Special - VR-Pornos: Die sexuelle Revolution? : Unbegrenzte Möglichkeiten

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    Selbst wenn man es nicht wahrhaben will: Pornografie spielte schon immer eine entscheidende Rolle beim Erfolg von neuen Medien. Die VHS-Kassette gewann den sogenannten Formatkrieg gegen die Konkurrenzmedien Video 2000 und Betamax nur dank Pornounterstützung. Auch die Blu-ray setzte sich gegenüber der HD-DVD auf dem Markt erst dann durch, als sich die Pornoindustrie zu dem Format bekannte. Bis heute definiert sich das Internet durch Schmuddelkram: Noch immer gehören Sexanbieter zu den erfolgreichsten Unternehmen im Netz. Das nächste große Ziel: virtuelle Realität. Wie könnte es mit dieser Technik weitergehen?

    Mal Hand aufs Herz: Wer von euch hat sich schon einmal einen VR-Porno angeschaut? Selbstverständlich schreit jetzt kaum einer gleich „Hier, ich!“, schließlich werden die wenigsten diese Erfahrung bisher gemacht haben, da die Verbreitung von VR-Brillen noch recht übersichtlich ist. Zwar sind Oculus Rift, Gear VR oder PlayStation VR keine Flops, trotzdem sind die Brillen in deutschen Haushalten eher selten anzutreffen.

    Da ich ein pflichtbewusster Journalist bin, habe ich das Ganze natürlich für euch ausprobiert. Sagen wir mal so: Es ist sehr befremdlich. Zum einen passen oft die Proportionen der Darstellerinnen und Darsteller nicht mit den „realen“ Größen überein. Damit meine ich nicht die Genital- oder Brustgröße, sondern tatsächlich die Körpergröße der involvierten Parteien. Dadurch fühlte ich mich bisweilen wie ein Zwerg, der gerade von Riesinnen durchgenommen wird. Für den Fall, dass jemand anmahnen wollte, es gäbe da deutliche Qualitätsunterschiede: Ich habe natürlich als verantwortungsvoller Journalist einfach das erstbeste Ergebnis genommen, das bei Google herauskommt, wenn man nach „VR Porn Video“ sucht.

    Was fehlt, ist die Interaktivität. Aktuell sind es nur „Videos zum Umschauen“, die nur wenig zum „Mitmachen“ einladen. Nehmen wir mal an, dass virtuelle Realität eine ähnliche Auswirkung auf die Verbreitung der Brillen hätte, wie es damals bei VHS der Fall war. Wo stehen wir da in zehn Jahren? Und was hat das Ganze, bitteschön, mit Videospielen zu tun? Ganz einfach: Damit VR-Pornos wachsen können, braucht es meiner Ansicht nach die Spieleindustrie. Denn die macht seit Jahren vor, wie man als Konsument vor dem Bildschirm mitten ins Geschehen gezogen wird.

    Natürlich sind Videospiele mit sexuellen Inhalten keine Revolution. Schon jetzt gibt es Spiele, die versuchen, auf ziemlich einfache Art und Weise die Schwellkörper in den Hosen pubertierender Jungs ordentlich zum Kochen zu bringen. Die Pornoindustrie hat diesen Entwicklern jedoch etwas voraus: ein riesiges Maß an Erfahrung und gleichzeitig die „Stars & Sternchen“, die in der Generation Pornokonsum einen ähnlichen Bekanntheitsgrad haben wie viele Social Influencer.

    Man stelle sich einfach mal einen Titel wie Until Dawn vor, ersetze die Schauspieler durch Pornodarsteller und mixe so eine interaktive Mischung aus Horror- und Pornofilm. Selbstverständlich in FSK 18. Das Ganze wäre bis auf den letzten Polygonnippel optimiert. Kein billiges „Ficki-Ficki“, sondern High-Quality-Sex-Content, der ein wahres Erlebnis wäre. Wäre das eventuell die oft zitierte „Killer-App“, die VR bräuchte, um sich deutlich stärker und schneller zu verkaufen?

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    Damit die Pornografie allerdings den entscheidenden Sprung in die virtuelle Realität schafft, bedarf es der Erfahrung aus der Spielebranche. Dann wird das Thema erst richtig interessant. Derzeit macht es nur wenig Spaß, sich ein lebloses Video auf seiner Datenbrille anzuschauen, was zwar im Vollbild vor den Augen passiert, mich aber nicht teilhaben lässt. Was ist mit Support für Oculus Touch? Oder die PSVR-Move-Controller? Wann erscheinen all die Hightech-Sextoys, die mir Kickstarter seit Jahren mit unfreiwillig komischen Trailern präsentiert?

    Ob man diese Entwicklung gutheißt, lasse ich einfach mal dahingestellt. Ich lehne mich aber weit genug aus dem Fenster, um zu sagen: Die virtuelle Realität braucht bessere Pornos, um sich durchzusetzen. Und obwohl der Zusammenhang am Anfang noch nicht deutlich werden dürfte, werden wohl wir Spieler am meisten davon profitieren. Durch die Entwicklung von eben solchen Schmuddelspielen und der ganzen Erfahrung, die durch diese Produktionen gesammelt werden würde, könnten klassische VR-Spiele ebenfalls auf ein weitaus höheres Niveau gehoben werden.

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