Test - Sensible Soccer 2006 : Sensible Soccer 2006

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Ja, Wahnsinn! Ein Fußball-Spiel! Davon kann es scheinbar nicht genug geben, allein Konami und Electronic Arts versorgen sportbegeisterte Computerspieler jedes Jahr mit neuem Torfutter. Viele Konkurrenten haben den Wettlauf mit den Updates aufgegeben und noch seltener steht einer der gescheiterten Klassiker wieder von den Toten auf. Codemasters geht das Wagnis ein und präsentiert mit ‘Sensible Soccer 2006’ das zweite Remake eines der legendärsten Sportspiele aller Zeiten.

Ein kleiner Exkurs der Computer-Fußballgeschichte

Es ist vierzehn Jahre her, seit Sensible Software mit ‘Sensible Soccer’ die britischen Charts der Amiga-Spiele stürmte. Dank flotter, jedoch stets übersichtlicher Spielgeschwindigkeit und revolutionärer Steuerung spielte das Programm in einer völlig anderen Liga. Im Vergleich zu all den ‘FIFAs und ‘Pro Evolutions', welche erst Jahre später erschienen, kamen nicht nur Sportcracks auf ihre Kosten. ‘Sensible Soccer’ ließ sich problemlos mit einem einzigen, einsamen Knopf spielen, mit dem ihr gleichzeitig passen, schießen und flanken konntet. Diese Philosophie galt es für Kuju Entertainment zu imitieren, weshalb einer der beiden Ur-Designer, Jonathan Hare, freie Hand beim Remake bekam.

Schon das Menüsystem erinnert zweifelsfrei an das Originalspiel. Ihr habt die Wahl zwischen Freundschaftsspielen, Turnieren und dem Erstellen eines eigenen Teams, mit dem ihr eine Rangliste aus 300 Mannschaften erobern sollt. Dieses Vorhaben gleicht einem Lebenswerk, schließlich müsst ihr mit leistungsschwachen Spielern auskommen und diese mittels Talentpunkten, welche ihr wiederum durch Siege erhaltet, stärken.

Die vielschichtigste Option ist mit deutlichem Abstand das Turnier: Von der WM bis zur zweiten Bundesliga hat der Spieler zahlreiche Möglichkeiten, die Fußballwelt, wie wir sie kennen, nachzuempfinden. Entsprechend simuliert ‘Sensible Soccer 2006’ nicht nur Länderteams, sondern auch nationalspezifische Clubs aus Deutschland, England, Spanien, usw. Selbstredend könnt ihr auch ein eigenes, fiktives Turnier generieren und nebenbei sämtliche Spielernamen aller Mannschaften editieren. Letzteres ist allein deshalb Pflicht, weil sich Codemasters keine Lizenzen leisten konnte.

Egal für was ihr euch entscheidet, vor jedem Match stehen immer die gleichen, finalen Entscheidungen an. Recht wichtig für die Unterscheidung der beiden Kontrahenten auf dem Spielfeld ist die Wahl der Trikotfarben, von denen jede Mannschaft zwei Stück ihr Eigen nennt. Die Echtzeitdauer eines Spieles lässt sich zwischen fünf und zwanzig Minuten variieren, daneben stehen mehrere Stadien, Wetterbedingungen und sogar Ballfarben zur Verfügung. Einiges davon müsst ihr jedoch erst mühsam durch das Gewinnen von Turnieren freispielen.

"Jetzt geht’s los!"

Genug der Theorie, gehen wir zur Praxis über. Sobald die kleinen Männchen mit den viel zu groß geratenen Köpfen das grüne Gras betreten, spielt ‘Sensible Soccer 2006’ seine wahren Stärken aus. Genau genommen transferiert es den Spaß des Originales bis zum letzten Pixel in die Neuzeit, weil erneut eine Kombination aus Geschwindigkeit und simpler Steuerung für ein perfektes Arcade-Feeling sorgt.

Auf dem Feld benötigt ihr gerade mal drei Knöpfe: Passen, Schießen und Rennen. Alles weitere funktioniert mehr oder weniger automatisch, wie zum Beispiel Fallrückzieher oder der Wechsel von einem Spieler zum nächsten. Ein Paradebeispiel für gute Spielbarkeit sind die Bananenflanken: Einfach nach einem Schuss so schnell wie möglich in die gewünschte Richtung drücken und schon erhält der Ball einen satten Drall, mit dem ihr prima um die Kurve bolzen könnt.

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