Preview - Panzer Elite Action : Panzer Elite Action

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Dann halt auf eigene Faust

So geratet ihr einen Strudel unkomplizierter, aber auch anspruchsloser Action, die nicht viel mehr von euch verlangt, als abwechselnd mit Bord-MG und Primärgeschütz zu feuern. Letzteres hat allerdings nur begrenzte Munition zur Verfügung, die ausschließlich an kombinierten Werkstattdepots aufgefrischt wird. Gleichzeitig beulen dort eifrige Mechaniker wie von Geisterhand die Dellen und Kratzer eures Panzers wieder aus – Medipacks lassen grüßen. Für einen Hauch von Taktik sorgen die bereits erwähnten Kameraden, die ebenfalls an Bord mehrerer Stahlkolosse neben bzw. hinter euch agieren. Wie es sich für einen zünftigen Kommandanten gehört, erteilt ihr den Jungs Befehle und lasst sie somit wissen, ob sie lieber angreifen oder die aktuelle Stellung halten sollen. Das war es dann aber auch schon, was die Aktionsmöglichkeiten doch empfindlich einschränkt. Hinzu kommt die kärgliche KI der Fahrer, die ihr Gefährt teilweise blind ins Kreuzfeuer des Feindes manövrieren oder seelenruhig darauf warten, bis der Panzer in einer krachenden Explosion zerplatzt. Glücklicherweise sind die Gegner auch nicht schlauer und lassen sich abschießen wie verwirrt umherflatternde Rebhühner. Lediglich die schiere Masse an Einheiten gleicht dieses Manko immer wieder aus, was den faden Beigeschmack aber auch nicht vergessen macht.

Deutlich erfreulicher und letztendlich spaßiger präsentiert sich der Multiplayer-Part von 'Panzer Elite Action'. In einem strategisch angehauchten Modus treten bis zu 32 Panzergeneräle in Teams gegeneinander an. Dabei haben sie die Wahl zwischen mehreren Fahrzeugtypen, die allesamt unterschiedliche Fähigkeiten haben. Dicke Panzer sind fürs Grobe zuständig, während die wendigen Aufklärer Luftanschläge anfordern und das Gebiet auskundschaften. Das Potenzial für packende Gefechte und eine langlebige Community ist durchaus vorhanden. Hoffentlich stimmt am Ende auch das Drumherum.

Nachkriegsoptik?

Prinzipiell ist ja gegen einen leicht verdaulichen Actiontitel mit den rollenden Festungen nichts einzuwenden – wenn dann auch die Optik stimmt. Hier tut sich das Spiel aber ebenfalls unnötig schwer. Während die Panzer an sich noch ganz ordentlich aussehen und die Explosionen samt Rauchsäulen und Partikeleffekten ebenfalls hübsch inszeniert wurden, fällt der Rest teilweise kläglich ab: verwaschene Texturen, aus dem Nebel aufpoppende Einheiten und Gebäude sowie teilweise extrem trostlose Landschaften. Auch die Physikengine scheint aus der frühen Nachkriegszeit zu stammen, denn sogar unter heftigem Beschuss halten selbst die dünnsten Häuserwände stand. Da ist man mittlerweile schon Besseres gewohnt. Ähnliches gilt auch für die Soundkulisse. Die Explosions- und Kampfgeräusche wissen noch zu gefallen, doch spätestens die übertrieben intonierten Dialekt-Samples tun nach wenigen Minuten in den Ohren weh. Eine deutsche Übersetzung könnte diesen Punkt aber eventuell wieder ausgleichen – es wäre wünschenswert.

Fazit

André Linken - Portraitvon André Linken
Nach wie vor herrscht bei mir ein großes Gefühl der Skepsis vor, wenn ich an 'Panzer Elite Action' denke. Der Ansatz ist gar nicht mal verkehrt und es hat durchaus seinen Reiz, wenn man mit einem tonnenschweren Stahlkoloss über das Schlachtfeld walzt. Allerdings lassen KI, Missionsdesign und Optik noch an der Klasse der finalen Version zweifeln. Deutlich besser gefallen mir da die abwechslungsreichen Multiplayer-Gefechte samt Klassenwahl. Wenn die Entwickler bis zum Release nochmals Hand anlegen, könnte was draus werden, ansonsten erwartet uns wohl eher gehobenes Mittelmaß.

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