Test - Shinobido 2: Revenge of Zen : Mini-Meuchel-Meisterwerk?

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Schleichen in Perfektion?

Das Spiel wappnet euch mit allen notwendigen Mitteln und Fähigkeiten, um eure Gegner zu umgehen oder sie unbemerkt ins Jenseits zu befördern. Geduckt bewegen, sprinten, an Wänden laufen, auf Dächer klettern, von Wänden springen - all das klappt dank der zwei Analog-Sticks nun hervorragend. Schleicht ihr euch an die Widersacher an, könnt ihr sie mit einer einzigen brutalen Bewegung plattmachen.

In der Nähe befindliche Feinde stört das nur wenig. Diese schlagen nur dann Alarm, wenn sie euch entdecken, was euch durch ein aufleuchtendes Auge symbolisiert wird.

Ähnlich wie die modernen Kollegen Sam Fisher und Solid Snake kann auch Zen auf ein nützliches Waffenarsenal zurückgreifen: ob Köder, Minen oder Wurfsterne, die Auswahl ist vielfältig. Euer wohl wichtigstes Werkzeug ist aber der Wurfhaken. Damit lassen sich selbst hoch gelegene Dächer und Vorsprünge ohne Weiteres erreichen. Zum besseren Zielen kommt hier optional das hintere Touchpad zum Einsatz. Das wirkt etwas aufgesetzt, denn mit den Analog-Sticks funktioniert das Ganze mindestens genauso gut.

Im späteren Spielverlauf lassen sich mit dem Fluganzug sogar die Lüfte erobern.

Das Schleichen und Erlegen von Gegnern bildet den Kern der Spielmechanik und klappt hervorragend. Nicht selten stellt sich dadurch ein wunderbares Gefühl der Überlegenheit ein.
Lediglich die hakelige Kamera kann da bisweilen stören.

Nach dem Abschließen einer Mission erhaltet ihr eine Benotung von A bis F. Diese richtet sich danach, wie schnell ihr einen Auftrag erledigt habt. Besonders schnelle Spieler werden sogar mit einem S belohnt. Durch gutes Abschneiden winkt der Stufenaufstieg. So könnt ihr die Fähigkeiten Ausdauer, Angriff, Verteidigung und Greifhaken verbessern. Verdientes Geld könnt ihr zudem in neue Bewaffnung, Tränke oder Ähnliches investieren.

Scharf, aber trist

Optisch zeigt sich Shinobido 2: Revenge of Zen durchwachsen. Während die PS Vita ein gestochen scharfes Bild liefert und sich Zen flüssig über die Dächer bewegt, leiden alle Umgebungen unter konstanter Detailarmut. Den Charakteranimationen fehlt es an Feinschliff und atmosphärische Lichteffekte sucht ihr vergebens. Insgesamt kommt die Grafik recht karg daher. Immerhin wurde ein großer Kritikpunkt der Vorgänger beseitigt: Eine angemessene Weitsicht sorgt endlich für genügend Überblick. Die spärlichen Sound-Effekte wirken etwas mau. Der Soundtrack ist unauffällig, untermalt das Geschehen aber passend. Gut zu gefallen weiß dafür die ausgezeichnete Sprachausgabe. Auch wenn nur in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln.

Fazit

Marcel Wolf - Portraitvon Marcel Wolf
Schon ein schönes Teil, diese PS Vita. Doch was hat man davon, wenn ein Spiel davon nicht profitiert? Die neuen Funktionen, wie das Touchpad oder das Near-Feature, wurden nur alibimäßig ins Spielerlebnis eingebunden. Zudem macht Shinobido 2: Revenge of Zen neben Titeln wie Uncharted: Golden Abyss und WipEout 2048 grafisch einfach keine gute Figur. So hat man eher das Gefühl, ein PS2-Remake zu spielen als einen brandneuen Handheld-Ableger. Dafür werten die guten englischen Sprecher die Atmosphäre etwas auf. Und letztendlich macht das Spiel das gut, was es gut machen soll: Es liefert ein rundes Schleicherlebnis. Gerade im Handheld-Format sind die kurzen, in sich geschlossenen Missionen perfekt für unterwegs. Stealth-Fans kommen definitiv auf ihre Kosten. Wer mit dem Genre allerdings nichts anfangen kann, der hat hier nichts verloren.

Überblick

Pro

  • überlegene Ninja-Spielmechanik
  • perfekt für unterwegs
  • viele Missionen
  • unverbrauchtes Szenario

Contra

  • altbackene Grafik
  • dürftige Implementierung der PS-Vita-Funktionen
  • Geschichte zweckmäßig

Wertung

  • PSV
    75
    %

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