Test - Pirates: The Legend of Black Kat : Pirates: The Legend of Black Kat

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Ahoi! Electronic Arts schickt die PlayStation 2-Besitzer mit 'Pirates: The Legend of Black Kat' in ein großes Abenteuer voller seltsamer Kreaturen, fiesen Freibeutern und spektakulären Seeschlachten. Ob das Action-Adventure echte Piratenatmosphäre verbreiten kann oder ob man die Entwickler Westwood besser über die Planke hätte springen lassen sollen, erfahrt ihr im ausführlichen Review.

Pirates: The Legend of Black Kat
Das Hauptmenü stimmt auf die Schatzsuche ein.

Ein Name, der verpflichtet
Das Wort 'Pirates' im Namen dürfte Computerspiel-Veteranen aufhorchen lassen - bei dem vorliegenden PlayStation 2-Spiel handelt es sich allerdings nicht um einen Nachfolger des Klassikers, der vor einigen Jahren auf verschiedenen Heimcomputern und Konsolen für wochenlangen Spielspass sorgte. Doch das sollte euch nicht davon abhalten, dem neuen Spiel aus dem Hause Westwood eine Chance zu geben - vor allem, wenn man sich für die Piratenthematik interessiert. Diese ist ja sowohl in Hollywood als auch bei den Spielen alles andere als oft vertreten - ausgenommen der 'Monkey Island'-Serie. Wie auch bei diesem Titel handelt es sich bei 'The Legend of Black Kat' nicht um eine ernste und akkurate Umsetzung des Piraten-Genres, sondern es tendiert mehr in Richtung eines Mix aus Fantasy- und Freibeuter-Elementen.

Nach einem Intro, in dem in rasanter Folge verschiedene Spielszenen gezeigt werden und das leider weder an die Qualität der sonstigen Renderfilmchen, noch der Spielgrafik in 'Pirates: The Legend of Black Kat' herankommt, gelangt ihr auch schon ins Hauptmenü des Spiels, das schön stimmig einen Schatz auf dem Meeresgrund als Hintergrund bietet. Hier habt ihr die Auswahl zwischen ‚New Game', 'Continue', 'Sea Battle', 'Options' und 'Scrapbook'. Während die anderen Funktionen wohl kaum erklärt werden müssen, müssen zu 'Sea Battle' und 'Scrapbook' aber wohl ein paar erklärende Worte gesagt werden. Bei erstem handelt es sich um einen simplen, aber spaßigen Zweispielermodus, auf den wir aber später noch eingehen werden. Im mit einem Totenkopf verzierten 'Scrapbook' könnt ihr spezielle, erspielte Goodies nachschlagen. Denn in eurem Abenteuer findet ihr immer mal wieder Muscheln - für jedes dieser eingesammelten Items erhaltet ihr ein Artwork oder eine Entwicklerskizze. Insgesamt über 200 solcher Bilder sollen zur langen Suche nach diesen teils gut versteckten Muscheln motivieren.

Eine alte Geschichte und ne Buddel voll Rum
Doch beginnen wir das Spiel: Mit Betätigen von 'New Game' bekommt ihr zunächst einmal ein hübsches Renderintro zu sehen, das euch in die Geschichte von 'Pirates: The Legend of Black Kat' einführt. Wie es sich für ein richtiges Piratenmärchen gehört, wurde die Story in eine Rahmenhandlung eingebettet. Eines Nachts erzählt ein typisch aussehender Pirat einem Mädchen mit einem seltsamen Amulett eine Geschichte aus vergangenen Tagen - er beginnt die Erzählung mit dem sagenumwobenen Schiff Winddancer. Hier wechselt das Spiel auch schon flüssig in die Action, denn ihr dürft gleich selbst die Winddancer steuern, die gerade in einer Bucht von feindlichen Schiffen angegriffen wird. Habt ihr diese besiegt, folgt bereit eine weitere Zwischensequenz, in der das Geschehen einer nahe gelegenen brennenden Villa gezeigt wird. Dort wird der Gouverneur dieser Insel von einem fiesen Piraten ermordet.

Pirates: The Legend of Black Kat
Was hat es mit diesem ominösen Amulett auf sich?

Die Heldin des Spiels, eine rassige rothaarige Piratin mit dem Namen Katarina Leon, trifft zu spät in dem bereits lichterloh brennenden Haus ein, denn ihr Vater, der Gouverneur, ist schon verstorben. Immerhin hat er ihr einen Abschiedsbrief hinterlassen. Darin erzählt Katarinas Vater ihr etwas von ihrer verstorbenen Mutter - sie war eine berühmte Piratin und Katarina entspricht in vielerlei Hinsicht ihrer Mutter. Um das Geheimnis zu lüften, muss die junge Freibeuterin das Grab ihrer Mutter finden. Mit diesen Informationen und einer versteckten Piratenflagge ihrer Mutter kann sie in letzter Sekunde aus dem unter den Flammen zusammenbrechenden Anwesen flüchten. Ihr habt also nun die Aufgabe, das Grab der Mutter zu suchen - klar, dass ihr dabei auch den Tod von Katarinas Vater rächen wollt.

Kapitänsmodus: Fußmärsche, Schatzsuchen und Fechtkämpfe
Bei 'Pirates: The Legend of Black Kat' werden euch quasi gleich zwei Spiele in Form von zwei Spielmodi geboten. Diese sind aber nicht etwa getrennt anzuwählen, sondern sind ineinander verflochten. Widmen wir uns zuerst dem Kapitänsmodus: Nicht nur die Spielfigur erinnert an 'Tomb Raider' sondern auch die Ansicht in dieser Spielvariante. Denn ihr betrachtet die Umgebung stets aus einer Third-Person-Ansicht, wobei ihr mit dem rechten Analog-Stick die Kamera um Katarina drehen und sogar hin- oder wegzoomen könnt. Mit dem linken Analog-Stick bewegt ihr Madame Leon durch die Umgebung, während die Kreistaste fürs Springen zuständig ist. Um den Degen zu schwingen, müsst ihr den X-Button mehrmals betätigen, wodurch eine Art elegante Combo-Bewegung entsteht. Neben der Energieanzeige findet sich am Bildschirmrand außerdem eine Schwert-Angriffs-Anzeige, die sich bei Kämpfen langsam bis zu dreimal füllt. Drückt ihr nun Viereck, startet Katarina zu einer besonders starken Attacke. Ansonsten könnt ihr mit der Dreieck-Taste spezielle Items auswählen und mit L1 eine defensive Stellung im Kampf einnehmen.

Pirates: The Legend of Black Kat
Anfangs geben euch Texttafeln Tipps, was zu tun ist.

Ihr durchstöbert also zu Fuß die zahlreichen Inseln des Piratenreichs und sucht nach Schätzen, die eurem Konto massig Dukaten bringen. Ihr trefft so auf herumstehende Schatztruhen, aber auch auf verschiedene Gegner: Neben Piratenhalunken mit unterschiedlicher Bewaffnung müsst ihr auch solch seltsame Viecher wie große Krebse, schreiende Geister, herumhüpfende Totenschädel oder Riesenaffen mittels Schwertkampf besiegen. Viele der besiegten Feinde hinterlassen immerhin ein Item, das entweder Geld bringt, eure Energie auffrischt oder hilfreiche Waffen zur Verfügung stellt - von kleinen Bomben bis hin zu Wurfmessern dürfte für jeden Freibeutergeschmack das passende dabei sein. In punkto Rätseln haben sich die Spielentwickler allerdings zurückgehalten - bis auf die klassische Schlüsselsuche für verschlossene Schatztruhen und das Herausfinden der richtigen Taktik bei den zähen Bossfights werden eure grauen Zellen geschont. Für Abwechslung sorgen dafür verschiedene Subquests, neben der Suche nach dem Grab von Katarinas Mutter, die ihr meist in Form von Gesprächen mit den wenigen nicht feindlichen Charakteren erhaltet. Diese Gespräche werden teils in Echtzeit-Sequenzen, teils in schicker Renderoptik präsentiert. So müsst ihr zum Beispiel für eine eitle Meerjungfrau fünf Orchideen sammeln oder eine Geisterflotte rächen.

Dieser Spielverlauf führt dazu, dass ihr oftmals das Gefühl habt, ziemlich abseits der Hauptaufgabe die Inseln zu erforschen und diverse kleine Jobs zu erledigen oder einfach 'just for fun' Gegner zu plätten, Items und Gold zu sammeln und neue Umgebungen zu erkunden. Apropos Schatzsuche: Hier wurde eine witzige Idee umgesetzt: An einigen Stellen eurer Erkundungstour beginnt plötzlich das Joypad zu vibrieren und kündigt eine vergrabene Schatzkiste an. Lauft ihr zur natürlich nicht sichtbaren Kiste hin, vibriert das Pad stärker, bis ein Icon die richtige Stelle zum Graben angibt und ihr auf Knopfdruck wieder ein paar Dukaten oder Items reicher seid. Um solche Erfolge und den Spielstand zu verewigen, solltet ihr so oft wie möglich bei einem der vielen auf den Inseln verteilten Papageien auf die Memory Card abspeichern. Denn verliert Katarina in einem Kampf all ihre Energie, heißt es 'Game Over'.

 

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