Test - Nvidia Geforce GTX 590 : Duell der Giganten

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Zwei Wochen hält AMD bisher den Titel des stärksten Grafikkloppers. Die Radeon HD 6990 pulverisiert alles bisher Dagewesene ins Jenseits, säuft aber gefühlt so viel Strom wie das gesamte Ruhrgebiet. Nvidia lässt den Eindringling nicht lange alleine, nur wenige Tage später tritt nun die Geforce GTX 590 in die Umlaufbahn ein. Doch was kann die Dual-GPU-Karte? Und vor allem: Schafft sie den Sieg gegen die Radeon?

Was für ein Vorbau!

Eventuell stehen AMD stürmische Zeiten bevor (hier unser Test zur Radeon HD 6990). Nvidia schlägt mit der Geforce GTX 590 zurück und liefert eine rein von der Theorie monströse Grafikkarte ab. Zwei absolut vollwertige GF110-Grafik-Chips in 40-nm-Fertigung thronen auf der schwarzen Platine, also genau jene, welche im aktuell schnellsten Single-GPU-Flaggschiff Geforce GTX 580 aus allen Rohren feuern. Jeder GPU stehen dabei wie gewohnt 1.536 MB GDDR5-Videospeicher zur Seite.

Das klingt monströs - und ist es tatsächlich auch. Zur Überraschung vieler wurden beim GPU-Duo alle 16 Streaming-Multiprozessoren (kurz SM) aktiviert. Außerdem tragen sie die vollen drei Milliarden Transistoren, 512 Shader-Einheiten sowie 64 Textureinheiten pro Grafik-Chip mit sich herum. Wie es die 1.536 MB pro Chip vermuten lassen, kommuniziert das übliche 384 Bit breite Speicherinterface mit den Komponenten. Bis hier hin also eine kompromisslos verdoppelte GTX 580 mit nur sehr geringen Einschränkungen.

Wie flott taktet sie?

Bei der Radeon HD 6990 zeigt sich ein ähnliches Bild. Sie entspricht einer verdoppelten Ein-Chip-Kollegin Radeon HD 6970 mit ihren vollen technischen Möglichkeiten, muss sich dafür aber bei den Taktraten zurückhalten, um unter der maximal möglichen Stromaufnahme zu bleiben. Ungefähr dasselbe ist bei der Geforce GTX 590 der Fall. Ihre GPUs takten mit 607 MHz statt den 772 MHz einer GTX 580, woraus sich ein Shadertakt von 1.215 MHz ergibt (1.544 MHz bei der GTX 580). Die insgesamt 3 GB GDDR5-Speicher gehen mit 1.707 statt 2.004 MHz auf die Rennbahn.

Viel mehr Takt scheint kaum möglich, schließlich möchten Nvidias Partner sicherlich auch noch individuell übertaktete Brummer in den Handel schicken. Schon im normalen Betrieb kommt die Geforce GTX 590 auf satte 365 Watt Leistungsaufnahme, also nochmals 15 Watt mehr als bei der HD 6990. Ebenfalls hart an der Grenze und ein Indiz für einen hohen Stromhunger. Ihr müsst die Karte deswegen mit zwei zusätzlichen Acht-pin-Stromsteckern zum Netzteil bei Laune halten. Eine Übertaktung per Schalter bietet der Doppel-Whopper hingegen nicht, allerdings zeigt sich bei der HD 6990, dass ein solcher Modus nur wenige Prozentpunkte mehr Performance bereitstellen würde.

(zum Vergrößern auf die Tabelle klicken)

Nvidia hatte einige Tage Zeit, um auf die Dual-GPU-Konkurrenz zu reagieren. Schon im Vorfeld soll der Preis gesenkt worden sein, wobei sich die 640 Euro Startpreis (aktuell 606 Euro Straßenpreis) weit über den 535 Euro Straßenpreis der ohnehin teuren Radeon einordnen. Man könnte daher an anderer Stelle punkten, vor allem bei der Leistung, aber auch bei der Stromaufnahme, der Temperatur und der Lautstärke.

Wie kühlt sich die Wuchtbrumme?

In Sachen Lautstärke nervt die Radeon ganz schön herum. Bis zu 70 dB hustet ihr Lüfter übertaktet unter Volllast aus, was verhältnismäßig laut wirkt. Rein optisch setzt die frische Geforce GTX 590 auf ein ähnliches Kühlsystem, wohl aber mit einigen Unterschieden unter der Plastikhaube. Mittig auf der 28 cm breiten Platine (HD 6990: 30 cm) flattert ein 85 mm großer Axiallüfter (HD 6990: 75 mm Radiallüfter) um seine eigene Achse, umhüllt von einem dunklen Kunststoffgehäuse.

Darunter verstecken sich zwei große Aluminium-Kühlblöcke, die die Wärme der Kupferkerne aufnehmen und vom Lüfter angepustet werden. Zusätzliche Kühlplatten an Wandlern und an den Speichersteinen sorgen für weitere Kühlung. Das Gehäuse lässt sich übrigens sehr leicht abnehmen, damit ihr es besser reinigen könnt.