Test - Rise of Insanity : Wahnsinnig gruselig?

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Schon seit letztem Jahr schwirrt das Horrorspiel Rise of Insanity im Early-Access-Nebel von Steam umher. Nun ist es endlich fertig und wir haben uns den Psychohorror einmal genauer angeschaut. Albträume wie in der Geisterbahn. Das zumindest versprechen die Trailer, die bisher zu Rise of Insanity erschienen sind. Ist die Fahrt das Geld wert?

Wie in einem guten (oder auch schlechten) Horrorfilm wacht ihr zu Beginn ohne Anhaltspunkt in einem Anwesen auf. Ihr durchsucht die karg gestalteten Räume nach Hinweisen darauf, was geschehen ist und wer ihr seid. Die Räume sind düster, ständig scheint eine Bedrohung in der Luft zu schweben. Ihr seht schemenhafte Gestalten, Schatten streifen umher, Stimmen rufen nach euch. Ein Echo der Vergangenheit hallt durch das Haus. Dies ist der Grundton von Rise of Insanity.

Die Atmosphäre erinnert stark an Genregeschwister wie Amnesia: A Machine for Pigs. Bewusst gesetzte Schockmomente rufen regelmäßig laut „Buh!“. Ihr wechselt häufig den Schauplatz, die Orte bleiben aber im Großen und Ganzen immer dieselben: ein Gartenhaus, eine Wohnanlage, ein Sanatorium, Keller. Ihr bleibt auf eurer Reise aber stets einsam. Tatsächlich begegnet ihr im gesamten Spielverlauf keiner einzigen Person. Es sind immer nur Andeutungen von Begegnungen. Für den einen ist das subtil und erzeugt Spannung, für manch anderen ist das zu langweilig.

Ein Schöckchen nach dem anderen

Rise of Insanity spielt sich als eine Aneinanderreihung von kleineren, unspektakulären Schockereignissen. Ziemlich schnell hat man fast immer schon eine Ahnung, was als Nächstes kommt. Es hilft der Entwicklung der Geschichte auch nicht sonderlich, dass die Schauplätze alle fünf Minuten wechseln. So habt ihr euch gerade an das Gewächshaus und seinen Charme gewöhnt, schon geht es in der nächsten Szene in ein Haus, zu dem es erst einmal wieder eine Beziehung herzustellen gilt.

Rise of Insanity baut somit Spannung schnell und sogar recht sinnvoll auf, um sie dann wieder versanden zu lassen. Höchst ineffektiv, wenn man bedenkt, welche Mühe sich die Entwickler damit geben. Die nett gemeinten Rätsel, die ab und zu eingestreut wurden, sind ganz unterhaltsam, übersteigen aber nie das Niveau eines Kinderkrimis. Schemenhaft erklären euch die Bilder, die ihr überall in der Spielwelt findet, wie ihr die wenigen Geisterwesen verscheucht, die euch ansonsten den Tod brächten. Gelegentlich schlüpft ihr in das Gefieder eines Raben, um im Flug die Geisterwelten zu erkunden.

Rise of Insanity - Launch Trailer
Ein im Garten vergrabener Junge, Psychiater und das Unwissen, ob du noch bei Verstand bist. Damit spielt Rise of Insanity.

Die sehr verworrene Levelgestaltung lässt Rise of Insanity eher planlos denn beängstigend wirken. Im Mischmasch aus Psychohorror und wirrer Mysterygeschichte verlieren die Entwickler ein ums andere Mal den roten Faden. Gruselig ist anders. Auch wenn wir uns die Effekte mit der Technik einer VR-Brille - Oculus Rift oder HTC Vive - dazudenken (der Tester dieses Spiels hatte leider keine zu Hand), ist das Ganze nicht sonderlich spektakulär.

All diese Punkte fügen sich zu einem Bild zusammen, in dem sich Rise of Insanity niemals zu Höherem berufen fühlt, sondern eher VR-Demo sein will, die die Fähigkeiten einer aktuellen Technologie darzustellen versucht, ohne sie auszureizen, neu zu definieren oder sie gar spaßig zu machen.

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