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Scorpion: Disfigured - Review

Story auf dem Papier

Ja, es gibt eine Geschichte. Nein, sie ist keinen Meter interessant. Shamil bezeichnet sich selbst als "Pharao" und herrscht über Sarajewo. Berichten zufolge schreckt er nicht vor Menschenversuchen der widerlichsten Art zurück: Er infiziert unschuldige Zivilisten mit Viren, woraufhin diese zu sabbernden, geistlosen und willensschwachen Selbstmordattentätern mutieren. Das darf natürlich nicht sein, weshalb ihr mit einem dicken Kampfanzug anrückt, der ironischerweise ebenfalls eine Erfindung von Shamils Technikern sein soll.

Hört sich doch interessant an. Glaubt uns, es ist es nicht, weil ihr im Spiel selbst kaum was davon mitbekommt. Alle Jubeljahre blitzt mal eine Videonachricht auf, in der ihr oft nur das nächste Missionsziel erklärt bekommt. Selbst dies ist reiner Selbstzweck, denn abseits von Gegner erschießen, Levelausgang finden, Ventile drehen und Schlüssel suchen bietet Scorpion keine komplexeren Aufgaben.

Fähigkeiten in der Theorie

Dabei hätten sich die Designer ein paar richtig knuffige Rätsel ausdenken müssen, da euer Kampfanzug beinahe so funktionell wie ein Schweizer Taschenmesser ist: Er beinhaltet Bullet-Time, Energieschild, Nachtsicht und eine Hand voll PSI-Kräfte. Mit diesen wiederum könnt ihr euch beispielsweise heilen, Objekte zu euch heranziehen oder eine feindliche Einheit für kurze Zeit an eurer Seite kämpfen lassen. Allerdings sind die Effekte eher mickrig und kaum lohnenswert, weshalb ihr mit der Standardballertaktik letztendlich am besten fahrt.

Selbst rein aus Spaß an der Freude wollt ihr die Fähigkeiten nur widerwillig nutzen, denn die Steuerung ist ein halber Krampf. Für manche Features gibt es eigene Tasten, andere hingegen müsst ihr vorher ausrüsten. Dazu stehen euch drei Slots zur Verfügung, genau genommen drei für eure PSI-Kräfte und auch drei für eure Waffen. Warum ihr nun mit dieser Einschränkung leben müsst, obwohl ihr all das im Spiel verfügbare Arsenal gleichzeitig mit euch schleppen dürft, wird nirgends erläutert.

Scorpion - Trailer

Um zur Auflockerung etwas Positives zu erwähnen: Das Spiel ist dank sechzehn großer Levels richtig umfangreich und grafisch nur in den ersten Levels eher mäßig hübsch. Wo dort noch hässlich braune sowie abwechslungsarme Untergrund-Settings das Bild bestimmen, gefallen später schicke Tempelanlagen sowie geschickt gezeichnete Texturen mit plastischen Licht- und Schatteneffekten.

Plopp-Popp statt Ratter-Knatter

Allerdings ist der Rest der Präsentation ein Graus: Die Animationen der Gegner verkommen zur Lächerlichkeit, sobald die Ragdoll-Technik einsetzt. Ständig dröhnen die gleichen, stupiden Musik-Loops aus den Lautsprechern. Die Sprachausgabe krankt an doofen Einzeilern und schlechter Betonung. Unter all diesem liegen die unbeschreiblich miesen Soundeffekte. Manche Waffensounds hören sich schwächer an als eine Popcorn-Maschine. Die Anzahl von Störgeräuschen, die definitiv keine Umgebung simulieren, sondern schlicht und ergreifend Bugs darstellen, dürfte reif für das Guinness-Buch der Rekorde sein.

Die Spielbarkeit reißt Scorpion noch weiter nach unten, allein dank der miesen Kollisionsabfrage beziehungsweise Treffererkennung. Manche Gegner fallen nach zwei Schüssen ins Knie tot um, andere halten ein ganzes MG-Magazin mitten ins Gesicht aus. Bei Verletzungen reagieren sie äußerst selten, weshalb ihr oft gar nicht wisst, ob ihr überhaupt trefft oder nicht.

Innovativ mal ganz anders

Das Laufen, Springen und Kriechen fühlt sich an wie bei billigen Ego-Shootern, die auf irgendwelchen 3D-Gamemaker-Utilitys programmiert wurden. Dazu kommen Bugs, die wir beinahe als innovativ bezeichnen möchten: Bei Leitern, deren Sprossen sehr weit von der Wand weg hängen, kann es durchaus passieren, dass ihr in dem kleinen Zwischenraum zwischen Sprosse und Wand nach unten klettert. Am Boden angekommen fehlt dann der Platz, um drunter durchkriechen zu können, weshalb ihr wieder nach oben steigen und es erneut probieren müsst.

Weitere Bugs, wie eine Gegner-K.I, die gerne mal an Ecken hängen bleibt, oder dass euer Alter Ego nach einem Quicksave plötzlich nach oben an die Decke starrt, geben dem Spiel den Rest. Halt, nein, einen haben wir noch: Rechnet immer wieder mal mit Abstürzen und sogar mit kaputten Savegames. Wer ständig die Quicksave-Funktion benutzt, der könnte ergo eine unangenehme Überraschung erleben. weiter...

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Kommentare zu Scorpion: Disfigured

  • Ich habs auch mal angespielt, ist am besten vergleichbar - auch von der Qualität her - mit Red Ocean. Die Synchro ist wirklich sehr lächerlich und macht die düstere Stimmung kaputt. Schade drum.

  • Das macht die Sache umso köstlicher :)

  • http://www.gamestar.de/spiele/wertungskasten/action/44545/scorpion_disfigured.html

    Gamestar.de hat das Spiel mit 49% mangelhaft bewertet.

  • Muha. Seht euch mal den Sticker auf der Packung an:
    "SHOOTER GEHEIMTIPP - Gamestar.de"


    Ist genau so Geheim wie die wahre Identität von Spider-Man :)

  • Muha. Seht euch mal den Sticker auf der Packung an:
    "SHOOTER GEHEIMTIPP - Gamestar.de"

    Naja, es wurde ja auch ein GEHEIMER Betrag von den Entwicklern auf das GS-Konto überwiesen.. :D

  • Muha. Seht euch mal den Sticker auf der Packung an:
    "SHOOTER GEHEIMTIPP - Gamestar.de"
    Klasse Leute :D

    Ansonsten ... naja, typische Ostproduktion.

  • Naja, reicht wohl nicht mal für einen späteren Low Budget-Kauf. Wobei die Grafik nicht schlecht aussieht.

  • Naja was hat man von einem Titel erwartet von dem man absolut nichts gehört hat. So ist es nicht mal so viel Wert wie die DVD Hülle wenn es im Laden steht.

  • Das Review könnt ihr als satirischen Artikel veröffentlichen :D

Informationen zu Scorpion: Disfigured

Titel:
Scorpion: Disfigured
System:
PC
Entwickler:
B-Cool
Publisher:
Atari
Genre:
First-Person-Shooter
USK/PEGI:
Ab 18 Jahren / 18+
Spieler:
Offline: 1 / Online: -
Release:
26.03.2009
Off. Seite:
Watchlist:
In Watchlist eintragen

Version:

  • Dt. Vollversion

Systeminfos:

PC

  • 2,0 GHz Intel Pentium D oder AMD Athlon 2000+ (empfohlen AMD Athlon 3000+)
  • 1,5 GB RAM Windows XP / 2 GB RAM Windows Vista
  • 128 MB DirectX 9.0-kompatible Grafikkarte mit Shader 3.0 oder besser
  • Windows Vista / XP-SP2

Features:

PC

  • 16 Levels
  • 7 Waffen, 2 Granatenarten und 5 Spezialfähigkeiten
  • 3 weitere Fähigkeiten: Bullettime, Nachtsicht und Energieschild
  • RPG-Element dank Upgrademöglichkeit von Waffen und Fähigkeiten
  • komplett in Deutsch

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