Test - Pokémon X / Y : Evolutionstheorie

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Es gibt Fragen, die stellt sich jeder Mensch. Worin liegt der Sinn meines Daseins? Wird unser Planet die nächsten 1.000 Jahre noch überdauern? Soll ich noch Zähne putzen oder doch schon ins Bett gehen? Auf einen Großteil werden wir wohl nie eine Antwort bekommen. Ab dem 12. Oktober ist ohnehin keine Zeit mehr, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Denn dann müssen wir uns die wohl schwerste aller Fragen stellen: Pflanze, Feuer oder Wasser?

Wir waren uns schon früh darüber im Klaren, welchem Pokémon wir in der 6. Generation den Vorzug geben werden. Mit Ausnahme von Diamant und Perl fiel die persönliche Entscheidung unseres Pokémon-Testers immer auf das Feuer-Pokémon – so auch bei Pokémon X / Y. Wasser- und Pflanzen-Pokémon trifft man schließlich an nahezu jeder Weggabelung und sie lassen diesen gewissen Hauch von Exklusivität vermissen. Nach der obligatorischen Auswahl folgt die erste Auseinandersetzung mit einem anderen Trainer. Das Spiel schaltet in einen separaten Kampfbildschirm. Fynx und Igamaro stehen sich gegenüber.

Und zum ersten Mal erstrahlt ein klassisches Pokémon in 3-D. Statt zweidimensionaler Sprites erwarten euch komplett modellierte Taschenmonster mit jeweils eigenem Repertoire an Animationen und Bewegungen. Nur in dieser Situation sowie in vereinzelten Zwischensequenzen macht Pokémon X / Y Gebrauch vom stereoskopischen 3-D-Effekt des Handhelds. Bewegt ihr euch hingegen auf der komplett zusammenhängenden Oberwelt, müsst ihr ohne Tiefenwirkung zurechtkommen. Unverständlicherweise leidet die Bildwiedergabe oft, sobald ihr in den Kämpfen zum 3-D-Modus wechselt.

Gewalt ist eine Lösung

Am Ablauf der Kämpfe sowie dem zugrunde liegenden Spielsystem hat sich abseits der optischen Aufwertung nichts geändert. Die Wechselwirkung der unterschiedlichen Typen in Kombination mit verschiedenen Wesen, Fähigkeiten, Attacken und Items bietet eine Vielzahl an unterschiedlichen Strategien. Trotz seiner niedlichen Aufmachung und der weiterhin großen Zugänglichkeit sucht Pokémon in Sachen Komplexität und taktischer Finesse weiterhin seinesgleichen. Durch den neuen Pokémon-Typ Fee sowie die temporären Mega-Entwicklungen bereits bekannter Pokémon gewinnt das Spiel noch mehr an Spieltiefe. Hier wurde nicht groß experimentiert und zwanghaft versucht, die gängigen Konventionen über Bord zu werfen. Angesichts der durchdachten Spielmechanik und der riesigen Anzahl treuer Fans eine absolut nachvollziehbare Entscheidung.

Pokémon X / Y - Video Review
Mit Pokémon X / Y feiern die Pokémon ihre Premiere auf dem 3DS. Wie gut ihnen der Sprung in 3D gelungen ist, zeigt euch unser Videotest.

Wenn sich die Verantwortlichen einen Vorwurf gefallen lassen müssen, dann den, dass sich selbst nach über 15 Jahren am Spielablauf so gut wie nichts geändert hat. Nachdem wir und unser Fynx den ersten Kampf bestritten und den ersten düsteren Wald durchschritten haben, folgt auch schon der Besuch in der ersten Arena. Der immer gleiche Ablauf um das Erlangen der acht Arenaorden und der programmierte Konflikt mit einer Schar Bösewichte, die erneut Chaos stiften, ist für erfahrene Pokémon-Spieler ermüdend. Die relativ geringe Anzahl komplett neuer Pokémon und die im Vergleich zu Schwarz / Weiß wenig interessante Motivation des Antagonisten und seiner Gefolgschaft verstärken diesen Eindruck.

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