Test - Roswell Conspiracies : Roswell Conspiracies

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Roswell Conspiracies
Nachteil: Ihr könnt nur einmal speichern - Vorteil: Jedes Level kann wieder angewählt werden.

Dumme Ausserirdische
Euer Feldzug gegen das extraterrestrische Leben beginnt in London, wo sich heimtückische Lykhantropen in einer Färberei verbarrikadiert haben. Von dort aus zieht es euch an die irische Küste, nach San Francisco, in einen alten Maya-Tempel bis hin zum in Roswell versteckten Bunker. Jeder dieser Levels besteht aus drei normalen Ebenen - in der vierten werdet ihr dann jeweils mit einem lästigen Endgegner konfrontiert, bei denen mehr List und Taktik als rohe Waffengewalt gefordert wird.
Wie man aus den geschriebenen Worten herauslesen kann, gibt es fünf verschiedene Umgebungsterrains mit jeweils drei Levels pro Umgebung, die sich optisch leider nicht sonderlich voneinander unterscheiden. Ein großer Minuspunkt ist auch, dass es in jedem Terrain nur eine Alienrasse gibt, was auf Dauer ganz schön nervig sein kann, wenn man immer wieder derselben Visage die Lichter ausbläst. Die 'Künstliche Intelligenz' der etwas lächerlich aussehenden Aliens lässt auch sehr zu wünschen übrig. Haben die Gegner Nick Logan in ihrem Blickfeld erfasst, so beginnen sie entweder mit ein paar Laserstrahlen oder ähnlichen Energieentladungen auf euch zu feuern und bewegen sich kaum von der Stelle oder sie bewegen sich gleich gar nicht und reagieren auf keinen eurer Angriffe. Im visuellen Bereich sind wenigstens die Endgegner ihren kleineren Artgenossen um einiges voraus. Dies scheint aber auch der einzige Vorteil zu sein, den sie mit sich bringen - der Rest stellt sich eher als langwieriger Prozess heraus. Hat man nach wenigen Augenblicken durchschaut, wie man die ganze Angelegenheit angehen soll, gilt es nur mehr seine Theorie unter Beweis zu stellen und den Boss jeder Ebene durch ein wenig List und Schnelligkeit in sein Verderben zu reiten. Auch dies ist wieder ein perfektes Vorzeigebeispiel, wieso 'Künstliche Intelligenz' bei einem Videospiel von großer Bedeutung sein sollte.

Roswell Conspiracies
Diesen Bildschirm werdet ihr wohl nie zu Gesicht bekommen.

Mehr als Ballerei?
Anfangs hat es wahrscheinlich den Anschein, als würde sich alles rund um das Einfangen der gefährlichen Alienbrut handeln und als stände rohe Action im Vordergrund. Dies ist aber nicht der Fall, im Gegenteil. Im Verlauf des Spieles ist in vielen Levels des öfteren eure Intelligenz und Logik gefragt - insofern ihr noch zu der jungen Zockergemeinde gehört, an die 'Roswell Conspiracies' eindeutig gerichtet ist. So nett die eine oder andere Idee auch ist, eine wirkliche Herausforderung ist keines der gestellten Rätsel, auch wenn man hin und wieder ein paar Sekunden der Stille braucht, um ein wenig über die gestellte Aufgabe zu grübeln.
Leider wurde auch ein gar nicht so übles Minispiel eingebaut. Im Grunde nichts Negatives, würde man es nicht bis auf das Letzte ausnutzen und immer wieder dem Spieler vor die Nasen setzen. In einem der ersten Levels gilt es mittels dieses Minispiels eine Bombe zu entschärfen und zwar gleich vier Mal hintereinander, was selbstverständlich nicht viel Abwechslung bringt. Die Bomben deaktiviert man, indem man mittels Steuerkreuz und den vier Symboltasten das jeweils richtige Symbol 'einfängt'. So nett die Idee am Anfang auch erscheint, wenn man damit Bomben entschärfen muss, Schlösser öffnen muss und weiß der Teufel noch was alles, dann hat man es nach der Zeit einfach schlichtweg satt. Ist dieses Minispiel noch eher auf Geschick und Schnelligkeit ausgelegt, so gibt es natürlich auch noch jene Rätsel, welche die Intelligenz des Spielers herauszufordern versuchen. Oft spielen hierbei die vier Elemente eine große Rolle, da man zum Beispiel manche Mechanismen nur deaktivieren kann, indem man das richtige Element an der richtigen Stelle einsetzt.

Roswell Conspiracies
Nachdem die Aliens zu Fall gebracht worden sind, muss man sie mittels Alien-Falle einfangen.

Grafik und Sound
Was die Musik und den Sound angeht, so muss man 'Roswell Conspiracies' schon beinahe loben. Das ganze lehnt etwas an die akustische Untermalung von 'Resident Evil' oder 'Silent Hill' an. Die ganze Zeit über sorgt dunkle und geheimnisvolle Hintergrundmusik für eine düstere Atmosphäre, in die immer wieder erschreckende Soundeffekte eingeworfen wird. Nähert man sich einem Alien, so wird die Musik deutlich 'aggressiver' und geht mehr nach vorne. Wurde der Gegner dann zu Fall gebracht, beruhigt sich alles, indem wieder die altbekannte Hintergrundmusik eingespielt wird.
Grafisch hingegen hat das Game leider nicht viel zu bieten. Auch wenn die Levels anfangs imposant wirken, so entdeckt man schnell die gähnende Leere, die in den einzelnen Ebenen herrscht. Da verschönern auch die extrem eintönig geratenen Aliens und hübsch anzusehenden Lichteffekte der Laserwaffen das Gesamtbild nicht.

 

Fazit

von Seventh Solid
Es fällt mir leider unmöglich, 'Roswell Conspiracies' als etwas anderes als einen weiteren Action-Durchschnittstitel zu bezeichnen, der es zwar zumindest von jüngeren Spielern wert ist, einmal angespielt zu werden, aber weder für wahre Action-Fans, noch für andere Durchschnittszocker tatsächlich zu empfehlen ist. Die Entwickler scheinen das Spiel bewusst für die jüngere Generation entworfen zu haben, die vor allem an dem Vorbild der Zeichentrickserie interessiert sind. Dies zeigt sich auch durch die relativ schnell und einfach erlernbare Steuerung, da man den größten Teil der Aktionen mit einer einfachen Betätigung der X-Taste ausführen kann. Aber obwohl das Game für jüngere Spieler gedacht ist, so lassen sich die vielen kleinen Schönheitsfehler trotz allem nicht verzeihen. Das eintönige Leveldesign und die etwas lieblos gestalteten, immer wieder auftauchenden Aliens sorgen schon bald für Langeweile. Auch der annehmnbare Soundtrack kann ein solches Spiel dann nicht mehr retten, besonders wenn die etwas anspruchslosen Rätsel bestenfalls für ein jüngeres Kind eine Herausforderung bieten.  

Wertung

  • PSone
    64
    %

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