Test - Nvidia Geforce GTX 760 : Die Mittelschicht schlägt auf!

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Nvidias Stürmerduo GTX 770 und GTX 780 steht bereits auf dem Platz, jetzt läuft das gepflegte Mittelfeld in die Arena ein. Die Geforce GTX 760 soll die umsatzstarke und hart umkämpfte Mittelklasse wachrütteln und der AMD-Konkurrenz nicht nur rein wegen der Performance, sondern auch wegen des Preises Kunden stibitzen. Wie schlägt sich die die 230 Euro teure Bilderfabrik?

Über das Innenleben des Motors köchelten Gerüchteküchen den Brei zu Klump. Manche behaupteten, dass die Geforce GTX 760 nichts anderes als eine GTX 670 mit flotteren Taktraten sei, andere glaubten dagegen an eine schnellere GTX 660 Ti. Wirklich richtig lag niemand, aber auch nicht falsch: Tatsächlich bedient sich die GTX 760 bei beiden Vorgängern.

Geforce GTX 760 im Referenz-Design. Aufgrund der schlechten Kühlerqualität empfehlen wir euch dringend Kühlsysteme der Board-Partner (wie Asus, Gigabyte, MSI oder Zotac)!

Weniger Shader, höherer Takt

Zunächst die Enttäuschung, wenn auch vorerst nur aus technischer Sicht: Der erneut eingesetzte GK104-Grafik-Chip kann auf nur sechs der acht SMX-Blöcke zugreifen, wodurch der Bilderdampfer lediglich 1.152 Shader-Einheiten rechnen darf. Das ist nicht nur weniger als gedacht, sondern auch deutlich unter den Werten der GTX 770 (1.536 Shader) und sogar unter denen von GTX 660 Ti und GTX 670 (jeweils 1.344 Shader). Dementsprechend wird auch die Anzahl an Textureinheiten von 112 auf 96 reduziert.

Für Nvidia wäre es ohne Zweifel ein Super-GAU, wenn die GTX 760 langsamer durch die Spiele läuft als die GTX 660 Ti. Daher möchte die Chip-Schmiede die verringerten Ausführungseinheiten durch höhere Taktraten kompensieren. Sie fallen mit 980 MHz Basis- und 1.033 MHz Boost-Takt auch klar höher aus und dürften der Grafikkarte genug Pferdestärken verleihen. Für die dynamische Boost-Übertaktung greift die Karte wie ihre Geforce-7-Schwester auf den GPU Boost 2.0 zurück, mit dem der Takt sowohl auf Basis der Leistungsaufnahme als auch unter Berücksichtigung der Temperatur automatisch angepasst wird. Unverändert gegenüber der GTX 670 lässt Nvidia dagegen das 256 Bit breite Speicher-Interface.

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Als Videospeicher hämmern Nvidias Board-Partner wie Asus, MSI oder Zotac entweder 2.048 oder 4.096 MB GDDR5 auf die Platine. Sie takten in der Regel mit 3.004 MHz. Ihre maximale Leistungsaufnahme gibt Nvidia mit 170 Watt an, weshalb der Grafikkarte zwei Sechs-Pin-Leitungen zum Netzteil gelegt werden müssen - manche Versionen in individuellen Partner-Designs nutzen auch einen einzelnen Acht-Pin-Stromstecker oder je einen Sechs- und Acht-Pin-Stecker.

Unterschiedliche Kühlungen, wohin das Auge reicht

Die Geforce GTX 760 genießt eine hohe Artenvielfalt - und hat dies aufgrund des lausigen Referenzkühlers auch nötig (dazu gleich mehr in den Emissionen-Benchmarks). Viele Board-Partner verpassten der Geforce-7-Mittelklasse eigene Kühlkonzepte mit zwei bis drei Axiallüftern und stark unterschiedlichen Kartenlängen. Auf Nvidias 24,5 cm langem Referenzkühler rotiert dagegen ein 65 mm großer Radiallüfter, der sich klar von der GTX 770, der 780 oder der Titan unterscheidet. Anstatt den hervorragenden Kühler der Oberklasse anzuschrauben, verwendet Nvidia aus Kostengründen und als Alleinstellungsmerkmal der Topmodelle die Kühlkammer des GTX-670-Vorgängers. Sie sieht damit nicht nur unspektakulärer aus, sondern schneidet auch bei den Emissionen schlechter ab.

Individuelle Designs: Asus GTX 760 DirectCU II OC, MSI GTX 760 TwinFrozr Gaming, Gigabyte GTX 760 WindForce OC

Einen besseren Eindruck macht dagegen Asus' populärer DirectCU-II-Kühler auf der GTX 760 DirectCU II OC. Auf dem kompakten Frischhalter thronen zwei 70 mm große Axiallüfter, außerdem verwendet Asus vier Heatpipes für die Wärmeabfuhr, die beim Referenz-Design komplett fehlen. Das Besondere der DirectCU II OC zeigt sich aber erst auf der Rückseite: Trotz der starken Performance misst die Platine winzige 17 cm, mit Kühler kommt die Karte auf eine Länge von 21,5 cm. Den GPU-Takt hob Asus auf 1.006 beziehungsweise 1.072 MHz an (Basis-/Boost-Takt).

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