Test - Ridge Racer 6 : Ridge Racer 6

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Namco geht fremd! Verband man den Erfolgsraser 'Ridge Racer' bisher stets mit Sonys PlayStation, erscheint der sechste Teil der Serie für ein Fremdsystem. Ob 'Ridge Racer 6' dabei für ähnliche Verkaufsschübe sorgen kann wie seine Vorgänger auf PSP und PlayStation, verrät unser umfangreicher Testbericht.

Wer bremst, verliert!

In kaum einem anderen Rennspiel gilt diese goldene Regel mehr als bei 'Ridge Racer'. Wo bei anderen Rennserien ein realistisches Fahrmodell an erster Stelle steht, fährt sich 'Ridge Racer 6' – getreu seinem Arcade-Ursprung – deutlich leichtgängiger. Entsprechend geht es weniger darum, den richtigen Bremspunkt zu finden, als vielmehr das Driftverhalten des Boliden unter Kontrolle zu bekommen. Und dies geht erfreulich leicht. Wollt ihr euer Fahrzeug in einen Drift zwingen, reicht es, kurz vom Gas zu gehen, in die Richtung der bevorstehenden Kurve zu lenken und das Pedal wieder komplett durchzudrücken. Schon bricht euer Heck aus und der Bolide schafft selbst die haarigste Kurve ohne nennenswerten Geschwindigkeitsverlust. Leicht in Verruf geraten ist 'Ridge Racer' dabei auf der PSP, da euer Auto die Drifts automatisch abbricht, sofern ihr nach einer Kurve nicht übermäßig steuert. Gleiches gilt auch auf der Xbox 360. Somit haben selbst absolute Neulinge gute Chancen, teils beeindruckende Fahrkombinationen unter Vollgas zu absolvieren.

Damit erfahrene Straßenchaoten dennoch nicht unterfordert sind, kommt 'Ridge Racer 6' mit drei verschiedenen Fahrzeugtypen daher, wobei sich zumindest die letzte Klasse deutlich anspruchsvoller fährt. Während Anfänger mit Boliden der Kategorie 'Mild' quasi wie auf Schienen durch die fünfzehn Strecken des Spiels brettern, greifen langjährige 'Ridge Racer'-Fans auf die klar PS-stärkeren 'Standard'- oder 'Dynamic'-Fahrzeuge zurück. Diese bieten nicht nur eine höhere Endgeschwindigkeit, sondern neigen deutlich stärker zum Driften sowie Ausbrechen.

Letzteres ist dabei noch nicht einmal ein Nachteil. Wie schon bei der PSP-Variante dienen die Drifts nicht allein dem rasanten Meistern von Kurven, jeder Gripverlust füllt euer Nitro-Konto auf. Dabei lassen sich bis zu drei Nitros speichern und auf Wunsch sogar gemeinsam zünden. Je mehr Nitro ihr dabei vor dem Zünden anspart, desto schneller wird euer Vehikel beschleunigt und desto länger hält die Zusatzgeschwindigkeit an. Die Kombination aus leichter Kurvengängigkeit und der Tatsache, dass sich euer Nitro nur durch rasantes Driften auffüllt, sorgt dabei für eine recht ungewöhnliche Konsequenz. Galt es bisher bei Rennspielen, eher auf Geraden den Zusatzschub zu zünden, erwischt ihr euch bei 'Ridge Racer 6' dabei, euer Nitro in möglichst kurvenreichen Abschnitten zu aktivieren. Wer nämlich solche Abschnitte mit Zusatzschub erfolgreich meistert, freut sich sogleich über erneut gefüllte Nitroanzeigen.

Ein X für ein U

Gedriftet wird die meiste Zeit im neuen World-Xplorer-Modus. Hier rast ihr auf einer riesigen Weltkarte zunächst 111 Rennen ab. Wer fleißig Gas gibt, schaltet jedoch recht bald 100 weitere Rennen sowie kleinere Extras und zusätzliche Fahrzeuge frei. Der Schwierigkeitsgrad im Xplorer-Modus nimmt dabei erfreulich gemächlich zu, sodass ihr alle Zeit der Welt habt, euch an das Fahrmodell sowie die Streckenführung zu gewöhnen. Auf der anderen Seite dürften sich jedoch erfahrene Spieler beschweren, dass sie erst nach mehreren Stunden Spielzeit erstmals wirklich gefordert werden. Immerhin motivieren unzählige Fahrzeuge, die ihr mit jedem Sieg freischaltet. Zudem dürften gerade die letzten Rennen selbst gestählte 'Ridge Racer'-Fans verzweifeln lassen, da der Schwierigkeitsgrad dann fast ins Unermessliche steigt. Etwas frustrierend wirkt sich hierbei die Tatsache aus, dass der Schwierigkeitsgrad weniger das Resultat gut fahrender KI-Gegner ist, sondern eher aus der Tatsache erwächst, dass eure virtuellen Widersacher auf unfaire Tricks zurückgreifen. So sollte es euch später nicht verwundern, wenn die CPU selbst dann Nitros zündet, wenn dies laut Rennregeln in diesem Rennen theoretisch nicht erlaubt ist.

Hier hilft dann nur Schubsen und Abdrängen. Die schön modellierten Fahrzeuge nehmen dabei übrigens keinen Schaden. Denn auch wenn Namco auf Lizenzwagen verzichtet hat, ein Schadensmodell bietet 'Ridge Racer 6' nicht. Einzige Strafe für das Berühren der Bande oder eines Gegners sind teils heftige Geschwindigkeitseinbußen.

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