Test - Project: Snowblind : Spiel der Woche 12/05

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Die Jungs von Crystal Dynamics sind wahrlich keine Anfänger und haben schon so manches Highlight auf den Markt gebracht. Jetzt wollen sie mit ’Project: Snowblind’ das Genre der Firstperson-Shooter im Sturm erobern. Die Vorzeichen stehen gut, denn vorab machten sowohl die Präsentation als auch die Spielbarkeit einen viel versprechenden Eindruck. Wir haben uns für euch in den Kampf geworfen und kommen jetzt mit unserem ausführlichen Erlebnisbericht zurück.

Wir schreiben das Jahr 2065. Hongkong befindet sich im Würgegriff eines skrupellosen Militärregimes, das nach einem Regierungsputsch die Macht ergriff. Seitdem beherrschen Angst und Schrecken die Straßen der Weltmetropole. Während sich die meisten Nationen immer weiter von diesem Konfliktherd zurückziehen, bricht eine spezielle Eliteeinheit auf, um den neuen Oberhäuptern Hongkongs das Handwerk zu legen. Diese werkeln an einer geheimen Waffe mit der Bezeichnung ’Project: Snowblind’, die das Ende der technischen Zivilisation hervorrufen könnte. Doch noch besteht Hoffnung und sie liegt einzig und alleine in einer kleinen Gruppe von modernen Soldaten.

Frost, Nathan Frost

Ihr schlüpft in die Rolle von Leutnant Nathan Frost und seid gleich von Beginn an im Brennpunkt des Geschehens. In der ersten Mission bekämpft ihr unzählige Gegner aus den Reihen des neuen Regimes und macht euch dort mit den Grundzügen der Steuerung vertraut. Dank hilfreicher Einblendungen erfahrt ihr innerhalb weniger Augenblicke, wie ihr beispielsweise mit eurer Waffe umgeht, Granaten schmeißt oder vor dem feindlichen Kugelhagel in Deckung geht. So finden auch Einsteiger recht schnell ins Spielgeschehen und werden behutsam mit der großen Masse an Informationen konfrontiert. Bis zu diesem Zeitpunkt präsentiert sich 'Project: Snowblind' noch wie ein handelsüblicher Ego-Shooter, der zwar viel Action, aber wenig innovative Ideen mit sich bringt. Doch lasst die ersten Minuten über euch ergehen und ihr werdet angenehm überrascht. Nathan Frost wird bei den Kämpfen schwer verwundet und erliegt wenig später seinen Verletzungen. Ein Team von spezialisierten Ärzten holt ihn jedoch wieder zurück ins Leben und bestückt seinen gestählten Körper mit kybernetischer Technologie. Ab diesem Augenblick geht das Spiel eigentlich erst richtig los.

Der Cyber-Soldat

Dieser kleine operative Eingriff verändert nicht nur das gesamte Leben von Nathan Frost, sondern auch den Spielablauf. Die kybernetischen Extras, die jetzt im Körper des Protagonisten stecken, verleihen dem actionreichen Geschehen erst die richtige Würze. Frost ist quasi eine Art Robocop im Soldatengewand und kann auf einige sehr nützliche Hilfsmittel zurückgreifen. Eine Art eingebauter Visor schaltet in dunklen Räumen beispielsweise auf Wunsch ein Nachtsichtgerät hinzu, das die nähere Umgebung taghell erscheinen lässt. Doch damit nicht genug, denn ihr dürft zusätzlich auf einige interessante Spezialfähigkeiten zurückgreifen. So könnt ihr beispielsweise den Ablauf der Zeit für wenige Augenblicke verlangsamen, um gegnerischen Schüssen besser auszuweichen. Alternativ baut ihr einfach ein kugelsicheres Schild vor euch auf, das die Projektile bis zu einem bestimmten Zeitpunkt einfach abprallen lässt. Allerdings zehrt jeder Einsatz an den Energiereserven der Bioimplantate, die sich erst nach kurzer Pause wieder aufladen. Geht also nicht allzu sorglos mit ihnen um.

Allgemein stehen Taktik und Bedacht deutlich im Vordergrund. Wer in den Missionen unüberlegt nach vorne stürmt, darf in den nächsten Sekunden dabei zusehen, wie der Held im Feindesfeuer sein Lebenslicht auspustet. Vielmehr kommt es darauf an, zunächst die Lage zu sondieren und mit einem konkreten Plan im Hinterkopf vorzugehen. Ein Geschütz im gegenüberliegenden Gebäude macht euch Probleme? Marschiert doch einfach durch das naheliegende Treppenhaus nach oben und fallt dem Gegner in den Rücken. Solche Situationen gehören zum Alltag von 'Project: Snowblind' und heben das Spiel erfreulicherweise von der breiten Masse der stumpfen Ballerorgien ab. Der geschickte Einsatz der Spezialfähigkeiten sowie eine ausgefeilte Taktik führen zum Erfolg.

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