Test - Nyko Zoom for Kinect : Weniger ist mehr

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Microsofts Kinect ermöglicht es euch, den Controller wegzulegen und mit ganzem Körpereinsatz am Spielgeschehen teilzunehmen. Doch dafür benötigt ihr Platz. Und zwar nicht zu knapp. Das ist ungünstig, denn nicht jeder ist bereit, die eigenen vier Wände immer wieder umzuräumen, um Platz zu schaffen. Der Hardware-Hersteller Nyko hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Lösung für dieses Problem zu finden. Dabei herausgekommen ist Zoom for Kinect. Doch kann mit dem simplen Aufsatz wirklich Platz gespart werden?

Bisher ist es so: Wollt ihr mit Kinect eine Runde Spaß haben, heißt es: Platz schaffen. Bis zu drei Meter Freiraum verlangt die Microsoft-Linse von euch. Das ist eine ganze Menge. Wenn dann noch ein zweiter Spieler am Start ist, gehört das Verrücken der Möbel fast schon zum Standardprogramm. Und das ist eher nervig, schließlich haben längst nicht alle Spieler eine große Wohnung geschweige denn ein Zimmer mit 70 Quadratmeter. Hardware-Hersteller Nyko springt nun in die Bresche.

Mit dem Zoom-for-Kinect-Aufsatz verspricht Nyko, dass ihr bis zu 40 Prozent näher an eurem Fernseher stehen könnt. Das Prinzip ist dabei denkbar einfach: Ein kleines Objektiv wird einfach über die Kinect-Linse gestülpt. Das war's. Kein Schrauben, kein Kleben. Ihr müsst einzig darauf achten, dass die Nyko-Zoom-Linse genau über der eigentlichen Linse von Kinect liegt. Das Befestigen dauert keine fünf Minuten. Auch Software oder eine Installation ist überflüssig.

Der Praxistest

Die Zoom-Linse ist angesteckt, Kinect Adventures eingelegt. Wir machen uns bereit zur Kalibrierung und siehe da: Unsere übliche Position registriert Kinect mit dem Zoom-Aufsatz zwar, bittet uns trotzdem, zwei Schritte nach vorne zu machen. Sogar eine zweite Person wird problemlos erkannt, wo wir vorher ohne Linsenaufsatz kräftig Möbel im Insert-Coin-Studio verschieben mussten, um ausreichend Platz zu haben. Doch nun können wir sofort ins Spiel springen. Als Erstes probieren wir uns in dem Minispiel "Rallye-Ball". Und obwohl wir uns nun deutlich näher an der Kamera befinden, registriert sie jede Bewegung ohne großartige Komplikationen.

Beim "Reflex-Bergkamm" gesellte sich spontan ein Kollege dazu. Und auch hier gab es dank der Zoom-Linse von Nyko keinerlei Erkennungsprobleme. Jede Bewegung wurde akkurat registriert, Schwierigkeiten, die beiden Spieler auf dem engen Raum auseinanderzuhalten, gab es nicht. Theoretisch registriert Kinect mit der Zoom-Linse eure Position auch dann, wenn ihr unmittelbar davorsteht, was allerdings nicht zu empfehlen ist, da Bewegungen mit dem Körper nicht mehr vollständig erkannt werden.

Die Leiden von Kinect

Ihr solltet den Zoom-Aufsatz von Nyko allerdings nicht zu oft auf- und abbauen. Zwar wird eine Folie mitgeliefert, die euren Kinect-Sensor vor Kratzern schützen soll, trotzdem wurden bei unserem Test nach kürzester Zeit Macken auf der Oberfläche von Kinect entdeckt. Die entstehen durch die scharfen Kanten der Objektivfassung beim Entfernen des Aufsatzes. Das ist natürlich mehr als ärgerlich. Zumal abgerundete Kanten dieses Ärgernis leicht hätten verhindern können.

Fazit

Christian Kurowski - Portraitvon Christian Kurowski
Die Installation ist einfach, die Technik funktioniert: Mit dem Zoom-Aufsatz von Nyko könnt ihr tatsächlich eine Menge Platz sparen. Mission eigentlich erfüllt. Trotzdem ist diese Linse für den Kinect-Sensor nur bedingt zu empfehlen. Plant ihr, den Aufsatz immer nur dann anzustecken, wenn ihr ihn braucht, zum Beispiel um mit mehreren Personen zu spielen, wird euer Kinect-Sensor schnell mit unschönen Kratzern verunstaltet. Ist euch das egal, sind die knapp 35 Euro sicherlich gut investiert.

Überblick

Pro

  • einfacher Aufbau
  • keine Installation
  • weniger Platz zum Spielen benötigt

Contra

  • mit knapp 35 Euro recht teuer
  • Aufsatz zerkratzt Kinect-Peripherie
  • mehr Licht benötigt

Wertung

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