Test - Paper Mario: Color Splash : Mario wird’s zu bunt!

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Paper Mario gehört mittlerweile zu den Spielserien, über die sich Fans mit jedem neuen Teil den Kopf zerbrechen. Während Paper Mario: Die Legende vom Äonentor in der Fan-Gemeinde als bestes Spiel der Serie gilt, hat Paper Mario: Sticker Star jene 2012 mit einigen drastischen Änderungen im Gameplay gespalten. Am 7. Oktober erschien mit Paper Mario: Color Splash der neueste Teil der Serie für Nintendos Wii U. Schade nur, dass auch der neue Adventure-RPG-Hybrid die Gunst der Fans wohl nicht zurückgewinnen wird.

Dabei erinnert vor allem der Spieleinstieg an das hochgelobte Paper Mario: Die Legende vom Äonentor. Mit eurem Pappschiff legt ihr zusammen mit Prinzessin Peach in Port Prisma an – ein eigentlich beliebter Urlaubsort, der allerdings vollkommen verlassen zu sein scheint. Nachdem ihr euch in der Stadt ein wenig umgesehen habt, trefft ihr nicht nur auf Shy Guys, die der Stadt und ihren Einwohnern die Farbe absaugen, sondern auch auf euer wichtigstes Werkzeug: den Farbhammer.

Mithilfe des Hammers gebt ihr sowohl eurer Umgebung als auch entfärbten Einwohnern ihre Farbe zurück. Damit aktiviert ihr zum Beispiel die bekannten Fragezeichenblöcke und rettet die Massen an Toads, auf die ihr im Spielverlauf trefft. Diese geben euch mehr oder weniger hilfreiche Informationen oder helfen euch bei eurem Spielfortschritt. Zudem sorgen sie mit ihren durchweg witzig geschriebenen Dialogen für den einen oder anderen Lacher.

Außen hui ...

Auch wenn die Story anfangs etwas Zeit braucht, um Fahrt aufzunehmen, ist sie während des gesamten Spiels absolut fantastisch und unfassbar witzig geschrieben. Obwohl sich die meisten Toads äußerlich, bis auf wenige Ausnahmen, kaum unterscheiden, sorgen ihre Dialoge doch dafür, dass jeder von ihnen eine eigene Persönlichkeit erhält. Aber auch die Gegner, allen voran die bereits angesprochenen Shy Guys, wirken dank ihrer Dialoge meistens eher drollig denn böse. In einem der ersten Level stolpert ihr zum Beispiel über ein Toad-Café, in dem sich einige Gegner entspannen und eigentlich nur Kaffee trinken möchten.

Und ja, das recht lineare Levelsystem aus Paper Mario: Sticker Star ist zurück. Trotz der fixen Pfade, auf denen ihr euch im klassischen Super-Mario-World-Stil bewegt, laden die einzelnen Level zum Erkunden ein. Kaum ein Level kann von Anfang an zu 100 Prozent erkundet werden, bevor ihr nicht einige neue Fähigkeiten oder die ebenfalls aus Paper Mario: Sticker Star bekannten Dingse im Gepäck habt.

Natürlich ist jedes Level vollgepackt mit kleinen Rätseln oder Geschicklichkeitseinlagen. So müsst ihr, um 100 Prozent zu erreichen, nicht nur jedes entfärbte Objekt neu einfärben, sondern auch geheime Pfade finden, um besondere NPCs oder die Farbsterne zu finden, die das reguläre oder ein alternatives Levelende signalisieren. Einige geheime Ausgänge führen unter Umständen zu Minispiellevels, wie zum Beispiel einer Stein-Schere-Papier-Arena, in der ihr euch selbigem Spiel stellen müsst und dafür ordentliche Preise abräumen könnt.

Paper Mario: Color Splash - A Splash of Mystery Trailer
Die Veröffentlichung des Wii-U-Exklusivspiels Paper Mario: Color Splash rückt immer näher; Nintendo zeigt passenderweise einen neuen Trailer.

Obwohl die Level sich von den üblichen Mario-Themen nie entfernen, machen sie doch eine Sache besonders gut: Sie sind verdammt hübsch anzusehen. Während Paper Mario: Sticker Star schon einen stärkeren Fokus auf die Papier-und-Papp-Optik als die Vorgänger legte, kommt sie erst in HD richtig zur Geltung. Durch die höher aufgelösten Texturen und Umgebungsmodelle hat man nun jederzeit das Gefühl, auf eine liebevoll gebastelte Pappwelt zu blicken. Rein grafisch ist Paper Mario: Color Splash der wohl eindrucksvollste und stimmigste Titel der Serie.

... innen Pfui

Das wäre alles schön und gut, wenn Paper Mario denn im Herzen nicht immer noch eine RPG-Serie wäre. Das wenig durchdachte und maximal durchschnittliche Gameplay lässt den positiven Eindruck nämlich ordentlich bröckeln. Während die Erkundung der einzelnen Level vor allem wegen der interessanten Umgebungsrätsel und witzigen Dialoge ordentlich Spaß macht, sind die rundenbasierten Kämpfe alles andere als überzeugend.

Wie aus den Vorgängern bekannt, könnt ihr eure Gegner bereits auf der Oberwelt mit dem Hammer oder einer Sprungattacke treffen und euch so einen kleinen Vorteil im Kampf verschaffen. Ihr wechselt dann ganz klassisch in einen rundenbasierten Kampfbildschirm und versucht euren Gegnern den Garaus zu machen. Das grundlegende System ist auch hier wieder an Sticker Star angelehnt. Statt einer Sammlung aus Stickern stehen euch nun allerdings Kampfkarten zur Verfügung, die nach Benutzung zwar verschwinden, aber jederzeit in der Oberwelt gefunden oder gekauft werden können.

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