Test - Shadow of Memories : Shadow of Memories

  • PS2
Von Kommentieren
Shadow of Memories
Wo geht er wohl hin? - Natürlich in die Bar.

Im Spiel habt ihr es insgesamt mit zehn Kapiteln zu tun, wobei jedes dieser Kapitel damit beginnt, dass Eike zuerst stirbt, von Homunculus zurück ins Leben geschickt wird und ihr nun versuchen müsst, diesen Tod abzuwenden. Da ihr zumindest in der Gegenwart mehrere Versuche habt, wisst ihr spätestens beim zweiten Mal, wann und woran ihr sterben werdet. Ein nicht zu vernachlässigender Vorteil, der euch bei der Lösung des Problems sehr hilfreich sein wird - vor allem da die Lösung meist in der Vergangenheit zu suchen ist. Bei jedem Zeitsprung habt ihr übrigens eine Einblendung, die euch über die Zeit in der Gegenwart und der aktuellen Uhrzeit in der Zeitperiode, in der ihr euch aufhaltet, immer auf dem laufenden hält. Wichtig ist dies nämlich darum, weil die Zeit in der Gegenwart parallel zur Zeit in der jeweiligen Vergangenheit läuft. Ihr seht also, auch wenn ihr gerade im Jahre 1580 seid, wie eure Todeszeit in der Gegenwart unaufhaltsam näher kommt - und das ist zuweilen doch beklemmend. Sobald ihr den aktuellen Tod überlebt habt, kommt ihr dann zum nächsten Kapitel.

Epische Handlung
Ein Grossteil des Spiels besteht daraus, mit anderen Personen zu sprechen, um so mehr über euren Mörder zu erfahren. Daneben wird die Geschichte immer wieder mittels Cut-Scenes vorangetrieben, so dass das Ganze zuweilen eher in Richtung eines interaktiven Spielfilms geht. Die Handlungen selbst sind eher minimal, die Anzahl der Gegenstände zum Tauschen oder zum Besorgen weiterer Dinge sind überschaubar. Auch die zu besuchenden Schauplätze sind nicht sehr zahlreich, auch wenn diese zu verschiedenen Zeitperioden nicht immer die gleiche Funktion haben. Der Schwerpunkt liegt also eindeutig auf der Geschichte. Dies wird noch dadurch verstärkt, dass das Digipad praktisch immer blinkt, wenn es darum geht, durch die Zeit zu reisen und wichtige Schlüsselgespräche in Bezug auf das zu erwartende Spielende auch als solche erkennbar sind. Meiner Ansicht nach wird hier dem Spieler einerseits etwas zu stark unter die Arme gegriffen, andererseits bleibt euch dadurch nicht gerade viel Handlungsspielraum.


Shadow of Memories
Gleich macht Eike einen Zeitsprung.

Grafik und Sound
Optisch kann das Game durchaus gefallen. Vor allem die gut gemachten Gesichter der Darsteller können überzeugen, da auf diesen sogar Emotionen abzulesen sind. Auch die Stadt wurde schön in Szene gesetzt: Neben der unterschiedlichen Architektur zu den verschiedenen Zeitperioden, ändern sich auch die Tageszeiten und die Witterung. So seid ihr zum Beispiel einmal mitten in einer sternenklaren Nacht unterwegs, ein andermal stapft ihr durch den frisch gefallenen Schnee. Damit ihr auch optisch erkennen könnt, dass ihr nicht in der Gegenwart seid, wird die Stadt je nach Zeitperiode auch Schwarz-Weiss oder in Sepia dargestellt - meiner Ansicht nach eine gute Idee. Positiv ist auch der Umstand, dass bereits gesehene Cut-Scenes übersprungen werden können.
Dazu kommt noch die stimmungsvolle Musik, die eine ordentlich Atmosphäre erzeugt und eine spannungsgeladene Stimmung bildet. Überzeugend ist zudem die ausgezeichnete Sprachausgabe, die zwar in Englisch gehalten ist, dafür aber von guten Sprechern gemacht wurde und lippensynchron ist - und dank der sauber übersetzten deutschen Untertitel haben auch der englischen Sprache Unkundige keine Mühe, der Handlung zu folgen. Hier verstärkt sich noch der Eindruck eines interaktiven Spielfilms.


Shadow of Memories
Einer der vielen Tode von Eike.

Steuerung
Euer Protagonist lässt sich eigentlich problemlos durch die Gegend lenken. Damit ihr euch nicht alle paar Meter verlauft, habt ihr eine Karte dabei, die euch immer die momentane Position verrät. Des weiteren zeigt euch in der Normalansicht ein Kompass, in welche Richtung ihr gerade geht.
Weniger gefallen hat mir allerdings die Kameraführung: Zwar kann diese beliebig nach links und rechts geschwenkt werden, muss aber des öfteren manuell hinter euren Helden ausgerichtet werden, damit ihr die Übersicht nicht verliert.
Gespeichert kann im Prinzip jederzeit, allerdings ist diese Funktion eingeschränkt: Wenn ihr mitten in einem Kapitel speichern wollt, dann könnt ihr das zwar tun, doch beim nächsten Laden wird dieser wieder gelöscht - es handelt sich also bloss um die Möglichkeit, an diesem Punkt weiterzufahren. Als Sicherungspunkt vor einer problematischen Situation kann er also nicht benutzt werden. Einen richtigen Speicherstand erhaltet ihr immer erst nach Abschluss eines Kapitels.

Ach ja, auch an die Abergläubischen unter euch wurde gedacht: Im Spiel habt ihr es mit insgesamt (mit Eike und Homunculus) dreizehn Personen zu tun, die namentlich erwähnt werden. Wenn das nicht ein übles Vorzeichen ist...

 

Fazit

von Ronny Mathieu
'Shadow of Memories' ist spannend und interessant bis zum Schluss. Dieser kommt allerdings viel zu schnell, so dass alte Adventure-Hasen diesen Titel locker an einem Tag durchzocken. Darüber können auch die fünf verschiedenen Endsequenzen nicht hinwegtrösten, da die Schlüsselpassagen für diese Schlussvarianten zu offensichtlich sind. Die Story wiederum ist sehr reizvoll, verläuft aber recht geradlinig. Dem Spieler wird zuweilen sehr wenig Spielraum gelasssen und zu viele Hilfestellungen gereicht, so dass die Geschichte doch eher wie ein interaktiver Spielfilm daherkommt. Hier kann dann das Game aber wieder Punkte gutmachen: Lebensbaum ist detailliert gemacht und die Sequenzen machen ordentlich Laune. Wie beim Lesen eines spannenden Buches fragt ihr euch immer wieder, wie's wohl weitergeht und spielt noch ein Stück weiter. Aufgrund der relativen Kürze und des einfachen Schwierigkeitsgrades richtet sich das Spiel allerdings wohl doch eher an Genre-Neulinge oder solche, die das letzte Geheimnis lüften und alle Varianten durchspielen wollen. Dann dauert's nämlich schon etwas länger, bis ihr eine der Schlusssequenzen seht. Auch für Freunde einer innovativen Spielidee ist der Kauf auf jeden Fall zu empfehlen.  

Wertung

  • PS2
    81
    %

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel