieltempo und Kartengröße wollen gewählt werden. Welche multinationale Organisation ist Sponsor eures Besiedlungstrips? Welche Kolonisten, Raumschiffe oder Fracht nehmt ihr mit? All das verschafft euch unterschiedliche Boni in verschiedenen Bereichen und verlockt zum Experimentieren. Schlussendlich legt ihr noch fest, wie euer Planet aussehen soll, ob er Ozeane, große Landmassen oder kleinere Inseln hat. Fortgeschrittene Optionen sind dazu ebenfalls vorhanden, beispielsweise statt normaler Umgebung eine Taiga-Landschaft mit viel Eis und wenig Nutzfläche mit Ressourcen. Schade, dass die Welten visuell nicht ein wenig abwechslungsreicher sind und das ewige Grün-Blau-Grau auf Dauer etwas einfallslos wirkt.

Business as usual

Nach der Landung und dem Bau der ersten Siedlung geht es Civilization-typisch weiter. Ihr erweitert eure Siedlungen mit neuen Gebäuden. Davon gibt es reichlich, wobei viele erst nach dem Erforschen der entsprechenden Technologien verfügbar werden. Ihr kümmert euch um Nahrung, Energieversorgung, den Abbau von Ressourcen, Gesundheit, Kultur und Wissenschaft. Hierbei die Balance zu halten, ist durch verschiedene Abhängigkeiten gar nicht so einfach. Mangelnde Gesundheit lässt die Entwicklung der Siedlung stocken, Energie ist ein wichtiger Faktor und gilt gleichzeitig als Währung für den Kauf von Einheiten. Eine blühende Industrie verstärkt die Umweltverschmutzung und lässt die Gesundheit absacken. Und so weiter und so fort. Und ihr kümmert euch natürlich um den Bau von Einrichtungen wie Farmen, Generatoren und einigem mehr auf dem Gelände in eurem Einflussbereich.

Sid Meier's Civilization: Beyond Earth - The Chosen Cinematic Intro Trailer (dt.)
Hier könnt ihr euch vorab bereits die über drei Minuten lange Eröffnungssequenz des neuesten Teils ansehen.

Selbstverständlich kommt auch der Bau von mobilen Einheiten nicht zu kurz. Ihr schickt Erkunder in die Landschaft  die aber nebenher auch bei Ruinen Expeditionen errichten können, um aus den Trümmern wertvolle Informationen und Ressourcen zu ziehen. Kolonisten und Handelskonvois sind ebenfalls vertreten und militärische Einheiten dürfen auch nicht fehlen. Die sind anfänglich noch auf recht moderatem Niveau, quasi Soldaten mit moderner Wumme, werden durch Forschung, gesammelte Kampferfahrung und Upgrades aber immer mehr zu mechanischen Kampfeinheiten mit hoher Durchschlagskraft.

Neu ist, dass ihr auf einer Orbitalebene aktiv werden könnt. Ihr schießt Satelliten in die Umlaufbahn, die zumindest temporär Effekte auf einen abgegrenzten Bereich haben. Solarkollektoren verbessern Wachstum und Energie, Miasmarepulsoren beseitigen die giftigen Gase an der Oberfläche. Selbst Kampfaktionen mittels Satelliten sind später möglich. Leider spielt dieser Bereich nur eine recht untergeordnete Rolle, auch hier wäre noch einiges mehr drin gewesen.

Feindlicher Lebensraum

Militärische Schlagkraft ist mitunter nötig, denn eure Ankunft wird nicht gerade mit Freude aufgenommen. Auf den neuen Welten leben Aliens (leider auf allen dieselben), und die sind gar nicht glücklich, dass auf einmal hässliche Zweibeiner dort herumlaufen und alles kaputtmachen. Natürlich gibt es bei den Aliens normale Nah- und Fernkampfeinheiten, aber auch monströse Riesenkreaturen, die ganze Städte einebnen können. Und zu allem Überfluss gibt es zahlreiche mit Miasma verseuchte Gebiete auf dem Planeten, die äußerst lebensfeindlich sind.

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