Test - Pac-Man Rally : Die gelbe Kugel macht auf ’Mario Kart’.

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Die originellste Idee ist es ja nicht: Man nehme den pillenabhängigen Oldie Pac-Man und verfrachte ihn in einen ’Mario Kart’-Klon. Was nicht innovativ klingt, könnte aber dennoch Spaß machen … wenn sich die Entwickler mehr Mühe gegeben hätten. Alles weitere im Review.

Wacka-Wacka + Brumm-Brumm

Das hat der Menschheit noch gefehlt: ein Pac-Man Rennspiel. Sichtlich von ‘Mario Kart’ & Co. inspiriert, möchte Namco seinen Kultpillenfresser auch auf der Go-Kart-Bahn etablieren. Das Ergebnis macht nur deshalb milde Spaß, weil viele bewährte Elemente des Vorbildes entliehen und mit äußerst wenigen eigenen Ideen vermixt wurden. Ihr habt die Wahl zwischen Pokalrennen, Einzelrennen, Zeitfahren und Kampfmodus, wobei der Schwerpunkt auf Ersterem liegt. Dort sammelt ihr je nach Platzierung Punkte und schaltet bei Erfolg weitere Rennstrecken oder Kart-Fahrer frei. Die Anzahl der Strecken beschränkt sich auf fünfzehn Stück, die Unterschiede der Fahrer reduzieren sich auf leicht variierende Top-Geschwindigkeiten, Beschleunigungswerte und Kurvenlage. Immerhin ist die Grafik halbwegs bunt und jeder Kurs hat seine eigenes Setting – von Bergen über Geisterschlösser bis hin zum Retro-Labyrinth, welches an die klassischen ‘Pac-Man’-Spiele erinnert. Weil bloßes Fahren in einem Fun-Racer langweilig wäre, ärgert ihr eure Gegner mit diversen Extras wie Raketen, Minen in Schneemännerform oder Boosts

Was bei keinem ‘Pac-Man’ fehlen darf

Weitere Power-ups erhaltet ihr, wenn ihr innerhalb eines Pokalrennens genügend Gegner fresst. Um dies zu bewerkstelligen, müsst ihr wiederum genügend gelbe Pillen schlucken, welche überall auf der Strecke verteilt liegen, und auf die richtige Taste drücken. Anschließend verwandelt ihr euch für zehn Sekunden in eine alles verschlingende Fressmaschine, während die Gegner zu hilflosen, blauen Geistern mutieren.

Allerdings ist es fraglich, ob ihr diese speziellen Power-ups überhaupt benötigt: Bei unserem Testdurchlauf im mittleren von drei Schwierigkeitsgraden haben wir jedes Pokalrennen auf Anhieb mit dem ersten Platz beendet. Dies liegt nicht zuletzt an der viel zu direkten Steuerung, dank der ihr fast jede Kurve in Vollgeschwindigkeit durchbraust und ein Berühren der Bande kaum Nachteile mit sich bringt. Obendrein sind die ebenfalls aus ‘Mario Kart’ bekannten Power-Slides plus kurzem Extra-Boost kinderleicht realisierbar.

Von Deathmatch bis Multiplayer

Während Zeitfahren und Einzelrennen keiner weiteren Erklärung bedürfen, durchleuchten wir noch kurz den Kampfmodus. Dieser besitzt fünf verschiedene Optionen, welche allerdings größtenteils auf simples "zerstöre den Gegner, bevor er dich zerstört" oder Sammeln von Früchten hinauslaufen. Vier Arenen stehen zur Verfügung, die etwas klein wirken und somit bei bis zu acht Kontrahenten mehr Chaos als Spielspaß verursachen. Ein Spiel wie ‘Pac-Man World Rally’ schreit geradezu nach einem Multiplayer-Modus, und auch dieser enttäuscht, weil er nur zwei Spieler per Split-Screen zulässt. Zusätzlich sind nicht mehr sieben Computer-Gegner möglich, sondern maximal vier. Dies verwundert ein klein wenig, schließlich strotz die bunte Grafik nicht gerade vor Details oder gar aufwändigen Texturen. Zu guter Letzt möchten wir die ruckelfreie Technik loben und die nervigen Musikstücke tadeln.

Fazit

Andreas Altenheimer - Portraitvon Andreas Altenheimer
Ein frecher ‘Mario Kart’-Klon, der dank billigem Verkaufspreis, niedlich-bunter Grafik und simplem Schwierigkeitsgrad für blutige Anfänger halbwegs zu empfehlen ist. Alle anderen schauen sich entweder ‘Mario Kart: Double Dash’ oder ‘Crash Tag Team Racing’ an.

Überblick

Pro

  • niedriger Preis
  • bunte Grafik
  • viele Elemente aus ‘Mario Kart’ entliehen ...

Contra

  • ... und somit alles andere als innovativ
  • Steuerung viel zu direkt
  • zu einfach und zu wenig Umfang

Wertung

  • PS2
    57
    %

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