Test - RPM Tuning : RPM Tuning

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Man könnte fast meinen, eine regelrechte Welle an Streetracing-Spielen bricht in den letzten Monaten über die PC-Besitzer herein. Nach dem großen Erfolg von 'Need for Speed Underground 2' wollen viele Entwickler ebenfalls ein Stück vom lukrativen Genrekuchen abbekommen – so auch Babylon Software. Gut ein Jahr nach dem Konsolen-Release steht jetzt endlich auch die PC-Variante von 'RPM Tuning' in den Regalen der Händler. Wir sagen euch, warum ihr es dort auch besser stehen lassen solltet.

Wo ist mein Auto?

Das war wohl einer der schlimmsten Augenblicke in Vince Rikers noch jungem Leben. Er wollte nur mal wieder eine Spritztour mit seinem geliebten Tuning-Boliden machen, als er erschüttert feststellt, dass dieser nicht mehr in der heimischen Garage steht. Irgendein hinterlistiger Miesling hat sich das gute Stück gekrallt und ist davongebraust. Diese etwas dürftige Story dient als Fundament für den Singleplayer-Part von 'RPM Tuning'. Ok, tiefsinnige Handlungsstränge kann man von einem Spiel dieser Art nicht wirklich erwarten, sodass die Kritik nicht allzu schwer ins Gewicht fällt. Fortan seid ihr auf der Suche nach dem gestohlenen Wagen und arbeitet euch zu diesem Zweck in der Streetracing- und Gangsterszene bis nach ganz oben. Hört sich einfach an, ist es aber nicht wirklich. Den nötigen Ruhm erlangt ihr nur durch erfolgreiches Absolvieren der über 50 Herausforderungen, die von einfachen Straßenrennen bis hin zu halsbrecherischen Drifts und Stunts reichen. Dafür muss man seinen Wagen schon gut unter Kontrolle haben.

Gut im Griff

Dank der zugänglichen und sehr Arcade-lastigen Steuerung fahrt ihr schon recht schnell die ersten Siege ein. Auch das Geschwindigkeitsgefühl kommt gut rüber – vor allem beim Zünden der Lachgaseinspritzung. Allerdings gibt es auch einige Macken, die das Spiel trotz gutem Potenzial nach unten reißen. So sind die Fahrten durch die Stadt im Gegensatz zur Konkurrenz recht öde und eher lästiges Mittel zum Zweck, um von einem Event zum anderen zu gelangen. Diese sind dazu noch streng linear abzuklappern, was jegliches Gefühl von Freiheit sofort wieder im Keim erstickt. Letztendlich entsteht durch diese Spielmechanik eine eintönige Zwangsarbeit, die trotz rasanter Rennen, nachvollziehbarer Gegner-KI und halbwegs interessanter Storyansätze irgendwie versandet. Hinzu kommt der etwas magere Fuhrpark, der nicht mal mit Originallizenzen auftrumpfen kann. Der Tuning-Part ist jedoch sehr gut gelungen und hält mehrere tausend Möglichkeiten bereit, euren Wagen aufzumöbeln. Von der einfachen Lackierung bis hin zur Unterbodenbeleuchtung oder einem leistungsfähigeren Motor ist alles dabei, was das Herz eines Bastlers höher schlagen lässt.

Biederer Lack

Technisch schwankt das Niveau ebenfalls sehr stark. Es gibt einige wirklich schicke Effekte wie z.B. das Verwischen der Umgebung beim Aktivieren des Nachbrenners. Auch die Autos an sich sehen gar nicht mal so schlecht aus und von unschönen Rucklern bleibt man glücklicherweise verschont. Doch insgesamt mangelt es deutlich an Detailverliebtheit und schicken Texturen, die z.B. bei 'Need for Speed Underground 2' den einen oder anderen Aha-Moment hervorriefen. Beim mageren Multiplayer-Modus via Splitscreen kommt es dazu noch zu unschönen Pop-ups. Der Sound ist ebenfalls sehr mickrig, was sich primär im fast schon lächerlich wirkenden Motorengeräusch niederschlägt – das Herzstück eines jeden Rennspiels.

Fazit

André Linken - Portraitvon André Linken
Die nachgezogene PC-Fassung von 'RPM Tuning' bietet zwar interessante Ansätze und macht kurze Zeit Spaß, doch auf Dauer mangelt es an Abwechslung und einer zeitgemäßen Präsentation. Nur hartgesottene Tuning-Fans sollten da mal reinschauen – der Rest greift zur Konkurrenz.

Überblick

Pro

  • umfangreicher Tuning-Part
  • clevere KI-Fahrer
  • gutes Geschwindigkeitsgefühl

Contra

  • zu linearer Missionsablauf
  • biedere Präsentation
  • mickriger Multiplayer-Modus
  • auf Dauer zu eintönig

Wertung

  • PC
    68
    %

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