Preview - Rogue Galaxy : Eine Galaxie voller Abenteuer

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Viel zu tun

‘Rogue Galaxy‘ bietet im Gegensatz zu anderen Rollenspielen keine direkte Weltkarte. Ihr durchstreift linear Gebiet um Gebiet und löst auf den unterschiedlichen Planeten viele Aufgaben. Während zu Beginn einfache Aufträge, wie etwa das Finden von bestimmten Pflanzen, angenommen werden, müssen im späteren Spielverlauf Opferrituale von Eingeborenen aufgehalten oder ein Visum für eine gigantische Metropole soll besorgt werden. Auch Eskortierungsaufträge sowie Rettungsmissionen stehen auf dem Einsatzplan. Erst später im Spiel könnt ihr einigermaßen bestimmen, auf welchen Planeten ihr euch umschauen wollt. Spaßig, wenn auch nicht ganz neu: Im gesamten Abenteuer könnt ihr kleinere Insekten einfangen und diese in einer Art Schach gegen Insekten von anderen Charakteren antreten lassen. Natürlich dürfen auch die obligatorischen Minispiele nicht fehlen, die immer mal wieder das Gameplay ein wenig auflockern.

Während eurer Streifzüge könnt ihr die zoombare Kamera frei bewegen, um auch jeden Winkel in der Welt von ‘Rogue Galaxy‘ zu erspähen. Damit Jaster nicht die Orientierung verliert, darf auf eine kleine Karte zurückgegriffen werden, welche die wichtigsten Orte und Dinge einzeichnet, wie zum Beispiel die nützlichen Speicherkristalle. Diese können nach einmaliger Aktivierung auch als Teleportpunkt benutzt werden, sofern der Zielort sich auf dem Planeten befindet, den ihr gerade erkundet. Jeder Planet bietet seine speziellen Erkennungsmerkmale, die dort hausende Fauna wurde perfekt an die Umgebung angepasst. Während ihr zum Beispiel auf dem Dschungel-Planeten gegen mutierte Gorillas oder giftige Pflanzen kämpfen müsst, warten auf dem Wüstenplaneten Rosia riesige Sandwürmer auf euch. Ein wenig im Design abfallend sind die Dungeons, die ein bisschen uninspiriert ausgefallen sind.

Lizenzbrett?

Auch wenn das Revelation-Brett auf den ersten Blick an das Lizenz-Brett aus ‘Final Fantasy XII‘ erinnert, ist es im Kern doch ganz anders aufgebaut. Nach erfolgreichen Kämpfen erhaltet ihr genretypisch Erfahrungspunkte, welche unter anderem die Lebensenergie und die Anzahl der verfügbaren Aktionspunkte erweitern. Letztlich nützt dies aber alles nichts, wenn ihr euch auf dem Revelation-Brett keine neuen Fähigkeiten kauft. Kaufen passt deshalb, da ihr für bestimmte Spezialfähigkeiten unterschiedliche Gegenstände miteinander kombinieren müsst, die entweder gekauft, gefunden oder gewonnen werden müssen. Ein striktes Muster zur Entwicklung der Charaktere gibt es nicht. Oftmals habt ihr mehrere Möglichkeiten, eure Helden zu verbessern.

Wie ein japanischer Anime

Die hübsche Cel-Shading-Optik von ‘Rogue Galaxy‘ erinnert sofort an einen Comic. Spätestens wenn ihr das Intro gesehen habt, wird euch allerdings die Kinnlade gen Boden fallen. Level 5 ist es nämlich gelungen, in vielen Zwischensequenzen eine Mischung aus Spielgrafik und Zeichnung zu kreieren. Das Resultat könnte glatt aus einem japanischen Animationsfilm stammen. Aber auch so kann die Grafik mit stimmigen Umgebungen und tollen Emotionen bei den Charakteren aufwarten. Erfreulich kurz sind die Ladezeiten zwischen den einzelnen Arealen ausgefallen. Musiktechnisch wird ebenfalls einiges geboten, wenn auch die Klasse von ‘Final Fantasy‘ nicht ganz erreicht wird. Dennoch ist es den Komponisten gelungen, die einzelnen Szenen gut zu untermalen. Hinzu kommen die tollen englischen Synchronsprecher, die den Charakteren Leben einhauchen. Ob es eine deutsche Sprachausgabe in der PAL-Version geben wird, ist noch unklar, deutsche Bildschirmtexte wurden dagegen bereits bestätigt.

Fazit

Jens Sobotta - Portraitvon Jens Sobotta
Auch wenn ich erst einen Bruchteil vom riesigen ‘Rogue Galaxy‘ gesehen habe, kann ich bereits sagen, dass Level 5 abermals einen Hit in Arbeit hat. Zwar ist die Story in den ersten Stunden noch recht öde, kommt mit fortlaufender Spieldauer aber immer besser in Fahrt. Die Kämpfe machen dank des guten Kampfsystems Spaß, sind allerdings doch recht schwer ausgefallen. Wer nicht konsequent seine Charaktere weiterentwickelt, wird nicht lange Freude an dem Spiel haben. Weniger gut hat uns bislang das Dungeon-Design gefallen, das ohne Seele daherkommt. Ich für meinen Teil kann den Juni 2007 gar nicht erwarten, wenn eines der letzten großen PS2-Spiele erscheint. Rollenspiel-Fans sollten sich diesen Sommer nichts vornehmen.

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