Test - Oddworld: Strangers Vergeltung : Oddworld: Strangers Vergeltung

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Nach einer Weile lassen sich die verschiedenen Munitionstypen zudem upgraden, sodass etwa die Spinne nicht nur einen Kontrahenten attackiert, sondern gleich eine ganze Gruppe verpackt. Findet ihr in der weiten Welt nicht genügend Munition, könnt ihr euren Vorrat in den städtischen Tante-Henna-Läden auffüllen und gleichzeitig Verbesserungen erwerben, welche euch beispielsweise ein schnelleres Nachladen erlauben.

So interessant die Live-Munition ist, so sinnlos sind leider mehrere Munitionstypen: Das bereits genannte Arschbackenhörnchen ist zwar unterhaltsam und lustig anzuschauen, bringt aber im Kampf nur sehr wenig. Daher geht ihr fast immer auf die gleiche Weise vor: Ihr betäubt die Gegner mit der Railgun-artigen Zappfliege aus der Distanz und saugt sie dann auf, um sie später gegen Bares eintauschen zu können. Nur bei stärkeren Feinden kommt andere Munition zum Einsatz, sofern die künstliche Intelligenz es überhaupt erfordert: Zwar suchen eure Widersacher sich vielmals selbstständig Deckung, andererseits laufen sie aber oft ziellos umher oder tappen nacheinander in die gleiche Falle.

Ein großes Lob verdient sich im Gegensatz zur KI die Steuerung, die nicht nur den schnellen Wechsel zwischen First- und Third-Person-Perspektive bestens vollführt, sondern auch in Sachen Präzision zu überzeugen versteht. Leicht schwächer präsentiert sich die Kamera, mit der wir trotz eifrigen Nachjustierens an einigen Stellen so unsere Probleme hatten. Immerhin lässt sich die Bedienung aber an die Wünsche des Spielers anpassen, sodass ihr zum Beispiel beide Bewegungsachsen der Kamera invertieren dürft.

Die weite Welt

Positiv fällt des Weiteren die Grafik von 'Oddworld: Strangers Vergeltung' auf, die sowohl trockene Wüsten als auch fruchtbare Wälder glaubwürdig und mit viel Liebe zum Detail auf den Bildschirm zaubert. Ebenfalls hervorragend sind die Texturen ausgefallen. Die Animationen der Figuren wirken außerdem jederzeit flüssig und alle Charaktere dadurch sehr lebendig. Neben dem durchgängigen Design, das so stimmig ist wie in nur wenigen Spielen, überzeugt die Größe der Oddworld, obwohl das Programm weitgehend ohne Ladezeiten auskommt – und selbst wenn mal nachgeladen werden muss, seht ihr den schwarzen Bildschirm nur für sehr wenige Sekunden.

Weniger gefallen kann traurigerweise die deutsche Sprachausgabe. Stranger und NPCs sind gleichermaßen kaum zu verstehen: Ersterer knurrt so dumpf, dass man die Lautstärke immer wieder hochdrehen muss, letztere quäken wie Donald Duck. Zudem scheinen sich die Soundfiles in extrem niedriger Tonqualität auf der DVD zu befinden, es knackt und brummt, wie man es sonst nur von minderwertigen MP3s kennt – obwohl die Lokalisierung an sich ansonsten sehr gelungen ist: Selbst Texte auf Texturen und in den Cutscenes wurden übersetzt. Was die Soundwertung nicht in den Keller rutschen lässt, ist die sehr gelungene Surround-Unterstützung und die begleitende Musik, die sich stets vornehm im Hintergrund hält, aber das Geschehen passend untermalt.

Fazit

von Fabian Walden
'Oddworld: Strangers Vergeltung' ist ein Muss für jeden Fan von Ego-Shootern und Action-Adventures: Die einzigartige Verbindung der beiden Genres gepaart mit dem überragenden Design von Charakteren und Spielwelt weiß zu begeistern. Gäbe es nicht Macken wie die immer sehr ähnlich ablaufenden Missionen, die wenigen Gegnertypen und die schwache Sprachausgabe, würde der Stranger problemlos die 90er-Marke knacken. Doch auch in dieser Form ist das Spiel eine Perle, die es wirklich wert ist, näher in Augenschein genommen zu werden.

Überblick

Pro

  • einzigartiger Genre-Mix
  • stimmiges Design
  • innovative Live-Munition
  • überzeugendes Level-Design
  • sehr gute Lokalisierung
  • kaum Ladezeiten
  • Speichern jederzeit möglich

Contra

  • schlecht verständliche Sprachausgabe
  • kaum Abwechslung
  • wenige Gegnertypen
  • mitunter seltsame KI
  • einige Grafikbugs

Wertung

  • Xbox
    87
    %

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