Test - Obscure : Obscure

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Die Schule als reiner Horror – ’Obscure’ versucht mit einem Mix aus Teenie-Horror und ’Silent Hill’-Anleihen für spannende Grusel-Stunden an der PS2 zu sorgen. Ob dieses vorhaben gelingt oder ob die Entwickler besser noch mal die Schulbank drücken sollten, verrät der Test.

School’s Out for Horror

Für so einige Schüler dürfte es kein Geheimnis sein, dass die Schule ein Ort des Schreckens ist, wo es zuweilen um Leben und Tod geht. Doch das französische Entwicklerteam Hydravision geht noch einen Schritt weiter und lässt ein Internat zum Schauplatz von schrecklichen und übernatürlichen Horror-Aktivitäten werden. Das Spiel beginnt mit dem Sportfan Kenny, dem beim Basketball-Training der Rucksack geklaut wird. Als er sich auf die Suche nach dem Dieb macht, landet er in einem grausigen Keller eines verlassenen Hauses und wird eingesperrt. Seine Freunde bleiben am nächsten Tag nach Schulschluss im Gebäude und machen sich auf die Suche nach Kenny. Schnell merken sie, dass etwas nicht stimmen kann. Die Schule wandelt sich zusehends von einem düsteren Ort in ein grausiges Horror-Szenario mit wabrigen Wänden, zerstörter Inneneinrichtung, monströsen Gewächsen, Blutspuren, gruseligen Ereignissen und natürlich vielen feindlichen Spuk-Kreaturen, die den Schülern nach dem Leben trachten.

Silent Klassenzimmer

Die Entwickler spielen sehr gekonnt mit dem spannenden Horror-Schulszenario und bedienen sich dabei natürlich zahlreicher Elemente aus Teenie-Horrorfilmen. Aber auch sonst wird das Schulthema gut umgesetzt – wer wollte nicht auch schon mal in seiner Schulzeit zum Beispiel das Lehrerzimmer durchsuchen, das Büro des Rektors unter die Lupe nehmen, das Archiv nach Schülerakten durchstöbern oder den Schulkeller besuchen? Abseits dieses Szenarios erwarten euch typische Horror-Adventure-Elemente. Man merkt nicht nur an der Atmosphäre, dass sich Hydravision deutlich an ’Silent Hill’ und Konsorten orientiert haben. Gut geklaut ist aber bekanntlich besser als schlecht neu erfunden. Ihr durchstöbert die weitläufigen Areale aus der Thirdperson-Ansicht, wobei die Umgebung zwar in 3D gehalten ist, aber ihr trotzdem mit wechselnden festen Perspektiven auskommen müsst. Dies sorgt zwar für eine atmosphärische Inszenierung, aber es kommt auch ab und zu vor, dass man einen Gegner erst zu spät sieht. Ein weiterer Kritikpunkt ist die leicht hakelige Steuerung und die etwas umständliche Item-Menüstruktur.

Immerhin könnt ihr öfters wählen, mit welchen Schülern ihr unterwegs sein wollt. Meist begleitet euch nämlich ein zweiter Teenie, der vom Computer gesteuert wird. Da jede Figur über eine Spezialfähigkeit verfügt, sollte man gut überlegen, wen man im Duo-Team mitnimmt. Während die Rätsel nicht sonderlich schwierig ausgefallen sind, zehren die harten Kämpfe stetig am knappen Energie- und Munitionsvorrat. Dies liegt nicht zuletzt an der mäßigen KI des CPU-Kumpels, der schon mal zuviel Munition verschwendet und zu oft als nötig von den Monstern getroffen wird. Habt ihr einen zweiten Spieler zur Hand, solltet ihr deshalb den Cooperative-Modus vorziehen. In diesem übernimmt jeder Spieler die Steuerung einer der beiden Schüler. Doch auch dann dürfte ein großes Manko von ’Obscure’ auffallen – der Umfang des Grusel-Abenteuers ist sehr kurz, nach etwa fünf Stunden hat man das Ende erreicht. Da helfen auch keine freischaltbaren Boni wie Musikclips.

Gute Noten für die Technik

Wenig zu nörgeln gibt es hingegen bei der Technik, denn hier haben die Entwickler absolut ihre Hausaufgaben gemacht. Die Schulräumlichkeiten und monströsen Kellergewölben sind herrlich schaurig inszeniert und mit vielen teils interaktiven Objekten versehen. Darüber hinaus gefallen die Figuren, die flimmerfreie Optik sowie die schönen Lichteffekte per Taschenlampe. Ebenfalls ein Lob muss man für den Sound aussprechen, bei dem vor allem die Hintergrundmusik auffällt. Rocksongs, cineastische Orchestermelodien bis hin zum Kinderchor-Gesang passt die Sounduntermalung jeweils perfekt zur Horror-Stimmung.

Fazit

von David Stöckli
Trotz einiger Schwächen ist ’Obscure’ ein gelungenes Horror-Adventure, das vor allem mit dem Schulsetting eigene Akzente setzt. Ebenfalls ein Pluspunkt ist die tolle Grafik und der atmosphärische Sound. Nur schade, dass das Abenteuer viel zu schnell vorbei ist.

Überblick

Pro

  • originelles Horror-Setting
  • gelungener Coop-Modus
  • schön-schaurige Grafik

Contra

  • ungünstige Kameraperspektiven
  • hakelige Steuerung
  • kurze Spieldauer
  • mäßige KI

Wertung

  • PS2
    76
    %

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