Test - Past Cure : Leider schlecht

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Als Redakteur ein Spiel zu testen, ist immer mit der gleichen Aufgabe verbunden: Man muss es einordnen und bewerten. Was ist gut, was ist schlecht? Und wie steht der Titel damit im Vergleich zu anderen Genrevertretern da? Das ist bei Past Cure nicht anders. Genau darum scheitert es.

Soldat Ian besitzt nach einem Experiment übersinnliche Fähigkeiten. Er kann nicht nur durch Gedankenkraft die Zeit verlangsamen, sondern außerdem via Astralprojektion seinen Geist vom Körper trennen. Doch diese Fähigkeiten haben einen hohen Preis, denn ihr Einsatz bringt Ian um den Verstand. Das sorgt für immer realer werdende Albträume, in denen ihm gesichtslose Gestalten nach dem Leben trachten. Lediglich die regelmäßige Einnahme von Medikamenten lässt ihn einigermaßen bei Sinnen bleiben.

Um das zu ändern, geht Ian den Ursachen für den nahenden Wahnsinn auf den Grund und versucht herauszufinden, was mit ihm passiert ist. Spielerisch verläuft das als eine Mischung aus Schleicheinlagen und Deckungsschießereien, während die dazugehörige Geschichte zwischen Mystery und Horror pendelt.

Past Cure setzt auf einen klaren Spielverlauf ohne alternative Wege in den Levels, ohne optionale Aufgaben oder anderen Schnickschnack. Mal lauft ihr unaufgeregt wie in einem Walking-Simulator durch einen von Ians Albträumen. Mal erwarten euch bewaffnete Gegner, die ihr aus der Deckung mit Pistole und MP beharkt. An anderer Stelle verlasst ihr euren Körper und schwebt mit dem Geist durch die Gegend, meist um Schalter zu aktivieren oder Kameras auszuschalten.

Dieser lineare Ansatz klingt angesichts des kleinen Teams und der limitierten finanziellen Ressourcen richtig. Doch egal wie solide ein Konzept erdacht sein mag, es muss auch gut umgesetzt werden. Und genau hier versagt Past Cure auf nahezu ganzer Linie.

Jede Menge Baustellen

Es geht bei der Grafik los. Von den staksigen Animationen der Figuren über die sterilen Umgebungen bis hin zum Schuss- und Nahkampfverhalten wirkt alles wie einem frühen PS3-Spiel entnommen. Leider passt sich die Steuerung der altbackenen Optik an: Ian reagiert auf Steuerungseingaben tatsächlich wie von Tabletten betäubt. Alles läuft selbst dann behäbig ab, wenn eigentlich Tempo vonnöten wäre, selbst wenn die Zeitlupenfunktion gar nicht aktiviert ist.

Zwar kommen Ians Fähigkeiten regelmäßig im Spielverlauf zum Einsatz, das wirkt jedoch fast immer aufgezwungen. Statt sie clever ins Leveldesign einzubinden, gibt euch Past Cure genau vor, wann ihr was zu machen habt: schießen, schleichen, Kamera zerstören. Weicht ihr minimal davon ab, geht es meist nicht weiter. Zwischendurch werft ihr aufgesammelte Pillen ein, die eure Gedankenkräfte oder die Lebensenergie wieder aufladen. Dann folgt der nächste langweilige Abschnitt. Statt Spaß zu haben, arbeitet man sich Stück für Stück vorwärts und ist jedes Mal froh, eine Passage hinter sich zu haben.

Das liegt auch daran, dass es fast nur Tristesse zu sehen gibt: Mehr als Ians Haus, ein steriles Hotel sowie ein leidlich gruseliges Horrorgefängnis stehen nicht auf dem Reiseplan.

Past Cure schafft es zu keinem Zeitpunkt, einen unterhaltsamen Spielfluss entstehen zu lassen – jeder Aspekt wirkt hölzern, veraltet und generell unsauber. Ihr ballert an Gegnern vorbei, fuchtelt im Nahkampf sinnlos in der Gegend herum, hängt euch an Hindernissen auf und, und, und.

Die Synchronisation greift ziemlich ins Klo: Wenn ein Deutscher mit deutlichem Akzent den offensichtlich aus den USA oder England stammenden Hauptcharakter spricht, sorgt das für Kopfschütteln. Auch sonst wird akustisch ein Sparprogramm geboten, denn weder Soundtrack noch Effekte kommen über knappen Durchschnitt hinaus. Des Weiteren ließen sich teils deutliche zeitliche Verzögerungen zwischen dem Einsetzen des Tons und den Zwischensequenzen feststellen. Ebenfalls blöd: Dialoge brechen einfach ab, wenn ihr an Checkpoints gelangt.

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