Test - Pirates: The Legend of Black Kat : Pirates: The Legend of Black Kat

  • PS2
Von Kommentieren
Pirates: The Legend of Black Kat
Katarina hat eine Schatzkiste entdeckt.
Schiffsmodus: Duelle auf hoher See
Habt ihr eine der Inseln komplett erforscht, müsst ihr zurück zum Landungssteg, wo euer Schiff vor Anker liegt. Betretet ihr die Winddancer, schaltet das Spiel ohne Unterbrechung in den Schiffsmodus. Ihr steuert aus einer Schräg-von-oben-Perspektive das Schiff und feuert auf Knopfdruck die Kanonen ab. Auch hier gibt es eine Spezialanzeige, die sich langsam füllt und besonders heftige Schüsse ermöglicht. Außerdem könnt ihr besondere Items wie zum Beispiel Stinkbomben oder eine Nagelkette einsetzen. Diese netten Spielzeuge sind aber natürlich in ihrer Zahl begrenzt. In punkto Anzeigen solltet ihr außerdem die Energieanzeige des Schiffs stets im Auge behalten und von Zeit zu Zeit Energie- und Segel-Auffrischer einsetzen. Des Weiteren findet ihr neben einem praktischen Kompass noch eine Windanzeige, die sich langsam auflädt und euch mit Druck auf die Kreis-Taste einen kurzen Geschwindigkeitsschub gewährt.

Wer glaubt, diese Seegefechte laufen simulationslastig oder kompliziert ab, der täuscht sich. Die Schiffe steuern sich zwar etwas träge aber gutmütig in die gewünschte Richtung und beim Kämpfen braucht ihr bloß das Schiff richtig zum Ziel zu stellen. Dies dürfte noch das Schwierigste sein und braucht etwas Übung, zumal ihr hierzu oft die Kamera richtig ausrichten müsst. In den feindlichen Gewässern trefft ihr auf andere Piratenschiffe, die nach genügend Treffern beeindruckend explodieren und oftmals sogar noch ein bis zwei Extras zurücklassen. Während ihr meist gegen ein einziges Schiff locker ankommt, endet ein Kampf bei mehreren Feinden schnell zu euren Ungunsten. Somit müsst ihr etwas taktisch vorgehen und die Schiffe von ihren Kumpels weglocken. Doch nicht nur andere Schiffe müssen von euch mittels Kanonenfeuer zerstört werden, sondern auch an Buchten gelegene Burgen und Wachtürme. Habt ihr eine große Festung besiegt, könnt ihr dort anlegen und entweder Extras kaufen, das Schiff reparieren lassen, es gleich zum Beispiel mit neuen Kanonen ausstatten oder gleich komplett zu einem neuen Modell upgraden - genügend eingesammeltes Gold vorausgesetzt.

Pirates: The Legend of Black Kat
Der Schiffsmodus bietet sehenswerte Explosions- und Spiegeleffekte.

Der Zweispielermodus 'Sea Battle' findet ebenfalls im Schiffsmodus statt. In drei Spielvarianten könnt ihr euch mit einem menschlichen Mitspieler auf hoher See duellieren. Dabei wird nicht ein Splitscreen genutzt, sondern die Perspektive zoomt einfach weiter weg, wenn sich die beiden Schiffe voneinander fortbewegen. Ähnlich wie in einem Ego-Shooter könnt ihr vor dem Spielgeschehen allerlei Einstellungen vornehmen und eines der Multiplayer-Levels wählen. Der Ablauf der Gefechte ist relativ simpel, aber spaßig: Mit Kanonenkraft und Manövriergeschick beharkt ihr euch gegenseitig, bis ein Spieler keine Energie mehr übrig hat. Dabei spielt auch die Wahl der verschiedenen Schiffsmodelle eine entscheidende Rolle, da viele Kombinationen unfair sind. Löblicherweise könnt ihr 'Sea Battle' auch alleine gegen vom Computer gesteuerte Schiffe spielen.

Technik - sehr hübsch, aber unspektakulär
Ähnlich wie das eigentliche Gameplay von 'Pirates: The Legend of Black Kat' ist die Präsentation des Spiels schwer zu bewerten. Im Grunde wirkt die Grafik des Spiels ziemlich hübsch, aber es fehlt das gewisse Etwas im Design. So wirkt alles etwas unspektakulär und altbacken. Sucht man aber nach konkreten technischen Mängeln, muss man schon genau hinsehen. Denn die Inseln der insgesamt 26 Levels sehen sehr hübsch und bunt aus, was durch die beeindruckende Weitsicht und die fast flimmerfreien Texturen noch unterstützt wird. Dazu kommen einige gelungene optische Details wie detailliert gestaltete Palmen und Büsche, bei denen sogar bei einem Schwerthieb Blätter wegfliegen. Auch die Animationen der Hauptfigur und das Design der vielen Gegner lässt kaum Kritik zu, allerdings wünscht man sich zuweilen, dass die Kamera sich zumindest einigermaßen automatisch den Bewegungen und der Laufrichtung von Katarina anpasst. Ebenfalls etwas störend ist der späte Aufbau der höchsten Detailstufe der Polygonfelsen und Texturen, was aber insgesamt nicht allzu sehr ins Gewicht fällt. Absolut gelungen ist hingegen die Optik der gleichen Engine im Schiffsmodus. Besonders das Wasser mit den sanften Wogen und den sehenswerten Spiegelungen und die Explosionen und Partikeleffekte in den Gefechten können selbst verwöhnte PS2-Besitzer beeindrucken.

Pirates: The Legend of Black Kat
Bei diesen Papageien speichert ihr ab.

Auch soundmässig macht 'The Legend of Black Kat' eine gute Figur. Als Hintergrundmusik werden immer mal wieder zur Situation passende Musiktracks eingespielt, die direkt aus einem klassischen Piratenfilm stammen könnten und sehr nach Hollywood klingen - für meinen Geschmack fast schon eine Spur zu klassisch, denn die bunte Optik und die Fantasy-Elemente entsprechen ja auch nicht so ganz einer traditionellen Piratenthematik. Dafür überzeugen die Soundeffekte mit kernigen Kanonenexplosionen und realistischem Schwertgeklirre vollkommen, zumal Electronic Arts mit dem DTS Interactive-Verfahren bei richtigem Equipment für richtige Surround-Kinoatmosphäre sorgt. Ein Lob gilt außerdem den professionellen Synchronsprechern, die den Piratencharakteren überaus gelungen ihre Stimme leihen. Leider ist das Spiel komplett in Englisch gehalten und nicht mal Untertitel sind aktivierbar. Um die interessante Story und die witzigen Dialoge zu verstehen, solltet ihr also über fundierte Englischkenntnisse verfügen.

 

Fazit

von David Stöckli
Mit 'Pirates: The Legend of Black Kat' hat Westwood eigentlich alles richtig gemacht: Nach einem etwas langweiligen Einstieg wird man mehr und mehr von dem simplen aber spaßigen Spielverlauf gepackt. Sowohl der Action-Adventure-Part, bei dem ihr zahllose Inseln nach Items und Gold durchforstet und Nebenquests löst, als auch die Schiffsschlachten auf hoher See locken einem immer wieder für eine kurze oder doch längere Spielsession vor die PlayStation 2. Da auch die Präsentation und insbesondere der Sound gefallen können, würde eigentlich einem Award nichts im Weg stehen. Leider wirkt aber sowohl das Gameplay als auch die Optik etwas unspektakulär und brav. Außerdem hat man oftmals das Gefühl, relativ ziellos abseits der eigentlichen Story die verschiedenen Levels abzulaufen und Gegner zu metzeln. Dafür kann wiederum der spaßige kleine Mehrspielermodus gefallen, wohingegen eine deutsche Lokalisation oder zumindest deutsche Untertitel nicht geschadet hätten. Action-Adventure-Fans mit einem Faible fürs Piratengenre kann dieses Spiel aber im Grunde uneingeschränkt empfohlen werden.  

Wertung

  • PS2
    79
    %

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel