Preview - Project Morpheus : Ein völlig neues Spielgefühl

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Virtual-Reality-Headsets sollen den Konsumenten ein unvergleichlich intensives Spielgefühl bieten und außerdem eine neue Ära des Videospielens einläuten. Klar, dass Sony dem Vorreiter Oculus Rift nicht ohne Weiteres das Feld überlassen will. Seit mehr als drei Jahren arbeitet der Konzern an Project Morpheus, von dem wir uns vor wenigen Monaten bereits einen ersten Eindruck machen konnten. Auf der gamescom durften wir nun ein wenig mehr Zeit mit der interessanten Hardware verbringen.

Die Schwächen von VR-Headsets sind mittlerweile bekannt. Da das Display direkt vor den Augen platziert wird, wirkt das Bild selbst mit einer Auflösung von 1080p etwas zu pixelig und hat dazu noch mit Kantenflimmern zu kämpfen. Doch was die VR-Technologie wirklich ausmacht, ist dieses schwer zu beschreibende Mittendringefühl.

Von meiner Haiphobie habe ich bereits in einem Special ausführlich berichtet. So war ich auch sehr erleichtert, dass an den Anspielstationen von Project Morpheus die Longboard-Demo als Erstes frei wurde. Die Alternative wäre ein Besuch im Tauchkäfig gewesen, inklusive einer nervenaufreibenden Begegnung mit einem Weißen Hai. Daher atmete ich auf und folgte den Anweisungen der Sony-Mitarbeiter, mich in einen Sitzsack zu legen.

Rutschpartie auf dem Highway

Sobald ich es mir bequem gemacht hatte, wurde mir von den freundlichen Angestellten das VR-Headset samt Kopfhörer aufgesetzt. Obwohl ich bereits im letzten Jahr Oculus Rift ausprobieren durfte, war ich erneut beeindruckt, als ich mich plötzlich in einer völlig neuen Umgebung befand und diese mit Kopfbewegungen in alle Richtungen erkunden konnte.

Als ich meinen virtuellen Körper sah, verstand ich auch, weshalb ich eine Liegeposition einnehmen sollte. Auf einem Longboard liegend fand ich mich nämlich mitten auf einem Highway wieder, den ich ohne Vorwarnung steil hinunterraste. Da mir niemand einen Controller in die Hand drückte, fand ich heraus, dass ich per Kopfbewegung während meiner Abfahrt lenken konnte.

Im Affenzahn preschte ich den steilen Highway hinab, verscheuchte ein paar Raben von der Fahrbahn und konnte sogar einige Fahrzeuge ohne Kollision überholen. Als ich plötzlich direkt mit einem Lkw zusammenzustoßen drohte, zuckte ich kurz zusammen, nur um festzustellen, dass ich unter ihm hindurchfahren konnte. So ging es rasant bis ans staubige Ende dieser ungewöhnlichen Rennstrecke.

Die Longboard-Demo bietet ein wirklich spaßiges Erlebnis und einen kurzen Einblick, auf welchen Pfaden sich die VR-Technologie bereits befindet. Direkt nachdem ich mich von dem Sitzsack erhoben hatte, erfuhr ich, dass ich mir auf dem Leaderboard sogar den zweiten Platz gesichert hatte. Von Selbstvertrauen angetrieben spielte ich mit dem Gedanken, mich meiner Phobie ein für alle Mal zu stellen. Ob ich es getan habe, lasse ich hier offen. Ein paar Messebesucher behaupten allerdings steif und fest, in Halle 7 einen kreidebleichen Spieleredakteur gesehen zu haben, dem das pure Entsetzen im Gesicht stand.

Fazit

Tim Hielscher - Portraitvon Tim Hielscher
Trotz Macken viel Potenzial

Optisch sind die bisher gezeigten Demos eher ernüchternd. Das wird sich voraussichtlich nicht großartig ändern, da für die Darstellung der virtuellen Welt per Headset eine enorme Rechenleistung benötigt wird. Doch die eindeutige Stärke liegt im Spielgefühl an sich, denn das ist tatsächlich wirklich neu und birgt immenses Potenzial. Besonders da Sony in letzter Zeit auf eine gute Zusammenarbeit mit Indie-Entwicklern setzt, könnte Project Morpheus in Zukunft noch einige spannende Überraschungen bieten.

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