Preview - RAGE 2 : Zum ersten Mal angespielt!

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Der erste Teil von RAGE überstand eine aufreibende Entwicklungsodyssee. Angekündigt im Jahre 2007, machte der Quake- und Doom-Schöpfer id Software erst mit Electronic Arts gemeinsame Sache, bevor er mit dem Spiel zu Bethesda wechselte und es schlussendlich im Jahre 2011 veröffentlichte. Angestachelt von der langen Wartezeit hatten die Fans hohe Erwartungen, die der postapokalyptische First-Person-Shooter nicht bei jedermann vollends erfüllen konnte. Nun kündigte Bethesda den Nachfolger RAGE 2 an. Wir konnten bereits einen kleinen Ausschnitt aus dem Shooter anzocken. Wird RAGE 2 ein Knaller? Keine Ahnung, aber es wurde viel geballert!

Wenn es um RAGE 2 geht, sprechen die Mitarbeiter von id Software und Avalanche Studios von einem “First Person Shooterverse” in einer post-postapokalyptischen Welt. Was das bedeutet? Das Brachland hat sich weiterentwickelt. Ging die Welt im Vorfeld des ersten Teils am Asteroideneinschlag fast zugrunde, haben sich in der Zwischenzeit neue Strukturen in der moderneren Zivilisation ausgebildet. Geht es dieses Mal etwas gesitteter zu? Auf keinen Fall!

Für RAGE 2 sitzt nicht mehr id Software am Hebel. Stattdessen übernimmt der schwedische Entwickler Avalanche Studios das Ruder. Id Software steht aber mit Rat und Tat zur Seite. Dank der Just-Cause-Serie kennen die Mitarbeiter von Avalanche den einen oder anderen Kniff, wenn es um Open-World-Abenteuer geht. Das Credo lautet entsprechend auch in RAGE 2: “Wenn ihr etwas seht, könnt ihr dorthin. Wenn ihr damit interagiert, reagiert es.”

Ein Actionbuffet

Dementsprechend kommt auch nicht mehr die id-Tech Engine zum Einsatz, sondern die Apex Open World Engine. Bei der Präsentation macht RAGE 2 optische eine gute Figur, verzichtet jedoch auf den Cel-Shading-Anstrich. Die Welt besteht nicht mehr nur aus verschiedenen Brauntönen, stattdessen sorgen unterschiedliche Biome für reichhaltige Abwechslung in der virtuellen Natur. Ein dicker Unschärfefilter trübt allerdings im wahrsten Sinne des Wortes die frühe Anspielfassung auf dem PC. Eine Funktion, die ihr sicherlich zum Release ausschalten könnt. Mit knackscharfer Kantenglättung weiß RAGE 2 optisch bestimmt noch etwas mehr zu gefallen.

Im Vordergrund der Präsentation standen zwei Gameplay-Elemente: Auseinandersetzungen im Auto und zünftige Schusswechsel. Hier kommt die Erfahrung beider Studios zum Tragen: Während Avalanche Studios aufgrund der Just-Cause-Serie ein Händchen für Fahrzeuge hat, ist id Software vor allem für seine Shooter-Vergangenheit bekannt. Gerade in dieser Hinsicht gab es für RAGE 2 viel Feintuning, wie die Entwickler verraten. Eine feste Erfolgsformel existiere nicht. Es komme auf das richtige Gefühl an. Wenn ihr mit der Schrotflinte etwa einen Gegner zehn Meter durch den Raum katapultiert, ergeben sich die Mundwinkel nicht nur der Schwerkraft, es wird auch sofort klar, was mit dieser Aussage gemeint ist.

In RAGE 2 wummst es gewaltig. Egal ob ihr die Schrotflinte nutzt, auf das vollautomatische Gewehr zurückgreift oder die Pistole verwendet, jede abgefeuerte Patrone bohrt sich mit mächtig Dampf in den Feind. Dieses wuchtige Gefühl wird durch das tolle Sounddesign verstärkt. Jeder Schuss knallt mit ordentlich Druck aus den Boxen. So geht Gunplay!

Der Wingstick, eine Art todbringender Bumerang, kehrt aus dem ersten Teil wieder zurück. Allerdings war das die einzige exotische Waffe, die vorgestellt wurde. Hoffentlich kann die Vollversion mit weiteren abgefahrenen Schießwerkzeugen aufwarten. Denn was bringt einem das abgedrehte Szenario, wenn man ausschließlich auf handelsübliche Pistolen und Gewehre zurückgreifen darf? Borderlands- und Bulletstorm-Fans wissen, was gemeint ist.

Dicke Wummen und der Turbomodus

Unterschiedliche auf Nanotechnologie basierende Spezialfähigkeiten sorgen aber auch so für ein bisschen Abwechslung. Ihr könnt in die Luft springen und dadurch eine verheerende Nahkampfattacke auslösen, die mehrere Feinde im Umfeld aus den Latschen haut, oder sie auch einfach richtig fies tackeln. Vor allem das Verhalten der KI-Gegner war in Rage ein Alleinstellungsmerkmal. Aufgeweckt und flink auf den Füßen versuchten die Feinde euch das Leben schwer zu machen.

RAGE 2 - Gameplay Trailer
Vor dem großen E3-Auftritt am 11. Juni zeigt Bethesda zusammen mit id Software nun auch erste Spielszenen aus RAGE 2.

Während der kurzen Demo blitzte dieses Merkmal häufig auf. In offenen Arealen müsst ihr damit rechnen, flankiert zur werden. Werft ihr euren BOOMerang, dann ducken sich die Feinde oft weg. Einzelne Teile der Rüstungen lassen sich mit Waffengewalt entfernen, woraufhin die Gegner theatralisch reagieren und sich die schmerzenden Extremitäten halten. Trotzdem waren die schlecht gelaunten Überlebenden im spielbaren Ausschnitt keine große Bedrohung und oft Kanonenfutter. Deckungsmöglichkeiten wurden nur halbherzig genutzt und ob man beim Verlust der Rüstung wutentbrannt auf den bewaffneten Protagonisten zustürmen sollte, darf ebenfalls bezweifelt werden.

Allerdings endete die Demo frühzeitig. Während die Präsentation von einem Bosskampf gegen einen kolossalen Mutanten gekonnt abgerundet wurde, blieb diese Szene beim Probezocken aus. Auch die gleichermaßen witzige wie absurde Begegnung mit dem durchgeknallten Dr. Antonin Kvasir fiel leider flach. So zeigten die Entwickler zwar bei der Vorstellung interessante Ansätze, in welche Richtung sich RAGE 2 entwickeln könnte, doch die Demo konzentrierte sich ausschließlich auf eine kurze Ballersequenz.

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