Test - Pandora's Tower : Ekelperle

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Es gibt Spiele, die in der Lage sind, auch ohne grafische Glanzleistungen Atmosphäre und Emotionen zu vermitteln. Pandora’s Tower hat uns mit seiner verstörenden Hintergrundgeschichte und seinen originellen Spielelementen in den Bann gezogen und an Shadow of the Colossus erinnert. Wieder einmal liegt es an euch, einer jungen Frau das Leben zu retten. Aber anstatt nur die Hände in den Schoß zu legen und auf ihren Helden zu warten, muss auch die schöne Helena einiges schlucken - im wahrsten Sinne des Wortes.

Am Rande des Königreichs Elyrien liegt ein Ödland namens Okanon. Eine breite Schlucht entstellt das Land, in dessen Zentrum, angekettet über dem bodenlosen Schlund, 13 Türme thronen. Alle miteinander verbunden gehören sie zu einer einzigen gigantischen Festung. Sie sollen die Erde zusammenhalten und das Ausdehnen des gigantischen Risses verhindern.

Im Fokus der tragischen Geschichte steht das Schicksal des jungen Paars Aareon und Helena. Eure Herzensdame wird von einem schrecklichen Fluch heimgesucht, durch den sie sich Schritt für Schritt in ein furchterregendes Monster verwandelt. Eine mysteriöse alte Dame namens Mawda verhilft euch nach Ausbruch des Fluchs zur Flucht. Zu dritt versteckt ihr euch in einem abgelegenen Observatorium. Von der schrulligen Lady erfahrt ihr, dass ihr die 13 Türme aufsuchen müsst, um das sogenannte Meisterfleisch der jeweiligen Wächter eurer stetig mutierenden Geliebten zu bringen. Lasst ihr euch zu viel Zeit bei der Suche, wird sie sich für immer in eine tentakelbehaftete Bestie verwandeln.

Fleisch und Flüche

Als Anhängerin des Aios-Kults lebte die schöne Helena bisher streng vegetarisch. Die Notwendigkeit, widerlich aussehendes Monsterfleisch zu verzehren, stürzt sie in tiefe Verzweiflung. Immer wieder muss sie sich würgend und unter Tränen die ekelhaften, von euch mühsam erjagten Brocken hinunterzwängen. Der Verzehr ist die einzige Möglichkeit, die stetige Verwandlung aufzuhalten. Die insbesondere für einen Wii-Titel ungewohnt heftigen Szenen, in denen Helena immer wieder kurz vor dem Erbrechen ihren Mut zusammennehmen muss, haben uns erstaunt. Erst wenn sie das Fleisch aller 13 Wächter verspeist hat, soll sich das durch den Fluch erzeugte Stigma auf ihrem Rücken auflösen und die Metamorphose endgültig gestoppt werden.

Pandora's Tower - Video Review
Wir zeigen euch einen Videotest zum Wii-exklusiven Action-Adventure Pandora's Tower. Zelda trifft auf Shadow of the Colossus.

Euer Verhältnis zu ihr ist für den Spielverlauf von enormer Bedeutung. Ihr erhaltet von Mawda die sogenannte Oraklon-Kette, die euch nicht nur als vielfältiges Universalwerkzeug und peitschenartige Waffe dient, sondern euch auch magisch mit Helena verbindet. Eine Anzeige am unteren Bildschirmrand weist euch darauf hin, wie viel Zeit euch bleibt, bis sie sich wieder vollständig in eine Bestie verwandelt hat. Es ist ratsam, zwischendurch die Türme zu verlassen, um ihr einen Besuch abzustatten und den Prozess durch ein wenig normales Bestienfleisch zu bremsen.

Das Herz einer Frau

Aber Frauenherzen erobert man schließlich nicht nur mit Nahrung. Ihr solltet euch außerdem regelmäßig mit ihr unterhalten oder ihr Geschenke von euren Reisen mitbringen. Eine Statusanzeige informiert euch über die Stärke ihrer Zuneigung und wird davon beeinflusst, wie viel Aufmerksamkeit ihr Helena geschenkt habt. Je nach betriebenem Aufwand nimmt die Geschichte unterschiedliche Wendungen und mündet letztendlich in sechs verschiedenen Enden. Während eurer Ausflüge habt ihr ständig das fragile, sehnlich wartende Mädchen im Hinterkopf, das von Minute zu Minute größeren Qualen ausgesetzt ist. Dadurch entsteht ein sehr motivierendes Verantwortungsbewusstsein, das uns zu Höchstleistungen angetrieben hat.