Test - Purrfect Date : Sexting mit Katzen – what the, äh ... fuck?!

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Wo wohnt die Katze? Im Miezhaus!

Umso witziger wirkt die Adaption in Purrfect Date. Das bizarre Drumherum soll erklären, wie die Kommunikation zwischen Mensch und Katze zustande kommt, unterstreicht aber nur noch, wie blödsinnig die Erzählung bei nüchterner Betrachtung ist. Ihr übernehmt die Rolle eines Forschers, der das Verhalten der Katzen auf jener geheimnisvollen Insel protokollieren soll und gleichzeitig die Aufgabe hat, ein Gegengift für unerklärliche Verwandlungen zu finden. Denn bislang wurde jeder Forscher, der sich auf die Insel wagte, innerhalb eines Zyklus von wenigen Tagen in einen Stubentiger verwandelt.

Viel Interaktion dürft ihr nicht erwarten. Die meiste Zeit verbringt ihr mit dem Lesen eines in Englisch geschriebenen Groschenromans, der mit seinen 100.000 Worten zwar umfangreich, aber wenig lyrisch oder subtil ausfällt. Die Umschreibungen der Szenen wirken etwa so grob wie die schnell dahingekritzelten Zeichnungen, von denen es erstaunlich wenige gibt, da alle Ereignisse nur eine Handvoll Schauplätze als Kulisse benötigen. Vornehmlich euer heimisches Zelt, die Stationen, in denen ihr Forschungen anstellt, der angrenzende Wald und der romantische Strand.

Manche Zeichnungen tragen den Charme des Kunstwerks eines Vierjährigen, dem die Wasserfarben ausgelaufen sind. Pinselstärke dreihundertfuffzich ersetzt kein Talent, so viel steht fest. Es ist ratsam, beim Spielen keine spitzen Gegenstände in der Nähe zu haben, die dazu verführen könnten, sich zur Erholung die Augen auszustechen.

Verletzungen sind sowieso fest eingeplant. Angesichts der breiten Palette flacher Wortwitze. Etwa dreimal pro Sitzung knallt der Kopf auf die Tischkante, weil man sich in elender Verzweiflung nicht entscheiden kann, ob man lachen oder weinen soll. Wenn dann noch die oft überzuckerte Begleitmusik einsetzt, steht man nicht selten vor einem Anruf in der Klapse. Wer um alles in der Welt hat jemals nach diesem Spiel verlangt?

Ist die Katze gesund, freut sich der Hund

Das Ganze hat die Faszination eines Autounfalls. Es ist schrecklich, aber man muss weiter hinschauen, und ehe ihr euch verseht, seid ihr durch die Hälfte der Handlung gestolpert, ohne viel dafür zu tun. Hier und da wählt ihr den nächsten Schritt aus, also welchen Forschungen ihr nachgeht, ob und wann ihr euch schlafen legt, welche Fellnase ihr datet und welchem der wenigen Handlungsstränge ihr folgt, in der Hoffnung, dem Vierbeiner zu gefallen. Echte Verzweigungen sind allerdings selten und beschränken sich auf Reaktionen, die der Tat oder der Aussage eines Flirtpartners folgen, in der Hoffnung, ihn damit rumzukriegen. Logik ist kein Maßstab, weil Katzen. Ist klar, ne?

So bekloppt das Abenteuer auch sein mag, es gehorcht immerhin seiner eigens auferlegten Sinnlosigkeit. Jede der porträtierten Katzen hat eigene Charakterzüge, die Kenner garantiert wiedererkennen. Es gibt das süße tapsige Fellknäuel, die eingebildete, obwohl hässlich schrumplige Nacktkatze aus der Sphynxen-Gattung wie auch die mürrische fette Grumpycat. Jede davon ist auf ganz eigene Art eine Diva und muss auf andere Weise verführt werden.

Viel falsch machen kann man beim Daten aber nicht. Dazu gibt es zu wenig Handlungsspielraum. Das Ende des Spiels mit seinen multiplen Ausgängen hängt von einer Kombination der Paarungen sowie den Forschungsergebnissen ab, für die nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung steht.

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