Test - SCAR: Squadra Corse Alfa Romeo : SCAR: Squadra Corse Alfa Romeo

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Die Rennspielexperten von Milestone versuchen, mit ’SCAR’ etwas frischen Wind in das Racing-Genre zu bringen. Der Mix aus Rennspiel und Rollenspiel soll den Titel zum Hit machen. Ob das gelungen ist, klären wir anhand der Xbox-Version.

Die italienische Softwareschmiede Milestone hatte die Nase von handelsüblichen Rennspielen wohl gestrichen voll und wollte mal ein wenig experimentieren. Das Ergebnis: Eine interessante Mischung aus Racing und Rollenspiel, die endlich mal neue Wege geht.

Mehr als nur fahren

In ‘Squadra Corse Alfa Romeo’ fängt eigentlich alles recht gewöhnlich und in einem vertrauten Umfeld an. Ihr erstellt euch einen eigenen Fahrer und ... huch, da ist ja doch schon die erste Abweichung von der Norm. Ihr investiert euren ersten Talentpunkt in eine von anfangs drei verschiedenen Fähigkeiten wie zum Beispiel erhöhte Ausdauerwerte. Werte? Ausdauer? Ja, ihr habt richtig gehört, denn genau hier setzt bereits der Rollenspielaspekt von ’SCAR’ an. Doch kurz zur Vorgeschichte: Im umfangreichen Dynasty-Modus startet ihr eine Karriere als Rennfahrer, der sich langsam, aber sicher nach oben vorarbeitet und in die Weltspitze der Fahrerelite vorstösst. Zuvor gilt es jedoch, zahlreiche Herausforderungen und Events zu gewinnen, die euch nicht nur neue Zubehörteile und Autos einbringen, sondern auch die begehrten Erfahrungspunkte. Diese kassiert ihr jedoch auch für spezielle Aktionen wie Überholmanöver, schadensfrei absolvierte Runden und so weiter. Die Punkte steckt ihr dann in bereits erwähnte Talente.

Weckt den Tiger in dir

Davon gibt es einige, die sich allesamt unterschiedlich und vor allem spürbar auf euer Fahrverhalten auswirken. Stärkt ihr beispielsweise eure Ausdauer, können euch Attacken der Gegner auf der Rennstrecke nicht viel anhaben. Sitzt euch ein Konkurrent im Nacken, sackt nämlich die Ausdauer in den Keller und die Sicht verschwimmt kurz. Selbiges könnt ihr natürlich auch selbst machen und somit Fehler bei den Rivalen provozieren. Ebenfalls interessant ist die zeitliche Verlängerung des so genannten Tiger-Effekts. Per Tastendruck spult ihr die letzten Sekunden zurück und macht somit Unfälle und grobe Fehler ungeschehen - sehr hilfreich. Allgemein bringt dieser Part des Spiels angenehm frischen Wind ins Geschehen und macht viel Spaß. Abgesehen davon ist ‘SCAR’ jedoch ein ganz normales Rennspiel mit originalen Alfa-Wagen, von denen es insgesamt aber leider zu wenig gibt. Neben dem Dynasty-Modus dürft ihr Einzelrennen oder Zeitrennen absolvieren. Enttäuschend ist die angepriesene Xbox-Live-Unterstützung. Dahinter verstecken sich nicht etwa packende Online-Duelle, sondern bloß eine schnöde Tauschbörse.

Fahren mit Stil

Glücklicherweise gleichen die Entwickler diese Macken mit einer ansprechenden Präsentation zumindest größtenteils wieder aus. Die Wagen sehen allesamt recht schick und detailliert aus und protzen mit aufwändigen Spiegeleffekten. Auch die Strecken samt Randbebauung machen einen guten Eindruck und das Geschehen läuft bis auf wenige Ausnahmen stets ruckelfrei über den Bildschirm. Lediglich einige verwaschene Texturen stören den Gesamteindruck ein wenig. Die Soundkulisse ist etwas dünn und selbst die wenigen Motorengeräusche hätte ruhig etwas satter ausfallen dürfen. Diese klingen an sich ja recht realistisch, aber gleichzeitig auch irgendwie schlecht komprimiert.

Fazit

André Linken - Portraitvon André Linken
‘SCAR’ ist ganz klar ein erfrischend anderer Vertreter des Rennspiel-Genres, der aufgrund des interessanten Rollenspielaspekts und der schicken Grafik mehr als einen flüchtigen Blick wert ist. Schade um die Online-Mogelei und den vergleichsweise kleinen Rennstall.

Überblick

Pro

  • Vermischung von Renn- und Rollenspiel
  • toller Karriere-Modus
  • frische Ideen
  • tolle Optik

Contra

  • teils happiger Schwierigkeitsgrad
  • kein richtiger Online-Multiplayermodus
  • insgesamt zu wenig Autos

Wertung

  • Xbox
    77
    %

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