Test - Onimusha 3 : Spiel der Woche 30/04

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Praktischerweise dürft ihr an jedem Speicherpunkt ein aus mehreren Levels bestehendes Training anwählen. Ebenfalls etwas mehr Würze ins Kampfgeschehen bringen die unterschiedlichen Waffen der beiden Hauptcharaktere. Während Samanosuke beispielsweise mit Langschwert, Doppel-Säbel oder Lanze zuschlägt, nutzt Jacques unter anderem eine Kettenpeitsche und eine Morgenstern-Waffe. Mit solchen Totmachern kann der Franzose sich sogar über Abgründe schwingen oder Feinde heranziehen.

Vorzügliches Leveldesign

Ein besonderes Lob muss man den Entwicklern für das exzellente Design des Abenteuers aussprechen. Die Levels sind perfekt ausbalanciert, was den Mix aus Kämpfen und Rätseln angeht. Dabei steigt der Schwierigkeitsgrad nur langsam an, so dass auch Neulinge kaum Frustmomente haben. Wem die später durchaus fordernden Monsterduelle dennoch zu schwierig sind, kann nach einigem Ableben auf Wunsch den Schwierigkeitsgrad senken. Die Gegnerschar ist zwar nicht sonderlich vielfältig ausgefallen, kann aber durch die verschiedenen Kombinationen von Gegnertypen und deren ordentlichen Kampffähigkeiten überzeugen. Neben altbekannten Feinden gibt es einige neue monströse Gegner. Besonders fallen hier natürlich die Bosskreaturen auf, die von japanischen Kriegern über Dämonen, untote Samurais und Maschinen bis hin zu Cerberus-artigen Monstern reichen.

Ebenfalls überzeugen können die Rätsel. Sie sind zwar in bester Action-Adventure-Manier nicht allzu komplex ausgefallen, bieten aber genügend Auflockerung zwischen den Kämpfen. Neben der üblichen Schalter- und Schlüsselsuche müssen unter anderem Schiebepuzzles und Senso-Aufgaben gemeistert werden. Außerdem müsst ihr in einigen Knacknüssen Items zwischen den beiden Helden und Zeiten transportieren. Beispielsweise pflanzt Jacques in der Vergangenheit einen Samen in den Boden, worauf Samanosuke in der Gegenwart eine Pflanzenstaude als Leiter nutzen kann. Einziger Wermutstropfen: Das neue Abenteuer ist sogar noch linearer als der Vorgänger ausgefallen. Immerhin wurde dafür im Vergleich zu den bisherigen 'Onimusha'-Titeln der Umfang erhöht – etwa neun bis elf Stunden braucht ihr bis zum Abspann, darüber hinaus gibt es massig Extras zu entdecken und Bonus-Modi sowie andere Goodies freizuschalten.

Grafik und Sound zum Schwärmen

Die 'Onimusha'-Spiele glänzten bislang immer durch aufwändige Renderhintergründe. Erfreulicherweise kann die Grafik von 'Onimusha 3' trotz Wechsel zur Polygon-Inszenierung mit den Vorgängern locker mithalten. Die Levels sind herrlich bunt, detailliert und abwechslungsreich gestaltet und bieten darüber hinaus einige Interaktionen wie zerstörbare Gegenstände. Ebenfalls ein echter Hingucker sind die schönen Texturen und die mit viel Liebe zum Detail gestalteten und animierten Figuren. Weitere Grafik-Highlights sind die tollen Kampfeffekte, die sehr kurzen Ladezeiten, das atemberaubende Intro und der gut angepasste 50Hz-Modus (inklusive optionalem 60Hz-Modus). Nur zwei Mankos verwehren dem Titel eine 'Ausgezeichnet'-Grafikwertung: Die nicht modifizierbare Perspektive sorgt nicht immer für Übersicht und das Kantenflimmern trübt etwas den hervorragenden Gesamteindruck.

Erfreulicherweise wurde nicht nur bei der Grafik kräftig geklotzt, auch der Sound ist hervorragend ausgefallen. Die Hintergrundmusik wechselt je nach Level zwischen orchestralen, japanischen und actionlastigen, modernen Klängen bis hin zu Chorgesängen, Orgelmusik und Akkordeonmelodien, was das jeweilige Szenario atmosphärisch perfekt unterstützt. Ebenfalls überzeugen können die Soundeffekte, die sogar in Dolby Surround Pro Logic II verfügbar sind. Die Sprachausgabe ist meist englisch, es gibt aber auch einige wenige Dialoge in Französisch und Japanisch. Die Synchronsprecher leisteten einen ordentlichen Job und auch die deutschen Untertitel gehen in Ordnung.

Fazit

von David Stöckli
Aller guten Dinge sind drei, wie Capcom mit dem neusten 'Onimusha' beweist. Das Action-Adventure glänzt durch unzählige Verbesserungen, ein gelungenes Kampfsystem, ein exzellentes Leveldesign und eine überaus unterhaltsame Zeitreise-Story. Umso erfreulicher, dass der Titel auch in punkto Technik ein echter Hit ist und dass der Umfang gegenüber den kurzen Vorgängern etwas erhöht wurde. 'Onimusha 3' gehört somit ganz klar in jede gut austarierte PS2-Spielesammlung.

Überblick

Pro

  • gelungenes Kampfsystem
  • viele Items und Upgrades
  • tolle Grafik, guter Sound

Contra

  • zuweilen ungünstige Kameraperspektiven
  • umständlicher Lock-on-Wechsel
  • sehr linearer Spielablauf

Wertung

  • PS2
    89
    %

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