Special - PlayStation 3 - Multimedia-Special : Die PS3 will mehr als nur spielen.

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Kreuzweg

Die Multimedia-Funktionen sind ja schön, allerdings kann es schon nerven, wenn man diese erst nach langem Suchen findet. Entsprechend wichtig ist das System-Menü. Hier hat Sony keine Experimente gewagt und einfach eine modifizierte Version des PSP-Menüs übernommen. Das so genannte Crossbar-System funktioniert folgendermaßen: Ihr wählt in horizontaler Richtung zwischen Haupt-Icons, die von rechts nach links angeordnet sind. Habt ihr eines dieser "Themen" angewählt, öffnen sich Unter-Icons in vertikaler Anordnung. Dieses Kreuz-System sieht gut aus und funktioniert ordentlich, manchmal vermisst man aber mehr Übersicht und einen rascheren Wechsel zu bestimmten Bereichen. Ob man das Crossbar-Interface nun mag oder nicht, ist somit letztlich wie so vieles schlicht Geschmackssache.

Eher überraschend ist, dass es Sony erlaubt, bestimmte Open-Source-Programme auf der PS3 zu nutzen und eine Linux-Version zu installieren (benötigt 10GB auf der Platte). Zwar gibt es einige Schutzmechanismen und Einschränkungen, sodass wohl keine aufwändigen Spiele möglich sein werden, aber immerhin können findige Programmierer mit ihrer Software auf das Blu-Ray-Laufwerk, auf die USB-Eingänge, auf Ethernet-, Bluetooth-, WLAN- und Audio-Schnittstellen zurückgreifen. Problemlos sollten hierbei Multimedia-Software, OpenOffice und ähnliche Programme nutzbar sein, die mit dem 256MB großen Hauptspeicher der PS3 auskommen. Man darf gespannt sein, was uns diesbezüglich erwartet. Da dieser Teil komplett vom PS3-System getrennt ist, besteht wohl auch nicht die Gefahr, dass die PS3 durch solche Programme geschrottet wird.

Online und alte Freunde

Wie schon erwähnt, könnt ihr mit der PlayStation 3 online gehen. Hierbei stehen zwei Wege zur Auswahl: Entweder verkabelt ihr die Konsole per Ethernet mit eurem Router bzw. Modem (nur Breitband möglich) oder aber ihr bleibt ungebunden mittels WLAN. Praktisch: Die zum Start verfügbare PS3-Version hat einen WLAN-Sender/Empfänger bereits eingebaut. Ihr braucht also nur noch einen WLAN-Router und schon steht der kabellosen Verbindung eurer Internet-Connection zwischen Konsole und WLAN-Station nichts mehr im Wege, solange der Abstand nicht zu groß ist.

PlayStation 3 Doch was bringt die Online-Option überhaupt auf der PlayStation 3? Am interessantesten ist natürlich das Online-Gaming. Zukünftig sollen die meisten Spiele über einen Online-Mehrspielermodus verfügen. Ärgerlicherweise fehlt dieser aber gerade bei diversen PS3-Launchtiteln von Drittherstellern – da war wohl die Zeit zu knapp, dies noch rechtzeitig zu implementieren. Dieses Problem dürfte sich später aber nicht mehr stellen. Erfreulicherweise sieht Sony im Gegensatz zu Microsoft davon ab, für "normales" Online-Gaming eine Abo-Gebühr zu verlangen. Dies dürfte nur bei aufwändigen Online-Projekten wie etwa MMORPGs anders aussehen. Trotzdem werdet ihr hin und wieder zur Kasse gebeten: Über den PS3-Online-Store könnt ihr zusätzliche Spielinhalte für eure PS3-Titel herunterladen – manche sind gratis, manche kosten etwas (Bezahlung per Kreditkarte). Ganze Spiele werden so online angeboten, von simplen kleinen Spielereien und PSP-Umsetzungen wie etwa ’Tekken: Dark Resurrection’ bis hin zu vollwertigen Games wie ’WarHawk’. Das Angebot scheint also vielfältiger als bei der Konkurrenz Xbox Live Arcade.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind Firmware-Updates, die ihr ebenfalls online herunterladet. Diese Verbesserungen sollen ähnlich wie schon auf der PlayStation Portable häufig veröffentlicht werden und nach und nach diverse bestehende Funktionen verbessern, Mängel beheben sowie neue Features bringen. Entsprechend sind wir überzeugt, dass zumindest einige der angesprochenen (Kompatibilitäts-)Schwächen im Multimedia-Bereich noch behoben werden, außerdem hoffen wir beispielsweise darauf, dass es zukünftig wie auf der Xbox 360 möglich sein wird, Downloads nebenbei herunterladen zu können, ohne in dem entsprechenden Menü verharren zu müssen. Ebenfalls verbesserungswürdig ist noch die Freundesfunktion, bei der sich Sony wohl auch bei der Konkurrenz inspirieren ließ. Ihr könnt euren Nickname registrieren lassen und die Alter Egos eurer PS3 spielenden Kumpels in eure Freundesliste übernehmen.

Wer gerne alte Freunde in Form von lieb gewonnenen PSone- und PS2-Spielen wieder sehen will, hat durch die Abwärtskompatibilität der PlayStation 3 die Möglichkeit dazu. Auf der Konsole könnt ihr nämlich die Oldie-Games ebenfalls spielen. Allerdings gilt dies lediglich für die Theorie: Da Sony bei dem europäischen PS3-Modell auf eine reine Emulation per Software setzt, dürften eine ganze Reihe von Klassikern nicht funktionieren. Überdies werden wohl immer wieder Updates zu saugen sein, um die Liste an kompatiblen Spielen zu erweitern. Immerhin soll bereits zum PS3-Launch ein großes Update folgen. Weitere Stolpersteine: Das Übertragen von PS2-Spielständen geht nur per separat erhältlichem Adapter und viel PS2-Zubehör ist nicht auf der PS3 einsetzbar.

Man darf gespannt sein, wie sich diese Funktion entwickeln wird, auch wenn sich die frischgebackenen PS3-Käufer wohl doch eher für die aktuellen Spiele ihrer Konsole interessieren dürften. Und wenn einem das nicht reicht, bleiben ja immer noch die angesprochenen Multimedia-Features, die zum Ausprobieren und ausgiebigem Nutzen einladen. So scheint die PlayStation 3 alles in allem ihrem Namen nur noch bedingt gerecht zu werden – vielleicht sollte Sony mal über eine Franchise namens "MediaStation" oder Ähnliches nachdenken?

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