Preview - Onrush : Das neue Rocket League?

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Schöner, schneller, online: Bei Anspielgelegenheit in London überrascht Codemasters' Action-Rennspiel Onrush mit einem innovativen Konzept, aber auch mit einigen Gameplay-Tücken. Wieso der Online-Raser ein ebenso gewagtes wie gleichermaßen spannendes Experiment ist, erfahrt ihr in unserem Vorschaubericht.

2016 übernahm Codemasters die renommierten Evolution Studios. In der Vergangenheit entwickelte das in Großbritannien ansässige Team Rennspiele wie Motorstorm oder Drive Club. Das bereits im Juni erscheinende Onrush jedoch ist etwas vollkommen anderes. Es erinnert in seiner Ausrichtung stark an Rocket League und nutzt das Rennspiel-Gerüst letztlich nur als Grundlage für actiongeladene Multiplayer-Gefechte.

Deshalb müssen wir sogleich einen Zahn ziehen: Onrush ist kein traditionelles Rennspiel und garantiert nichts für Solospieler. Vielmehr wirkt es wie ein mutiger Genremix aus Motorstorm, Overwatch und besagtem Rocket League.

Takedowns und Chaos

Onrush besitzt zwar einen Einzelspielermodus, doch diesen könnt ihr getrost vernachlässigen. Letztlich dient er nur als Tutorial für die vier Spielmodi und acht Fahrzeugklassen.

Im Kern ist Onrush ein Multiplayer-Rennspiel, in dem sich zwei Sechser-Teams auf Rundkursen hektische Gefechte unter verschiedenen Vorgaben liefern. Das Spiel nimmt in puncto Fahrphysik starke Anleihen bei Motorstorm oder der Burnout-Serie. Spektakuläre Aktionen wie Sprünge oder Drifts füllen euren Nitro-Tank auf. Gleiches gilt für Takedowns anderer Fahrzeuge. Die Benutzung des Boosts wiederum nährt die sogenannte Rush-Anzeige. Zündet ihr diese, gibt es nicht nur einen mächtigen Schub, sondern ihr entfesselt auch die Spezialfertigkeiten der Fahrzeugklassen.

Onrush ist nur online spielbar – einen Splitscreen-Modus gibt es nicht. Zum Launch bietet Codemasters vier Spielarten an: In „Countdown“ tickt die Zeit herunter, während euer Team Tore durchfahren muss, um Sekunden dazuzugewinnen. In „Overdrive“ müsst ihr möglichst viel Boost sammeln, und „Switch“ erinnert an ein Deathmatch auf vier Rädern. „Lockdown“ lehnt sich hingegen an „King of the Hill“ an und dreht sich um die Eroberung bestimmter Areale.

Spaßige Materialschlacht

Onrush macht das in so vielen Rennspielen kritisierte Gummiband zum zentralen Spielelement. Denn damit Teamwork und Takedowns funktionieren, muss das Feld stets dicht zusammenbleiben. Fallt ihr zurück oder fahrt dem Feld gar davon, setzt euch das Spiel neu. Erleidet ihr gar einen Crash oder Takedown, seid ihr nach wenigen Sekunden wieder zurück.

In der Praxis fühlt sich das zunächst ungewohnt an. Statt Bestzeiten jagt ihr jetzt gegnerische Fahrer oder macht das schwächliche Computer-Kanonenfutter platt. Gelungene Aktionen fühlen sich herrlich befriedigend an. Die Strecken sind so konzipiert, dass ihr verschiedene Angriffsmöglichkeiten besitzt. An Schlüsselstellen springt ihr etwa von Klippen auf die Konkurrenz herab, drängt sie gegen Wände oder schubst sie Abhänge herunter.

Codemasters arbeitet derzeit noch fieberhaft am Feintuning seiner Spielmechanik. Die Entwickler kündigten bereits an, dass Onrush ein Langzeitprojekt sein würde und speziell in der Beta-Phase im Mai noch einmal mächtig Daten gesammelt würden. Das Team kann Veränderungen nahezu in Echtzeit vornehmen und an die Spielgewohnheiten der Community anpassen. Sehr schön: Zu Beginn gibt es keinerlei Mikrotransaktionen. Für die Zukunft sind aber kostenpflichtige Erweiterungen denkbar.

ONRUSH - Release Date Teaser Trailer
ONRUSH wird ab dem 05. Juni 2018 für PS4 und Xbox One erhältlich sein.

Freundschaft unter Autos

Seine Motivation bezieht Onrush aus den vielfältigen Individualisierungsoptionen. Über Stufenaufstiege schaltet ihr Bonus-Kisten frei und erlangt so neue Fahrzeugmodelle, Outfits für den Avatar oder Bauteile. Alle Extras sind kosmetischer Natur und nehmen keinerlei Einfluss auf das Spielgeschehen. Überhaupt fühlen sich die acht Klassen längst nicht so unterschiedlich an wie erhofft. Mal von den Blade-Motorrädern abgesehen, steuern sich Buggys und Geländewagen recht identisch. Aufgrund des Gummiband-Effekts gibt es auch keine massiven Geschwindigkeitsvorteile.

Interessanter gestalten sich die verschiedenen Fertigkeiten der Boliden: Besagte Blade-Bikes etwa ziehen im Rush-Modus eine zerstörerische Feuerwalze hinter sich her und erhalten Bonus-Rush für Tricks. Die Vortex-Jeeps dagegen erschaffen eine Druckwelle. Die an Hummer-Militärfahrzeuge erinnernden schweren Titanen besitzen Unterstützerqualitäten und verpassen Kameraden in der Nähe einen Schutzschild oder errichten im Rush-Modus Blockaden. Das Zusammenspiel der Klassen dürfte gerade in den Ranked-Matches von zentraler Wichtigkeit sein.

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