Test - Ridge Racer 6 : Ridge Racer 6

  • X360
Von Kommentieren

Wen die stets gleichen Rennen des Xplorer-Modus auf Dauer langweilen, kann sein Glück im 'Single Race' versuchen oder sich im 'Global Time Attack' mit den Besten der Welt messen. Während sich hinter dem Erstgenannten nur einfache Rennen verbergen, in denen ihr Rennklasse und Strecke selbst bestimmen könnt, sorgt der Global-Time-Attack-Modus für gehörig Motivation bei Fans der Bestzeitenjagd. Hier bestreitet ihr Rennen frei von jeglichem Gegnerballast gegen eine gnadenlos tickende Uhr. Eure jeweilige Leistung wird dabei dank Xbox Live online verewigt und mit den Zeiten anderer 'Ridge Racer'-Fahrer verglichen. Wenn gewünscht, kann man zudem sein Rennen als Aufzeichnung auf den Namco-Server hochladen oder sich die Aufzeichnung anderer Spieler herunterladen, um gegen deren Geisterwagen anzutreten.

Wer eine menschliche Herausforderung sucht, aber nicht nur gegen Aufzeichnungen antreten will, kann zudem über Microsofts Online-Portal mit bis zu vierzehn Teilnehmern um die Wette rasen. Je nachdem, ob ihr euch für ein Basic-Rennen oder ein 'Ranked Match' entscheidet, spielt ihr dabei um Spaß oder um wichtige Punkte in der internationalen Meisterschaft. Optionstechnisch bietet 'Ridge Racer 6' dabei gewohnte Xbox-Live-Kost. Von einer recht ordentlichen Sprachübertragung bis hin zu unterschiedlichen Einstellmöglichkeiten beim Auffinden von Spielen finden Online-Zocker fast alles, was das Herz begehrt. Leider steht es jedoch in Sachen Netzcode nicht ganz so gut. Wer wirklich die volle Zahl an Teilnehmern hosten will, sollte schon über einen besonders leistungsfähigen Internetanschluss verfügen, denn selbst bei einem kleinen Fahrerfeld kommt es gerade bei internationalen Rennen immer wieder zu unschönen Verbindungsrucklern und Synchronisationsproblemen. So sollte es euch beispielsweise nicht verwundern, wenn ihr bei der Endabrechnung auf einmal auf dem zweiten oder dritten Platz landet, obgleich ihr während des Rennens eigentlich als erster die Ziellinie überschritten habt. Wem dies zu nervig ist, der kann natürlich auch offline gegen Freunde antreten. Leider bietet 'Ridge Racer 6' hierfür jedoch nur einen normalen Splitscreen-Modus. Mehrspieler-Rennen über ein Netzwerk sind nicht möglich.

Tolle Xbox-Grafik

Als technisch leicht altbacken stellt sich schließlich die Grafik heraus. Ob nun Streckendetails oder Fahrzeugmodell, auch wenn das Design durchaus gefällt, hinterlässt die Optik doch stets den Eindruck, als würde man ’nur’ vor einem hübschen Xbox-Spiel sitzen. Einzig die überzeugende Weitsicht vieler Strecken sowie die auf einem HDTV teils ordentlichen Texturen zeugen von der zusätzlichen Leistungsfähigkeit der Xbox 360. Zu allem Überfluss hat man bei Namco auf ein vernünftiges Anti-Aliasing verzichtet, weshalb das Geschehen unter einem zwar nicht übertriebenen, aber doch vorhandenen Kantenflimmern leidet. Dafür stimmen zumindest das Geschwindigkeitsgefühl und die Bildwiederholungsrate. Gerade in den späteren Rennklassen kommt ihr euch vor, als wenn ihr über den Asphalt fliegen würdet und von allen Xbox-360-Starttiteln verfügt 'Ridge Racer 6' klar über die stabilste Framerate. Ruckler sucht ihr hier vergebens. Egal, wie viel auch gerade auf dem Bildschirm los ist, die Bildwiederholungsrate liegt bei konstanten 60 Bildern pro Sekunde.

Als treibend stellt sich abschließend nicht nur das Geschehen auf dem Bildschirm heraus. Auch die Akustik sorgt serientypisch mit allerlei Techno- und Trance-Stücken für einen erhöhten Pulsschlag. Abwechslung bringen vereinzelte Swing-Passagen. Während die Musik somit hervorragend zum rasanten Gameplay passt, hat es Namco dieses Mal mit dem Ansager etwas übertrieben. Sorgte der überdrehte Off-Sprecher schon in den Vorgängerepisoden für teils heftige Kopfschmerzen, definiert der neue Sprecher das Wort ’nervig’ quasi neu. So kann es euch passieren, dass ihr allein in einem Rennen mehr als ein Dutzend Mal das Wort ’Nitro’ in allerlei Variationen hören dürft. Glücklicherweise lässt sich der Ansager deaktivieren. So könnt ihr dann auch besser der schönen Dolby-Digital-5.1-Abmischung der Motorengeräusche lauschen.

Fazit

von Jan Krause
'Ridge Racer 6' macht es einem nicht gerade leicht: Auf der einen Seite haben wir das simple, aber dennoch ungemein spaßige Rennverhalten vergangener Arcade-Zeiten, auf der anderen Seite stehen eine Grafik, die kaum den Anforderungen der neuen Generation gerecht wird, sowie das auf Dauer extrem repetitive Gameplay. Denn so toll der umfangreiche Karrieremodus auch sein mag, aufgrund der recht geringen Anzahl von fünfzehn Strecken sehnt ihr euch schon bald nach mehr grafischer Abwechslung und neuen Herausforderungen. Glücklicherweise bietet die Spielmechanik genügend Möglichkeiten, sich zu verbessern, um über diese Schwachpunkte hinwegzutrösten. Wem es also mehr um fahrerische Perfektion geht als um stetig neue Streckenkost, der sollte sich den neuesten Teil von Namcos Erfolgsserie definitiv genauer ansehen.

Überblick

Pro

  • beeindruckende Anzahl an Rennen
  • extrem driftlastiges Gameplay
  • stabile Bildwiederholungsrate
  • tolles Geschwindigkeitsgefühl
  • auch für Einsteiger geeignet

Contra

  • fast schon zu einfach
  • ’nur’ ordentliche Grafik
  • Ansager nervt auf Dauer
  • relativ wenige Strecken und Modi (gemessen am Umfang)
  • Gegner-KI fast nicht vorhanden

Wertung

  • X360
    80
    %

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel