Test - Pro Evolution Soccer 4 : Spiel der Woche 42/04

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Preisfrage: Was wird von Konsolen-begeisterten Fußballfans gefeiert wie ein zweiter Geburtstag? Richtig! Die jährliche Fortsetzung von ’Pro Evolution Soccer’ – das Spiel mit der Rückennummer zehn, Titelverteidiger und Herausforderer in Spielunion, denn die eigens gesetzte Messlatte ist höher denn je. Seid mit dabei, wenn die Krönung der Spielkultur unter dem legendären Coach Shingo ’Seabass’ Takatsuka die vierte Saison in Folge für sich entscheiden will.

'SC Erfolgsdruck' gegen 'VFL Frei Aufspielen'

Irgendwie paradox: Seit ihrer Europapremiere wurde der 'Pro Evolution Soccer'-Reihe nicht weniger attestiert als annähernde Perfektion in allen spielerischen Disziplinen. Wie man es dennoch schafft, unter der geballten Erwartungshaltung von Fans und Fachpresse jedes Jahr aufs Neue eine vollends überzeugende Leistung abzuliefern, bleibt wohl das Geheimnis des Trainerstabs der Konami Studios Tokyo. Wenn der 'Pro Evo'-Mannschaftsbus in europäische Gefilde einfährt, bekommen die Konkurrenzteams 'FIFA' und 'TiF' in erstaunlicher Regelmäßigkeit weiche Knie - dieser ausführliche Scouting-Bericht wirft einen Blick auf die aktuelle Form des Favoriten.

Die Neuverpflichtungen

Dass ohne Frischzellenkur das erfolgreichste Team irgendwann unter Überalterung zu leiden hat, ist ebenso Fußballgesetz wie die 90 Minuten regulärer Spielzeit. Kein Wunder also, dass die japanischen Fußballidole um Takatsuka-San das 'PES'-Mannschaftsgefüge durch einige Neuzugänge verstärkt haben: Zunächst kümmerte man sich um einschlägige Prominenz, denn der vielleicht einzige echte Schwachpunkt von 'PES' war bislang der Mangel an Lizenzen. Dieses Jahr freuen sich 'Laola'-Gucker also über die Originalmannschaften und -Spieler der ersten Ligen Spaniens, Italiens und der Niederlande. Insgesamt stehen 56 illustre wie authentische Teams zur Verfügung. Zusammen mit dem restlichen, dezent verfremdeten europäischen Fußballadel ('Borussia Dortmund' wird zu 'Westfalen', 'Chelsea' zu 'London Blue') und den populärsten Nationalmannschaften wählt man aus nunmehr über 200 Verbandsaufgeboten. Dies ist zwar immer noch weit vom 'FIFA'-Optimum entfernt, ist aber auf alle Fälle ein Schritt in die richtige Richtung. Außerdem steht wie immer der nun deutlich komfortablere Editor (sogar Stadionnamen, Logos und Trikotwerbung lassen sich bearbeiten) zur Verfügung, mit dem selbst der größte Pedant sein Originalitätsbedürfnis befriedigen kann.

Die nächste taktische Neuorientierung vollzog man bei der Menüführung. Der Moduswahl-Bildschirm gibt sich deutlich entschlackt, und auch das In-Game-Pausemenü hat eine funktionelle Umstellung erfahren. Ohne in den Mannschaftsscreen zu wechseln, dürfen Auswechslungen lobenswerter Weise sofort vorgenommen werden. Das Laden und Speichern voreingestellter Formationen besorgt ihr nun endlich in den Aufstellungsoptionen selbst - der Weg in ein Extra-Menü entfällt also. Was sich nach belanglosen Kleinigkeiten anhören mag, werden selbst konservativere Gemüter nach wenigen Spielstunden nicht mehr missen wollen.

Wichtig ist aufm Platz!

.. und hier lautete die Devise ja schon immer 'Evolution statt Revolution'. Wo andere Serien stets neue Elemente einführen, um diese bei mangelnder Aufnahme durch den Endverbraucher wieder sang- und klanglos in der Versenkung verschwinden zu lassen, wird bei Konami Tokyo mit unvergleichlichem Feingefühl an der bereits existierenden Engine gefeilt. Auch dieses Mal beinhaltete die Runderneuerung neben einem ansehnlichen Facelifting der stutzenbewehrten Bolzer etliche neue Animationsphasen, die das Geschehen auf dem Platz noch näher an eine reale Fußballübertragung heranrücken lassen. Besonders die neuen Foul-Animationen und die Bewegungsabläufe der Torwarte könnten echter kaum aussehen. Neben den elf Akteuren befindet sich nunmehr auch ein Referee auf dem Platz und manchmal wird bei Abseitspositionen sogar dessen Assistent mit gehobener Fahne eingeblendet - Atmosphäre pur.

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