Preview - Pathfinder: Kingmaker : Ein Rollenspiel wie ein Tabletop-Game

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Auch wenn die Gamescom im Zeichen von Cyberpunk 2077, Assassin‘s Creed: Odyssey und Co. stand, reifen abseits des Mainstreams viele traditionelle Rollenspiele heran. Pathfinder: Kingmaker macht euch nicht nur zum Anwärter auf den Thron, sondern ist auch mehr Baldur‘s Gate, als sich manch einer im Jahr 2018 eingestehen mag.

Die Welt von Golarion befindet sich im Umbruch. Die Stolen Lands benötigen einen neuen Herrscher. Euch! Doch wenn uns Game of Thrones eins gelehrt hat, dann dass der Weg an die Spitze eines Königreichs hart, steinig und im Zweifelsfall sogar sehr blutig ist. Pathfinder: Kingmaker ist sicherlich kein einfaches Stück Software, sondern erfordert Hingabe, Einarbeitung und Ausdauer. Wieso? Weil das vom russischen Studio Owlcat entwickelte RPG auf der gleichnamigen Pen-and-Paper-Serie basiert und somit eher in die Kerbe eines Dungeons & Dragons schlägt.

Der leichteste Weg?

Kein Wunder also, dass selbst beim Durchstreifen der Gebiete stets ein Info-Fenster mit aktuellen Geschehnissen auf dem Bildschirm prangt. In Kämpfen tickern hier schließlich die aktuellen Aktionen und Werteveränderungen runter. Pathfinder: Kingmaker legt viel Wert auf Nachvollziehbarkeit, aber auch auf Komplexität. Denn wie ihr die Stolen Lands an euch reißt, bleibt letztlich euch überlassen. In der Gamescom-Demo trifft die Abenteurer-Party beispielsweise auf eine Gruppe Banditen mitsamt einiger Gefangener. Der natürliche Spielerreflex wäre im Normalfall der Angriff auf die Schurken.

Doch in Pathfinder sind kleine Scharmützel brandgefährlich. Vielleicht haben die Räuber Fallen ausgelegt oder einen Hinterhalt geplant? Schließlich wirkt sich sogar das Wetter – in diesem Fall ein Gewitter – auf die Verfassung der Gefährten aus. Zunächst konsultiert ihr deshalb eure Kumpanen und hört euch deren Meinung zum Geschehen an. In der Anspielprobe nimmt die Party den leichtesten Weg: Durch die Gesinnung „neutral-gut“ stiehlt sie sich einfach ohne Aufsehen an dem Problem vorbei. Im Verlauf setzt Pathfinder immer wieder auf viel Interaktion mit den Party-Mitgliedern, bietet aber auch reichlich Individualisierungsmöglichkeiten mit umfangreichen Charakteroptionen und Talenten.

Das Königreich muss wachsen

Ziel des Spiels ist also die Rückgewinnung der Ländereien. Wer sich jetzt an Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs 2 erinnert fühlt, liegt nicht ganz falsch. Auch in Pathfinder: Kingmaker gibt es eine Art Aufbau-Part, in dem ihr Gebäude platziert und euch um das Wohlergehen eurer Untertanen kümmert. Das System wird jedoch deutlich komplexer sein als im Japan-RPG. Eure Entscheidungen wirken sich nicht nur auf die Stimmung im Reich, sondern auch innerhalb eurer Party aus. Owlcat bestätigte bereits, dass ihr durch „falsche“ Beschlüsse Verbündete sogar vertreiben könnt.

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Wer rastet, der rostet

Insgesamt gibt es zehn potenzielle Party-Mitglieder, die euch durch die Geschichte begleiten. Beim Management eurer Nation setzt ihr eure Freunde auch in verantwortungsvolle Positionen ein und überlasst ihnen somit einen Teil eurer Macht. In Pathfinder: Kingmaker spielt ohnehin die Dynamik innerhalb der Abenteuertruppe eine wichtige Rolle: Während eurer Reisen plaudern die Figuren immer wieder miteinander und erzählen über ihre Hintergründe und Schicksale. Sie alle besitzen eine eigene Persönlichkeit und zeigen diese auch.

Lagerfeuer sind der ideale Platz, um über die alten Zeiten zu philosophieren. In dem Rollenspiel muss die Party häufig rasten, um sich von Kämpfen und Reisestrapazen zu erholen. Während andere Spiele solche Phasen per Ladebildschirm überbrücken, setzt Pathfinder: Kingmaker auf Authentizität. Ihr bestimmt Wachen für die Nacht und müsst euch nicht selten gegen Banditen oder andere ungebetene Gäste zur Wehr setzen. Während der Gamescom-Demo etwa kampieren die Helden in einem Dungeon und bekommen es gar mit einer Horde Goblins zu tun.

Apropos Dungeons: Diese Gewölbe erstrecken sich über eine gewaltige Fläche und so kann eine kurze Exkursion schon mal drei bis vier Stunden in Anspruch nehmen. Owlcat beziffert die Spielzeit für die Hauptgeschichte auf etwa 40 Stunden. Wer mehr sehen möchte, sollte vorsichtshalber schon mal Urlaub einreichen.

Pathfinder: Kingmaker - Release Date Trailer
Das Rollenspiel Pathfinder: Kingmaker hat mit dem 25. September 2018 einen Release-Termin auf dem PC erhalten.

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