Test - PlayerUnknown's Battlegrounds : PUBG 1.0: Die Shooter-Sensation ist endlich fertig!

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Ein gutes Dreivierteljahr schlummerte der Battle-Royale-Shooter in der Early-Access-Phase. In der Zeit entwickelte PUBG Corporation das Projekt fleißig weiter, während am laufenden Band Rekorde gebrochen wurden. Der Hype ist so groß wie nie. Dabei ist PlayerUnknown's Battlegrounds in gewisser Weise die Antithese zu den Spielen der heutigen Zeit. Und trotzdem: so richtig entziehen kann man sich dem Phänomen nicht.

Es klingt absurd: Lange Zeit gab es in PlayerUnknown's Battlegrounds nur eine einzige Karte. Hinzu kommt, dass PUBG auch nur einen einzigen Spielmodus besitzt. Bis zu 100 Leute springen aus einem Flugzeug und ballern sich über den Haufen, bis am Ende einer übrig bleibt. Die komplette Ausrüstung, die dafür zur Verfügung steht, wird während der Inselwanderung aufgesammelt. Das ist in der heutigen Zeit der epochalen Blockbuster-Shooter wie Call of Duty oder Battlefield nicht viel Inhalt. Im Gegenteil: eigentlich ist das lächerlich wenig.

Für was? Es gibt keine Erfahrungspunkte, es gibt keine Fähigkeiten, die verbessert werden können. Ihr behaltet euren Loot nicht. Es gibt nicht mal eine coole Sequenz als Belohnung, wenn ihr euch gegen die 99 anderen Spieler durchgesetzt habt. Stattdessen kehrt ihr ins Hauptmenü zurück und startet eine neue Runde.

Der Reiz des Unberechenbaren

Unter diesen nüchternen Gesichtspunkten mag PlayerUnknown's Battlegrounds eine Enttäuschung sein. Vielleicht ist das aber auch auf seltsame Art und Weise die große Stärke des Spiels. Es gibt keinen unnötigen Ballast, der den Spielspaß beeinflusst und verkompliziert. Eine Runde dauert pi mal Daumen eine halbe bis dreiviertel Stunde, dann geht es wieder von vorne los. Alles, was bis dahin erreicht wurde, zählt beim nächsten Rundenstart nicht mehr.

Die große Kunst von PlayerUnknown's Battlegrounds ist die Tatsache, dass ihr mit jeder Runde in eine komplett neue Situation geworfen werdet. Wo andere Shooter in einem engen Korsett aus Karten-Layout und den Vorgaben des Spielmodus eingepfercht werden, dürft ihr euch in PUBG austoben. Stürzt ihr euch von Anfang an in die Action und versucht möglichst viele Kills zu erzielen? Fein. Möchtet ihr lieber möglichst lange verdeckt bleiben und euch in die Top 10 schleichen, um am Ende den Sieg abzustauben? Auch das ist absolut möglich.

Selbst wenn ihr euch einen Plan zurechtlegt und einen Punkt auf den beiden Karten als Startpunkt ausgesucht habt: es gibt in jeder Runde bis zu 99 Faktoren, die euren Schlachtplan innerhalb eines Wimpernschlags über Bord werfen können. Dadurch kann alles Mögliche entstehen: plötzliche Verfolgungsjagden in Fahrzeugen oder erbitterte Häuserkämpfe zwischen mehreren Spielern, während die tödliche Zone immer näher kommt.

Ein riesiger Schritt

Gerade mit dem Schritt auf Version 1.0 hat PUBG nochmal einen amtlichen Qualitätssprung vollführt. Das fängt bei der neuen Karte Miramar an. Der mexikanisch anmutende Wüstenort wirkt deutlich durchdachter und spannender als der erste Schauplatz Erangel. Zumal die weiten offenen Täler zwischen dem hügeligen Gebirge ein Geschenk für treffsichere Scharfschützen sind. Die großen verwinkelten Städte hingegen bieten ganz eigene Herausforderungen, die eine eigene Spielweise erfordern.

Die Kletterfunktion entpuppt sich als vielleicht größter Segen der Vollversion. Endlich sind Zäune oder halbhohe Mauern keine unüberwindbaren Hindernisse mehr. Außerdem müsst ihr so auch nicht mehr zwingend die Tür nutzen, um in ein Haus zu gelangen. Praktisch, um Gegner zu überraschen, die sich innerhalb der vier Wände verschanzt haben. Allein durch diese Neuerung wurde PlayersUnknown's Battlegrounds noch unberechenbarer.

Kleine Annehmlichkeiten findet ihr beim Gebrauch der Fahrzeuge. Teamkollegen können sich während der Fahrt auf Straßen heilen, generell wurde die Fahrphysik deutlich verbessert, auch wenn es noch immer zu seltsamen Kollisionen mit der Umgebung kommen kann.

PlayerUnknown's Battlegrounds - TGA 2017 Miramar Trailer
Wie versprochen wurde im Rahmen der The Game Awards 2017 die Wüsten-Karte Miramar von PlayerUnknown's Battlegrounds erstmal gezeigt.

Mit dem neuen Replay-System erfahrt ihr endlich, weswegen ihr in der jeweiligen Runde gestorben seid. Es werden nämlich im Umkreis von einen Kilometer die letzten 20 Minuten des Matches aufgezeichnet. Das geht weit über die klassische Killcam hinaus. Logisch, dass sich engagierte Leute aus der Community schon kleinere Kurzfilme zusammengezimmert haben. Damit werden in Zukunft die absurden Situationen noch besser in Szene gesetzt.

Kein lupenreiner Diamant

Aber PlayerUnknown's Battlegrounds ist nicht nur der Kampf gegen andere Spieler, sondern auch gegen das Spiel selbst. Besonders die Server zicken herum. Nerviges Rubberbanding verwandelt die Anfangsminuten einer Partie in ein Geduldsspiel. Auch der Beitritt in eine Lobby kann aktuell mehrere Minuten in Anspruch nehmen. Hoffentlich bessert PUBG Corporation hier schnellstmöglich nach. Schließlich gibt es einige von diesen Problemen schon seit längerer Zeit.

Grafisch hat sich seit den Anfangstagen eine Menge getan. PlayerUnknown's Battlegrounds ist bei weitem nicht der schönste Shooter, aber mit dem aktuellen Update gibt es endlich gescheite Kantenglättung, die ohne Unschärfefilter auskommt. Auch die Bildrate wurde optimiert, sehr zum Entzücken der Community.

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