Test - Shin Megami Tensei: Lucifer's Call : Shin Megami Tensei: Lucifer's Call

  • PS2
Von Kommentieren

In der Wirtschaftswelt sind Fusionen nicht immer etwas Erfreuliches, bei ’Shin Megami Tensei’ führen die Fusionen diverser Dämonen aber oftmals zum Sieg. Was das dämonisch knifflige Rollenspiel sonst noch zu bieten hat, klären wir im Review.

Endzeitstimmung in Tokyo

Ihr befindet euch in Tokyo nach der von einer Geheimgesellschaft herbeigeführten Apokalypse. Nahezu die ganze Erdbevölkerung wurde ausgelöscht und ihr in einen Dämon verwandelt. So schreitet ihr durch das Chaos und versucht, Licht ins Dunkel zu bringen, um letztendlich hinter das große Geheimnis zu kommen. Die Story von 'Shin Megami Tensei: Lucifer's Call' ist mit ihrem verschwörerischen Charakter durchaus gelungen und wirkt motivierend. So schlagt ihr euch durch die Missionen und wagt euch in spektakuläre Kämpfe mit anderen Dämonen. Dabei könnt ihr einige der Widersacher bekehren und in euer Team aufnehmen. Ein interessantes Feature ist währenddessen, dass ihr die jeweiligen Dämonen fusionieren könnt und damit mächtige Begleiter erlangt. Ihr selbst entwickelt euch derweil durch das typische level-orientierte Fortschreiten und dürft eure Attribute wie gewohnt beeinflussen. RPG-Fans vermissen hinsichtlich der charakteristischen Genre-Features nichts und bekommen eine inhaltlich durchaus ausgewogene Spielkost geboten.

Die Dämonen sind los

'Shin Megami Tensei: Lucifer's Call' ist allerdings eines jener Rollenspiele, das sich dem eher klassischen Spielprinzip bedient. So begegnen euch etwa keinerlei sichtbare Gegner auf eurem Weg, sondern ihr werdet in unregelmäßigen Abständen einfach automatisch in Gefechte verwickelt, ohne die Gegner vorher zu erblicken. Einzig und allein der Kompass gibt mittels Farbangaben Auskunft über das Nahen eines Duells. Ihr könnt den Kämpfen folglich nicht aus dem Weg gehen und nur mithilfe der 'Zurückziehen'-Funktion mit etwas Glück aus den Kämpfen flüchten. Das Ganze wäre nicht mal derart störend, wenn die Gegner nicht durch die Bank zahlen- und kräftemäßig überlegen auftreten würden. Selbst auf normalem Schwierigkeitsgrad kommt man deshalb ordentlich ins Schwitzen und ist schon mal geneigt, das Pad in eine Ecke zu werfen. Schuld hieran sind auch die zu weit auseinander platzierten Speicherpunkte und Heiler. Das rundenbasierende Kampfsystem ist dagegen recht simpel und besticht durch das sehr übersichtliche Menü. Die Steuerung fernab der Kämpfe in den Arealen oder auf der Karte ist genauso vortrefflich. Trotzdem sorgt das Rollenspiel öfters für Frust - dies liegt am sehr hohen Schwierigkeitsgrad, der selbst Profis alles abverlangt. Unerfahrene Spieler könnten sich deshalb an dem Titel schnell die Zähne ausbeißen.

Das ginge aber besser

Auf der technischen Seite ist 'Shin Megami Tensei: Lucifer's Call' leider enttäuschend ausgefallen. Der Comic-Look ist ziemlich unspektakulär, während das Umgebungsdesign eher trist in Erscheinung tritt. Einzig die Spezialeffekte sind ganz akzeptabel, wobei auch hier, wie an den Schatten zu sehen ist, sichtlich gespart wurde. Auf eine Synchronisation wartet ihr übrigens vergeblich und müsst euch wohl oder übel die Dialoge bloß als Text zu Gemüte führen. Die Hintergrundmusik erklingt dagegen durchaus prickelnd und sehr atmosphärisch aus den Boxen

Fazit

von Sacha Röschard
'Shin Megami Tensei: Lucifer's Call' ist ein inhaltlich zufrieden stellendes, technisch jedoch dürftiges Rollenspiel, das sich aufgrund seines hohen Schwierigkeitsgrades nur für erfahrene Fans und Puristen des Genres empfehlen lässt.

Überblick

Pro

  • interessante Story
  • über hundert Dämonen
  • Fusionierungsmöglichkeiten
  • simple Steuerung

Contra

  • schlecht verteilte Speicherpunkte
  • keine Synchronisation
  • sehr schwer
  • Kämpfe finden nach Zufallsprinzip statt

Wertung

  • PS2
    68
    %

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel