Test - Nioh: Bloodshed's End : Das große Finale

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Nun ist also der Tag gekommen: Ein letztes Mal Nioh. Ein letztes Mal am Schrein beten, ein letztes Mal einem Kodama den Heimweg zeigen, ein letztes Mal die Schnellwechselrolle vor dem Bosskampf einwerfen. Das große Vorbild Dark Souls 3 zelebrierte seinen Abschied von der Bildfläche in The Ringed City mit einem wehmütigen und spektakulären Rundumschlag durch die komplette Lore der Serie. Was hat Nioh dazu im Vergleich aufzubieten?

„Das beste Nioh, das es je gab“, titelte ich meinen Test zum letzten Nioh DLC: Defiant Honor. Und um es kurz zu machen: Diesen Satz würde ich für den dritten und letzten DLC, Bloodshed's End, nicht gebrauchen. Besaß Defiant Honor noch den überfälligen Mut zu mehr Originalität und Eigenständigkeit, um sich vom übergroßen und unablässig kopierten Vorbild Dark Souls zu emanzipieren, kopiert Nioh mit Bloodshed's End zum Abschluss nun vor allem bei sich selbst.

Wie schon im vorherigen DLC befinden wir uns nach wie vor inmitten der Belagerung der Burg Osaka im Jahre 1615 und erleben schließlich deren Fall. Die drei neuen Hauptmissionen enthalten demnach die üblichen Anordnungen von Wegen an Hügeln hinauf, in Burgen hinein, über Schlachtfelder und durch japanische Häuser mit ihren Papierwänden. Für das Finale zitiert Nioh dann, nun ja, das Finale aus dem Hauptspiel mit seinen Kristallbrücken in luftigen Höhen.

Immerhin: Wie man es ebenfalls von Nioh gewohnt ist, setzen die Entwickler jedem Level ein hübsches i-Tüpfelchen zur Zierde. So werden wir in der ersten Mission während der Belagerung von höher gelegenen Kanonen beschossen, die wir erst erreichen und ausschalten müssen, um der Bedrohung ein Ende zu setzen. Jedoch können wir das Kanonenfeuer auch taktisch einsetzen, indem wir es beispielsweise auf feindliche Wachtürme lenken und uns so nicht nur nerviger Fernkampfgegner entledigen, sondern gar Wege öffnen, die sonst versperrt wären.

Zum großen Finale fährt Nioh aber vor allem nochmal eine ganze Heerschar an Bossgegnern auf. Allein die letzte Hauptmission enthält sage und schreibe fünf Bosse - die meisten davon zwar leider wieder die eher langweiligen menschlichen Bosse. Immerhin gibt es diesmal aber auch endlich wieder zwei Yokai, darunter eine ziemlich offensichtlich von Dark Souls 3 geklaute Variante des Sturmkönigs, sprich: ein Drache, der eigentlich ein Vogel ist. Aber so ist Nioh nunmal. Besser gut nachgemacht, als schlecht selber erdacht.

Du willst noch mehr? Selber schuld!

Eine neue Waffengattung gibt es dieses Mal so kurz vor Schluss nicht noch einmal. Dafür wieder die generischen Nebenmissionen, die diesmal sogar die beiden Vorgänger-DLCs wiederverwerten. Immerhin sind einige von ihnen in Begleitung zu spielen – dadurch wird es nicht ganz so stumpfsinnig. Auch an diejenigen, die nach dem Abspann nicht aufhören wollen, hat Team Ninja gedacht.

„Du willst noch mehr?“, scheinen die Entwickler zu sagen. „Selber schuld!“ Denn hier regiert der komplette Irrsinn. In seinem Late-Game-Content fährt Nioh nochmal alles auf, was es zu bieten hat. Im „großen Turnier“ kämpft ihr in Wellen gegen sämtliche Gegner, die es im Spiel gibt, insgesamt 100 davon an der Zahl, in Wellen, darunter auch fünf Bosse und zum Schluss zwei davon gleichzeitig. Hintereinander weg, am Stück. Ohne zwischenspeichern.

Nioh - Bloodshed's End DLC Trailer
Mit "Bloodshed's End" steht der nächste DLC zum PS4-Exklusivspiel Nioh ins Haus.

Auch im neuen Spielmodus „Der Abgrund“ könnt ihr das gesamte Spiel nochmal Revue passieren lassen, sämtliche Bosse bekämpfen und alte Level erneut besuchen. Das Motto hierbei lautet: Wer wagt, gewinnt. Denn im Abgrund wartet der ganz besonders wertvolle Loot. Wer allerdings zu gierig wird, bekommt die Quittung. Ein Zwischenpeichern ist nämlich nicht möglich. Nach einem endgültigen Tod ohne Schutzgeist, muss man wieder ganz von vorne beginnen und verliert sämtliches Amrita. Ganz nett, aber mehr aus der Kategorie: Wer's braucht. Zumal man erst die schwereren Schwierigkeitsgrade absolviert haben muss, um überhaupt in die interessanteren Regionen des Abgrunds vorzudringen.

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